Klare Mehrheit für Rot-Grün

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90 Rathaus-Mitarbeiter beteiligten sich bei der Auszählung der Stimmen. Dabei kam es zu Softwareproblemen, die die Veröffentlichung des vorläufigen Ergebnisses verzögerten, wie der für die Wahlen verantwortliche Fachbereichsleiter Tristan Gerfelder berichtete.

Mühlheim - Die Bürgerlichen abgewählt, SPD und Grünen gemeinsam eine deutliche Mehrheit gegeben - so lässt sich das Mühlheimer Wahlergebnis zur Stadtverordnetenversammlung knapp zusammenfassen. Von Heiko Wiegand

Damit kann sich der im Januar gewählte Bürgermeister in spe, Daniel Tybussek, ab Beginn seiner Amtsperiode im Juli auf eine Mehrheit von zwei Stimmen im Parlament stützen. Die absolute Mehrheit liegt bei 23 Stimmen, SPD und Grüne kommen zusammen auf 25. Die Wahlbeteiligung ist gegen den Trend zurück gegangen - von knapp 46,6 Prozent auf unter 44 Prozent. Nicht einmal die Hälfte der wahlberechtigten Einwohner machte also vom Wahlrecht Gebrauch.

In den einzelnen Wahlbüros wurde teilweise stark abweichend vom Mühlheimer Geamtergebnis gewählt. Auffallend sind etwa die Zahlen aus der Kindertagesstätte Rodaustraße: Dort holten die Grünen mit knapp 25,1 Prozent ihr bestes Ergebnis. In diesem Büro wählen die Menschen rund um den Bürgerpark, wo bekanntlich das neue Blockheizkraftwerk der Biogas-Anlage gebaut wird. Mit mehr als neun Prozent waren in diesem Wahlbezirk auch die Verluste der Union überdurchschnittlich hoch. Die CDU verlor aber vor allem in Dietesheim stark (Wahlbezirk 9, Geschwister-Scholl-Schule: minus 13,7 Prozent).

Wo CDU einbrach, konnten Bürger für Mühlheim profitieren

Bemerkenswert ist auch ein Minus von mehr als sieben Prozent für die Sozialdemokraten im Wahlbezirk 1, Rote-Warte-Schule, einer ehemaligen SPD-Hochburg. Dort schrumpfte die Partei von ehemals knapp 50 Prozent auf ein gutes Durchschnittsmaß von 42,3 Prozent. Und: Wo die CDU einbrach, konnten die Bürger für Mühlheim profitieren. So verlor die Union etwa im schon angesprochenen Wahlbezirk 9 (Dietesheim) mehr als 13,7 Prozent, während die Bürger mit einem Plus von mehr als 7,6 Prozent überdurchschnittlich erfolgreich waren. Ein ähnliches Bild ergab sich in der Kita Schlesierstraße in Lämmerspiel: Dort verlor die Union knapp 10,8 Prozent, während sich die Bürger über ein Plus von 6,2 Prozent freuen konnten.

Daniel Tybussek erzielt bestes Einzelwahlergebnis

Auffällig auch das mit Abstand beste Einzelwahlergebnis: Daniel Tybussek, als Listenerster der SPD, erreichte 9364 Stimmen. Das ist fast doppelt soviel Zustimmung wie für den SPD-Listenzweiten Karl-Heinz Stier (5107 Stimmen). Auch Klaus Weyer, FDP-Spitzenkandidat, holte mit 1449 Stimmen etwa doppelt so viele Stimmen wie der zweiterfolgreichste FDP-Kandidat Dr. Richard Gunkel (772 Stimmen). Nicht mehr in der Mühlheimer Stadtverordnetenversammlung vertreten sein wird Volker Hoff, ehemals hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten.

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