Die Kita als Familienzentrum

+
Leiterin Eva Picard und Erzieherin Dulce Fernandes an der Rezeption. Foto: Back

Mühlheim - „Den Wandel gestalten - Kita als Familienzentrum“. An diesem Modellprojekt der Diözese Mainz nahm die Kindertagesstätte „Regenbogeninsel“ in Lämmerspiel teil. Von Peter Back

„Nach Befragungen der Eltern, aller Mitarbeiter und Mitglieder der Pfarrgemeinde, kristallisierten sich vier Ziele heraus, die wir während des dreijährigen Projektverlaufs im Team verfolgt haben“, erinnerte sich Eva Picard, die seit 1997 die Kita leitet. „Vor allem durch die starke Nachfrage der Eltern entschieden wir uns für die Vermittlung von Tagespflegepersonen als Schwerpunktziel,“ erklärte Eva Picard.

Dazu beschloss die Kita, mit dem Verein Frau-Mutter-Kind eine Kooperationsvereinbarung zur besseren Vermittlung von Tagesmüttern. „Dies ermöglicht heute die Betreuung von Kindern unter drei Jahren mit enger Anbindung an die Kita. Tagesmütter besuchen uns, die Kleinen haben einen leichteren Übergang in ihre Kindertagesstätte“, beschrieb Picard die Vorteile. Sogar kurzfristig, beispielsweise bei Krankheit der Eltern, könnten Tagesmütter inzwischen die Kinder übernehmen und damit die Eltern entlasten.

Die Schaffung altersübergreifender Angebote war ein weiteres Ziel. So kommen Omas, die regelmäßig mit den Kindern Plätzchen oder Kuchen backen, und Opas, die Fahrräder reparieren, Eltern, die in ihrer Freizeit mit den Kindern singen, und engagierte Personen fast jeden Alters, die viele weitere Tätigkeiten anbieten und generationenübergreifend erleben.

Mit Pfarrgemeinde gut vernetzt

„Wichtig ist, dass alle Aktivitäten in den Räumen des Familienzentrums stattfinden“, beschrieb die Kita-Leiterin einen Vorteil. Weitere Ziele waren der Aufbau einer Krippe für 24 Kinder ab zwölf Monaten sowie die Weitergestaltung des Gartengeländes. „Inzwischen sind wir mit der Pfarrgemeinde so gut vernetzt, dass wir die Räume alle zusammen nutzen - ob für den Kommunionunterricht, die Theatergruppe oder den Kirchenchor.“ Fast alle Veranstaltungen finden in den Räumen des Familienzentrums statt.

„Inzwischen werden an unserer Rezeption im Eingangsbereich nicht nur die Namen der anwesenden Kinder notiert oder Wünsche entgegengenommen. Auch Anmeldungen für den Flohmarktstand oder kirchliche Aktivtitäten werden bei uns entgegen genommen,“ beschrieb Picard einen positiven Effekt für die Pfarrgemeinde. Und das alles mit dem gleichen Personalschlüssel wie vor Beginn des Projekts. „Aber dafür ist die Arbeit interessanter geworden,“ freute sich die Leiterin.

„Unsere Aufgabe im Rahmen des Projektes war es, nachhaltige Modelle zu erarbeiten, um die begonnene Arbeit in der Zukunft fortführen zu können“, erzählte Eva Picard. So entstanden weitere Kooperationen mit der Frühförderstelle, der Musikschule, der Brüder-Grimm-Grundschule oder den Sportvereinen TGL und TSV. Auch eine Schuldnerberatung ist bereits angesiedelt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare