Kreis Offenbach

Grundschulen unter Corona-Regeln: So werden sie umgesetzt

Ein leerer Platz statt der ersehnten Klassencontainer: Der Otto-Hahn-Schule fehlen Räume.
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Ein leerer Platz statt der ersehnten Klassencontainer: Der Otto-Hahn-Schule fehlen Räume.

Für den Unterricht gelten in Hessen ab sofort feste Regeln. Doch die Grundschulen in Mühlheim, Heusenstamm und Obertshausen setzen sie verschieden um. Wir fragen nach, wie.

Mühlheim/Obertshausen/Heusenstamm – Mund-Nasen-Schutz außerhalb der Klassenzimmer, kein gemeinsames Singen innerhalb geschlossener Räume, Sport nur unter bestimmten Voraussetzungen: Die Landesregierung hat feste Regeln für den Unterricht nach den Sommerferien herausgegeben. Doch jede Einrichtung hat andere Gegebenheiten. Wir haben daher bei den Grundschulen der Städte Mühlheim, Obertshausen und Heusenstamm nachgefragt, welche Auswirkungen die Corona-Regeln bei ihnen haben.

Rote-Warte-Schule, Mühlheim: „Wir können die Vorgaben ohne Probleme umsetzen“, versichert Leiterin Silke Mahr, deren Schule derzeit auf ein Betriebsgelände an der Borsigstraße ausgelagert ist. Lediglich für den Religionsunterricht müsse man die festen Klassen auflösen, allerdings nur innerhalb der jeweiligen Jahrgänge, das betrifft also nur jeweils zwei Klassen. Dringend auf der Suche ist Silke Mahr nach Eltern, die als Schülerlotsen Kindern beim Überqueren der vierspurigen Bundesstraße 43 behilflich sein können. Nach dem Wechsel der Viertklässler an weiterführende Schulen fehlten nun etliche Lotsen, die dazu von der Verkehrswacht eine Ausbildung erhalten können.

Brüder-Grimm-Schule, Mühlheim-Lämmerspiel: Mit voller Stundenzahl und verlässlichen Zeiten kann an der Lämmerspieler Grundschule gestartet werden. „Wir können für jede Klasse einen eigenen Eingang anbieten“, berichtet Leiterin Anja Waldschmidt. Noch nicht am Ende der Planung sei man allerdings beim Sport- und Religionsunterricht. Sport werde man vermutlich, wenn es irgendwie möglich ist, im Freien betreiben.

Markwaldschule, Mühlheim: Eine wahnsinnige Flut an Informationen, die es zu bedenken gilt, die Schulkindbetreuung müsse noch geregelt werden, zudem soll der geplante Schulneubau im Oktober starten: Leiterin Silke Traser hatte keine Zeit, um Besonderheiten zu erläutern.

Montessorischule, Mühlheim: Wie vom Ministerium vorgesehen, werde man starten können, betont Leiterin Brigitte Johannsen. Die Schule sei klein und überschaubar, so haben man sich von Anfang an auf die Vorgaben einstellen können. Einbahnstraßen beim Betreten und Verlassen des Gebäudes seien eingerichtet, zeitlich versetzte Pausen und Unterrichtszeiten ebenfalls.

Otto-Hahn-Schule, Heusenstamm: Gestaffelte Anfangs- und Pausenzeiten für die Jahrgangsstufen habe man vorgesehen, sagt Leiterin Christine Lang. Dennoch fehlen Lehrkraftstunden und Räume, um einen weitgehend normalen Unterricht anbieten zu können. Eigentlich sollten auf dem Gelände weitere Container für Klassenräume stehen. Nach den Angaben von Ursula Luh, Sprecherin des Kreises Offenbach, hatte der Hersteller coronabedingt Lieferprobleme. „Aber Anfang September soll geliefert werden“, kündigt sie an. Die Möbel seien eingelagert, sodass es nur eine Sache von wenigen Tagen sei, bis die Räume dann genutzt werden könnten. Dennoch wird es an der OHS zunächst keinen Fachunterricht geben. Religion, Ethik, Musik und Englisch fallen also vorerst aus. Und die Schulkindbetreuung – nur bis 15 Uhr – werde man, kündigt Christine Lang an, wie an den anderen Grundschulen in der Schlossstadt auch, auf die Unterrichtsräume ausdehnen, um die Jahrgänge unter sich lassen zu können. Die Erzieherinnen sollen dabei zudem von Lehrkräften unterstützt werden. Insgesamt 19 Klassen werden an der OHS unterrichtet.

Matthias-Claudius-Schule, Heusenstamm-Rembrücken: Ein großer Schulhof und ausschließlich ebenerdige Klassenräume, die jeweils eigene Zugänge haben, erleichtern dort die Einhaltung der Regeln, versichert Leiterin Sonja Roggenhofer.

Adalbert-Stifter-Schule, Heusenstamm: Jeder Jahrgang werde einen Eingang zum Gebäude haben, erläutert Sandra Berz, stellvertretende Leiterin. Und den Pausenhof habe man in vier Abschnitte geteilt. „Wir haben Spieleboxen vorbereitet, damit die Kinder in den Pausen beschäftigt sind, auch wenn sie nicht wie sonst toben können“, verrät Sandra Berz.

Sonnentauschule, Obertshausen: Noch viel zu tun gibt es für die Sonnentauschule, die in der kommenden Woche auch eine neue Mensa im benachbarten Neubau des Familienzentrums in Betrieb nimmt. Da dort wegen Corona noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sind, müsse man mit vielen Provisorien leben, berichtet Schulleiter Mischa Sendelbach. So komme das Mittagessen am Montag und Dienstag vom Caterer. Auch Tische und Stühle fehlen und werden vorerst durch Mobiliar von Stadt und Schule ersetzt. Die Regeln des Landes könne die Schule gut umsetzen. Die Einschulung in den sechs Eingangklassen hat man auf zwei Tage aufgeteilt, jeweils zwei Klassen starten dann gleichzeitig.

Joseph-von-Eichendorff-Schule, Obertshausen: Mitten in der Konferenz haben die jüngsten Vorgaben am Donnerstag die Lehrer der Eichendorff-Schule erreicht, bedauert Leiterin Alexandra Hahn. Gerne hätte man die Eltern früher informiert. Mit der Umsetzung der Vorgaben hat die Schule kein Problem. Die Jahrgangsstufen bleiben in den Pausen und in der Nachmittagsbetreuung getrennt. Lediglich die AGs können derzeit nicht stattfinden.

An der Geschwister-Scholl-Schule, Mühlheim-Dietesheim, der Goetheschule, Mühlheim, und der Waldschule, Obertshausen, konnten wir niemanden erreichen.

(Von Claudia Bechthold und Thomas Holzamer)

Mit der Eröffnung der neuen Mensa hat man an der Sonnentauschule in Obertshausen zu kämpfen.

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