Keine Chance für Einbrecher

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Die Polizei unterwegs in den Wohnvierteln.

Mühlheim - „Habe ich was angestellt?“, fragt erschrocken ein Jugendlicher in der Birkenwaldstraße, als er auf mehrmaliges Klingeln von Polizeimeister Ibrahim Bugday ein Fenster des Elternhauses öffnet. Von Peter Back

Nachdem sich herausstellt, dass er allein zu Hause ist, lobt ihn Polizeikommissarin Marie-Luise Seidel. Denn er habe nicht unvorsichtig die Tür geöffnet und so einem Fremden möglicherweise ungewollt Eintritt gewährt.

Sorgen muss der junge Mann sich nicht machen. Die Beamten bringen keine schlimmen Nachrichten an diesem Freitag. Sondern sie klingeln an Wohnungstüren, um Tipps zu geben, wie die eigene Wohnung besser vor Einbrechern geschützt werden kann. Dem jungen Mann geben sie Broschüren für die Eltern mit Sicherheitshinweisen und werben für den Beratungsbus des Landeskriminalamtes, der an diesem Tag in der Bahnhofstraße steht.

Erfolgreicher sind die beiden Beamten dann im Haus von Martina Vollmuth. „Bei uns wurde zum Glück noch nie eingebrochen“, erzählt sie und zeigt die Sicherheitsvorkehrungen, die sie zur Absicherung ihres Hauses getroffen hat. Gleichzeitig ist sie voll des Lobes für die Arbeit der Polizisten und erzählt eine wenige Jahre zurückliegende Anekdote: „Eines Nachts hatten wir die Tür unseres Hauses sperrangelweit offen gelassen. Die aufmerksame Besatzung eines vorbeifahrenden Streifenwagens forderte Verstärkung an, die auch zügig auftauchte. Groß war die Überraschung, als fünf schwerbewaffnete Polizisten in Kampfuniform in unserem Eingang standen“. Sie lacht dabei.

Einbrecher erkunden Wohngegenden häufig vor der Tat

„Gut ist es, wenn auch die Nachbarn Augen und Ohren offen halten“, nimmt Marie-Luise Seidel die Bürger ebenfalls in Pflicht. „Beispielsweise fahren Einbrecher häufig vorher die Wohngegenden ab, bevor sie Häusern und Wohnungen ihren unerwünschten Besuch abstatten.“ Es lohne sich also, auf Fahrzeuge mit auswärtigen Nummernschildern zu achten, die scheinbar ohne ersichtlichen Grund umherfahren. „Die Leute sollten auch daran denken, beim Verlassen des Hauses die Türen und Fenster im Parterre zu schließen“, ergänzt der Kollege. „Vor allem vergessen viele Hausbesitzer, ihre Kellertür abzuschließen, so dass Diebe häufig auf diesem Weg ungehindert ins Haus gelangen.“

Polizeihauptkommissar Stefan Adelmann erklärt später im Beratungsbus den Sinn der Aktion: „Wir wollen den Bürgern Vorschläge machen, wie sie sich besser und mit möglichst geringem Aufwand vor ungebetenen Gästen schützen können.“

Nach der letzten Aktion sind Einbrüche zurückgegangen

Nachdem es vor drei Jahren schon einmal so einen Informationstag gegeben habe, seien die Einbruchzahlen in Mühlheim um fast die Hälfte zurückgegangen, freut sich Fachberater Jürgen Hampel darüber, dass die Arbeit scheinbar Früchte trage. „Wobei Mühlheim im Vergleich zu anderen Gemeinden des Polizeipräsidiums Südosthessen ganz sicher keinen Einbruchsschwerpunkt darstellt“, nimmt er den Mühlenstädtern eventuelle Ängste.

Den ganzen Nachmittag nehmen Bürgerinnen und Bürger das Beratungsangebot wahr, verbinden es oftmals mit einem Einkauf in der Bahnhofstraße. Jürgen Hampel weist auch auf den Polizeiladen am Offenbacher Stadthof hin, einem wichtigen Kooperationspartner der Beamten. Hier bekommen Interessierte das ganze Jahr über Infos über Sicherungen für Türen und Fenster und können kostenlose, individuelle Beratungstermine vereinbaren. Die werden vergeben unter der Nummer 0800/3110110.

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