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Geschichtsverein plant Ausstellungen und andere Veranstaltungen

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Von: Stefan Mangold

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Paul Hindemith, berühmter Komponist, lebte als Kind fünf Jahre in Mühlheim. REPRo: Mangold
Paul Hindemith, berühmter Komponist, lebte als Kind fünf Jahre in Mühlheim. REPRo: Mangold © -

Ob alles stattfinden kann, weiß derzeit noch niemand genau. Dennoch plant auch der Geschichtsverein Veranstaltungen. Der Vorsitzende Karl-Heinz Stier berichtet von den Vorhaben des Geschichtsvereins für das laufende Jahr.

Mühlheim – So steht noch in den Sternen, ob das Mühlenfest am Pfingstmontag gefeiert werden kann. Das fiel wegen der Pandemie schon zweimal aus. Man habe auch nicht unbedingt Lust, am Eingang Impfausweise zu kontrollieren und darauf zu achten, wer, wo in welchem Abstand zu wem sitzt, „das widerspricht dem Geist des Festes, zu dem jeder kommen darf“.

Ohne die Veranstaltungen leidet die Kommunikation zwischen den Mitgliedern. Als Klammer dient die „Mühlenpost“, die Clubzeitschrift, die der Geschichtsverein im vergangenen Jahr zweimal herausgab, „die nächste Nummer erscheint im April“. Und weil wie überall auch im Geschichtsverein das Geld nicht gerade sprudelt, kommt die Mühlenpost nicht mit der Post, „sondern wir sparen die 400 Euro Porto, in dem wir selbst austragen“.

Ein Thema wird der Komponist Paul Hindemith sein. Es existiert ein Klassenfoto von 1902 aus der Volksschule Mühlheim, das den Sechsjährigen prominent zeigt. Die Familie Hindemith wohnte von 1900 bis 1905 in Mühlheim, „weil der Vater Rudolf im Auftrag des Mainzer Bischofs die neugotische Markuskirche mit drei Helfern bildnerisch ausgestaltete“. Am Haus Hirschgasse 11 erinnert ein Schild an den weltbekannt gewordenen Mühlheimer Buben, der 1938 wegen des Aufführungsverbots seiner „entarteten Musik“ Deutschland verließ.

Im nächsten Heft geht es auch um die „Blaue Grotte“, eine Kneipe in Dietesheim am Grünen See, die aufgrund ihres Interieurs den Namen zurecht trug. Eltern hörten es nicht gerne, wenn ihr Töchter dort verkehrten. Das Etablissement galt als verrufen, weil hier US-Soldaten auf die Pirsch nach „deutschen Fräuleins“ gingen. Die „Blaue Grotte“ brannte im Winter 1953 nieder. Warum, ließ sich nie ganz klären.

Wenn Corona nicht weiter öffentliches Leben lahm legt, wird Gerda Brinkmann im April im Stadtmuseum eine Ausstellung mit dem Titel „Märchenhaftes Kinderzimmer“ gestalten. Zu sehen sind Spielsachen wie ein „Dienes Herd“. Auf der einen Seite ließe sich aus heutiger Sicht kommentieren, „so was bekamen Mädchen, um ihre Rolle zu üben“. Anderseits mussten die Kinder im Spiel Phantasie entwickeln, weil rein gar nichts per Knopfdruck blinkte und piepste.

Für den Herbst steht im Stadtmuseum eine Ausstellung mit einer Auswahl von Figuren des Mühlheimers Dieter Hainz an. Der 68-Jährige sammelte im Laufe der Jahrzehnte rund 3500 menschliche Figuren aus Hartplastik, die Winnetou, Old Shatterhand oder Landsknechte aus dem 30-jährigem Krieg darstellen.

Ferner ist ein Besuch des Museums von Hans-Günter Zach geplant, „der seine Sammlung alter Uhren präsentieren wird“. In der Gustav-Adolf-Kirche soll ein argentinischer Spieler das Bandoneon vorstellen, das zentrale Instrument des Tangos.

Gerda Brinkmann wird wieder zum Babbelrundgang einladen. Stier hofft auf einen Filmabend mit Streifen von früheren Festen. Schließlich ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Friedrich-Ebert-Gymnasium geplant, bei der es um ein Erziehungsheim geht, von dem aus Jugendliche während des Euthanasieprogramms der Nazis nach Hadamar in den Tod gingen.

Außerdem soll es wieder Erzählcafés geben. Ein Thema kündigt Karl-Heinz Stier mit großer Hoffnung an: „Wie kamen die Vereine durch die Pandemie?“ (Stefan Mangold)

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