Wundersame Charaktere

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Bunt und verrückt geht es zu, wenn „Alice im Wunderland“ die Bühne betritt.

Mühlheim - Fast ein Jahr lang wurde geprobt, gefeilt und getüftelt. Jetzt steht die große Premiere vor der Tür: „Alice im Wunderland“ betritt die Bühne in Mühlheim. Aufgeführt wird der Klassiker, den - im wahren Sinne - jedes Kind kennt, im Gemeindezentrum St. Markus in der Pfarrgasse.

Etwa ein Dutzend Schauspieler der Theatergruppe Früh-Beet setzen die aberwitzigen Episoden um. Zu sehen, wie aus der entspannten Raupe das chronisch neurotische Kaninchen wird, sei dabei schon ein schauspielerischer Genuss für sich, betonen die „Früh-Beet’ler“.

Das Kinderbuch, das der Brite Lewis Carroll 1865 veröffentlicht hat, ließe sich als wirre Phantasie abtun. Doch in den Handlungen steckt viel Symbolik. „Das Märchen ist voll wundersamer Charaktere“, sagt Regisseurin Jennifer Gehrke. Sie hat das Werk dramaturgisch überarbeitet und eine moderne Fassung für Erwachsene geschaffen. „Alice“ ist eines ihrer Lieblingsstücke und „entschieden undemokratisch.“

Zur Handlung

Zur Handlung: Als die neugierige Alice einem weißen Kaninchen hinterherrennt, taucht sie plötzlich in einer bunten Welt auf, die bevölkert ist von verrückten Menschen, sprechenden Tieren und eigenwilligen Gegenständen - und auch sie selbst wird durch jedes Getränk und jeden Bissen Kuchen kleiner und größer.

Bei der Auswahl des Stücks kann Gehrke nicht allein nach ihrem Geschmack entscheiden. „Die Zahl der Figuren muss stimmen“, erläutert sie – das ist beim „Wunderland“ nicht der Fall. Alle Darsteller - bis auf die „Alice“ - übernehmen zwei Rollen, müssen während der Aufführung mehrmals den Charakter wechseln. Eine Herausforderung, die den Zusammenhalt untereinander stärkt.

Episodisches Meisterstück

Louis Carolls episodisches Meisterstück besticht, erst recht als Theaterstück, durch viel Wortwitz, der jeder Szene einen eigenen, anarchisch-lustigen Charakter verleiht. Der unkonventionelle Gebrauch von Requisite, musikalische Untermalung und Tanz auf der sonst eher spartanischen Bühne unterstreichen den verrückten Charme der Buchvorlage.

Alice fällt erstmals durch den Kaninchenbau auf die Bühne des Gemeindezentrums Sankt Markus am Samstag um 20 Uhr. Weitere Termine sind Samstag, 27. April (20 Uhr) und Sonntag, 28. April (18 Uhr). Einlass ist eine Stunde vor Beginn. Karten sind im Mühlheimer Buchladen, Bahnhofstraße, und an der Abendkasse erhältlich. Weitere Informationen unter www.laienspielgruppe-quer-beet.de.

jp

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