Kein „klassisches Homeoffice“

Wie mobiles Arbeiten in der Mühlheimer Stadtverwaltung umgesetzt wird

„Flexibilität und Einzelfallbetrachtung“: Darauf setzt die Stadtverwaltung in Pandemie-Zeiten.
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„Flexibilität und Einzelfallbetrachtung“: Darauf setzt die Stadtverwaltung in Pandemie-Zeiten.

„Homeoffice, wo immer es geht“, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Mit diesem Appell hatte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier jüngst eindringlich an die Arbeitgeber im Land gewandt. „Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen“, lautete der dringende Rat des Staatsoberhauptes auch angesichts der neu auftauchenden Mutationen des Coronavirus. Wie berichtet, können allerdings viele Kommunen im Rhein-Main-Gebiet die Forderungen der Bundesregierung entweder gar nicht oder nur teilweise erfüllen. Wie steht es um die Kernverwaltung im Mühlheimer Rathaus, in der rund 100 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt sind?

Mühlheim – Auf Nachfrage heißt es: „Wir bieten ,Mobiles Arbeiten’ an, was individuell, flexibel und unbürokratisch von den Mitarbeitern genutzt werden kann.“ Die technischen Voraussetzungen dazu werden entsprechend geschaffen. Dabei hänge es vom Einzelfall ab, ob ein Dienstlaptop oder eine gesicherte VPN-Verbindung, also die Möglichkeit von zu Hause auf den Arbeitscomputer zuzugreifen, für den eigenen privaten Rechner bereitgestellt werde. Ein „klassisches Homeoffice“ gebe es im Mühlheimer Rathaus allerdings nicht. „Da wir mit Ausbruch der Pandemie ein umfassendes Hygienekonzept entwickelt und umgesetzt haben, sind die Arbeitsbedingungen im Rathaus coronakonform“, teilt die Stadt weiter mit.

Dazu zählten unter anderem Einzelbüros, Trennwände, Lüften und Maskenpflicht. Zudem könne das Rathaus nur nach Terminvereinbarung besucht werden, „sodass auch hier die Einhaltung aller Vorgaben gewährleistet wird“. Trotzdem werde „mobiles Arbeiten sehr individuell und in unterschiedlichem Umfang genutzt“. So machen laut Verwaltung zehn bis 20 Prozent der Mitarbeiter von der Möglichkeit des mobilen Arbeitens Gebrauch. „Auf Wunsch des Personals kann dies jederzeit ausgeweitet werden.“ Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Homeoffice-Regelungen seien nicht bekannt.

Auf die Frage, wie wichtig es sei, dass die Stadt beim Homeoffice mit guten Beispiel vorangehe, heißt es: „Unsere Stadt ist bereit, mobiles Arbeiten zu unterstützen und zu fördern.“ Die Corona-Pandemie habe diesen Prozess beschleunigt. Allerdings gelte es zu beachten, „dass der Kontakt mit den Bürgern vielmals eine Präsenz vor Ort erforderlich macht“. Auf eine grundsätzliche Regelung sei bewusst verzichtet worden. Vielmehr stünden Flexibilität und Einzelfallbetrachtung im Vordergrund. „Nicht in jedem Fall ist ein Arbeiten von zu Hause angezeigt.“ (Von Ronny Paul)

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