Kunden lassen sich wieder locken

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Die Service-Offensive zeigt Wirkung: Autoan-, um- und abmelder finden wieder häufiger den Weg in die Mühlheimer Kfz-Zulassungsstelle im Rathaus.

Mühlheim - Lange galt sie als Sorgenkind, die Kfz-Zulassungsstelle im Mühlheimer Rathaus. „Im vergangenen Jahr mussten wir uns Gedanken machen über das Fortbestehen“, sagt Mühlheims Erster Stadtrat Heinz Hölzel. Von Barbara Hoven

Denn immer weniger Kunden kamen, um die Dienste der Dependance der Kreisbehörde in Anspruch zu nehmen. Eine Entwicklung, die Hölzel und Heike Gallenbacher, Fachbereichsleiterin Sicherheit, Ordnung und Verkehr und damit auch zuständig für die Zulassungsstelle, rasch zu stoppen versuchten. Diverse neue Serviceangebote wurden in den vergangenen Monaten etabliert, um Autoan- , um- und abmeldern den Gang in die Behörde zu versüßen.

Mit Erfolg. Eine „deutliche Steigerung der Einnahmen“ freut sich Gallenbacher in dieser Woche zu vermelden. Das reine Einnahmenplus liege im ersten Halbjahr 2011 bei 16.000 Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Fast genau 10.000 Zulassungen, Ab- und Ummeldungen und andere Vorgänge verzeichnete die Kfz-Zulassung von Januar bis einschließlich Juni 2011. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des Vorjahres waren es nur knapp 8600 Vorgänge. „So gilt die Zulassungsstelle wieder als rentabel“, teilt Hölzel mit, und dass das Fortbestehen nun nicht länger gefährdet sei.

Der für den Bereich Sicherheit, Ordnung und Verkehr zuständige Dezernent sieht die Mühlheimer Kfz-Zulassung geografisch ganz am Rande des Kreises gelegen, die Zweigstelle damit nicht eben im Vorteil gegenüber den Niederlassungen in Seligenstadt und Langen oder gar der Hauptstelle in Dietzenbach.

Dass es nun aber trotzdem mehr und mehr gelinge, wieder mehr Kunden nach Mühlheim zu locken, liege vor allem an den diversen Neuerungen für mehr Service, die nun Früchte trügen. So bietet die Mühlheimer Kfz-Zulassung etwa als erste im gesamten Kreis ihren Kunden über die Homepage der Stadt (www.muehlheim.de) die Möglichkeit, vor dem Gang zur Behörde einen Termin über das Internet auszumachen, um Wartezeiten zu vermeiden. „Das wird ganz extrem genutzt, da überrennen uns die Leute förmlich“, freut sich Gallenbacher. Dabei seien die Wartezeiten ohnehin „sehr gering“.

Auch die Internetseiten der Zulassungsstelle wurden überarbeitet, bieten nun umfassende Infos, Gebührentabellen, Formulare und Nützliches wie die „Tipps und Tricks bei Fahrzeugverkauf“.

Mehr als 100.000 Werbeflyer wurden im Kreis verteilt, um auf das Mühlheimer Angebot aufmerksam zu machen, außerdem wurde im Warteraum eine Kaffeemaschine aufgestellt. Neuerdings steht auch eine Entstempelungsmaschine im Zulassungsbereich bereit und befreit den Bürger von der Pflicht, alte Plaketten mühsam von Hand vom Nummernschild abzukratzen, wenn er sein Auto abmelden will.

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen für die Zulassungsstelle sprachen Hölzel und Gallenbacher im Dezember auch mit Landrat Oliver Quilling, machten dabei unter anderem den Vorschlag, einen Teil der Führerscheinstelle nach Mühlheim zu holen. „Das ist aber leider nicht realisierbar“, so Gallenbacher.

Die Fachbereichsleiterin weist darauf hin, dass Kunden über eine Online-Umfrage auf der Internetseite der Zulassung dauerhaft Gelegenheit haben, Anregungen und Kritik loszuwerden.

Und sie berichtet noch, dass Wunschkennzeichen nach wie vor besonders gefragt sind: Sehr viele Kunden lassen sich diesen Service zwischen 10,20 Euro am Schalter und 12,80 Euro bei Online-Reservierung kosten.

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