Klubhaus zum Schnäppchenpreis

Die Tennisabteilung der Turngemeinschaft Lämmerspiel feiert 50-jähriges Bestehen

Abkühlung ist im Sommer vor allem bei den Jüngsten beliebt.
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Abkühlung ist im Sommer vor allem bei den Jüngsten beliebt.

Corona bremst weder Kreativität noch Kontinuität des weißen Sports, zumindest nicht bei der Tennisabteilung in der Turngemeinde Lämmerspiel (TGL). Nur das gesellige Programm zum 50-jährigen Bestehen könnte ein Opfer der Pandemie werden. Doch mit einem passenden Angebot von 50 Euro für die Saison will der Verein Freunde von Schläger, Ball und Netz locken.

Mühlheim – 1971 haben sie mit zwei Plätzen neben der Turnhalle an der Fritz-Erler-Straße angefangen. „Damals wurde die Anlage für die Leichtathletik nicht mehr gebraucht“, erzählt Abteilungsleiterin Bettina Becker. Es waren 24 Kegelsportler, die am 25. November 1971 die roten Sandplätze eingeweiht haben. „Die Abmessungen haben nicht ganz der Norm entsprochen.“ Aber das hinderte die neuen Tennissportler nicht, das Racket zu schwingen.

Die Gründerväter, der erst kürzlich verstorbene Erhard Pohl und sein Freund Peter Habermehl, spielten bereits in Frankfurt. Als Sachsenhäuser Bub trug Habermehl die Farben des Schwarz-Weiß-Clubs im Ebbelwoi-Viertel. Bernd Polscher wählten sie zum ersten Chef der neuen TGL-Truppe, die bald „überall für Fröhlichkeit und Feste bekannt war“.

Zu den festen Terminen im Jahreslauf zählte das beliebte „Turnier 101“: Beide Spieler mussten zusammen älter als 100 Jahre sein. Aktive aus 14 oder 15 Vereinen kamen zu dem Ereignis. 1985 eröffneten sie ihr Klubheim, das zum „Schnäppchenpreis“ von 230 000 Mark fertiggestellt werden konnte. 50 000 Mark flossen aus dem Rathaus, den Rest berappten die Mitglieder mittels Arbeitsstunden, Sonderbeiträgen und Darlehen.

Abteilungsleiterin Becker führt 130 Mitglieder, fast alles Aktive, davon 45 Kinder und Jugendliche. Die 16 Mannschaften bilden Spielgemeinschaften mit Kameraden vom TV Hausen. Insgesamt stehen fünf Erwachsenen-Teams auf dem Platz, die Damen 30 zusammen mit Spielerinnen vom SC Steinberg. Die erste Garnitur der Frauen hat es bis in die Verbandsliga geschafft.

„Durch Corona konnten wir bislang nur Einzeltraining anbieten“, sagt Becker, „ansonsten sind wir gut durch die Zeit gekommen“. Sie haben den ganzen Winter geübt, auch in den Hallen in Hausen und Mühlheim, allerdings nicht im Doppel: „Immer nur ein Trainer und zwei Spieler. Das ist vor allem den Älteren schwergefallen.“

Wegen der Beschränkungen startete die Medenrunde erst vor acht Tagen. Wie schon im vergangenen Sommer sind mehr Begegnungen in den September verlegt. „Zum Glück ist die Ausgabe von Speisen und Getränke wieder erlaubt“, stellt die Leiterin erleichtert fest. „Unsere schönen Bar-Abende in der Gud-druff-Ekk haben uns gefehlt.“

Allein die „tolle Nummer“ der TGL beim Fastnachtszug wurde ersatzlos gestrichen. Das Eventteam organisiert stattdessen einen Ausflug ins Grüne. Geplant sind außerdem noch sechs Jugend-Leistungsklassen-Turniere, das Member & Friends-Treffen, Doppel mit Freunden, die nicht TGLer sein müssen, sowie ein „Tag der offenen Tür“.

Auch die Tennis-AG an der Brüder-Grimm-Schule wird fortgesetzt. Daneben hat sich auch die Kooperation mit der Tennisschule Andreas Karnbach bewährt. Zum Jubiläum können Interessierte für 50 Euro im Gruppentraining in den Ballsport reinschnuppern. (Von Michael Prochnow)

Infos:

tgl-1905.de

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