Lämmerspieler Markt

Erfolg auch ohne Kunstschaffende

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Viele Besucher gab es auf dem Frühlingsmarkt.

Mühlheim - Der Lämmerspieler Markt des Carneval-Vereins (LCV) ist geschrumpft. Allerdings nur bei der Zahl der Stände, keinesfalls beim Zuspruch. Mehrere hundert Besucher frönen am Wochenende bei einem der ersten Feste unter freiem Himmel. Von Michael Prochnow 

Die Fahrerin einer pinkfarbenen Harley führte die Motorrad-Parade beim Lämmerspieler Markt an. -

Eine Attraktion war die Einfahrt von zwei Dutzend Motorrädern der Marke Harley Davidson. Das würzige Knattern klingt schon aus der Ferne wie Musik in den Ohren so manchen Gasts. Auch Bernd Roth hält es nicht mehr bei den beiden kühlen Blonden am Stehbiertisch. In den Adern von Obertshausens ehemaligem Bürgermeister fließt nicht nur Lämmerspieler Blut, sondern auch Benzin. Der Pensionär schenkte sich selbst zum 60. Geburtstag eine Tour auf der berühmten Route 66, und zwar im Sattel einer der legendären Maschinen aus den USA.
Die Piloten der traditionsreichen Zweiräder haben ihre Geräte noch nicht eingeparkt, da sind sie schon umringt von fachkundigen Herren. Auch Roth begutachtet die heißen Öfen, findet einen, der dem ähnelt, auf dem er durch mehrere Staaten gefahren ist. Aus der Reihe fällt das Krad der „Mad Jane“, es ist in knalligem Pink lackiert. Aber deswegen steht auch in blauer Schreibschrift „Mad“ drauf – „verrückt“. Die anderen blitzen hellblau, türkis, weinrot, pechschwarz oder mit aufgesprühten Airbrush-Motiven. Auch eine „Highway Patrol“ ist dabei.

Ursprünglich vereinten die Karnevalisten mit dieser Veranstaltung auch Kunstschaffende, die Hingucker an Ständen mitgebracht hatten. Darauf haben die Gastgeber verzichtet, erklärt Vorsitzende Sandra Frey, das Geschäft für die Verkäufer lief einfach nicht so gut. Essen und Trinken hingegen geht immer, und so verwöhnen die Fastnachter ihr Publikum nun mit allerlei Leckereien, von der Bowle bis zum Käsekuchen, vom Gerstensaft bis zur Rindswurst.

Fotos: Bestes Wetter beim Frühlingsmarkt in Lämmerspiel

Auch musikalisch ist der LCV, der in diesem Jahr seinen 66. Geburtstag feiert, gut ausgestattet. Am Samstag spielt „Countdown“, eine fünfköpfige Band aus Seligenstadt, die mit Schlager und Oldies begeistert, was die Paare auf der Tanzfläche vor den Musikern beweisen. Ein „Heimspiel“ leisten die „Heimatsterne“, sieben Lämmerspieler Männer an Instrumenten und eine Sängerin, die sich gleichsam Evergreens und aktuellem Pop verschrieben haben. Noch erfolgreicher sind die Närrinnen des Carneval-Vereins. Sie starten am Mittag den Vorverkauf für ihre Damensitzung „Ladyssimo“ im November in der Willy-Brandt-Halle. Bis der erste Kuchen angeschnitten ist, sind alle Karten weg – bis auf sechs. Auf dem Tischplan unter dem Zeltpavillon sind die Plätze ausgestrichen. Da lässt es sich entspannt zurücklehnen und mitfeiern.

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