Landei und Whisky-Fan

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Sonnau-Chef Schelzke (von links) singt mit Ritter Andy Sommer und Ehrensenator Stephan Buschhaus.

Mühlheim ‐ Sportlich-närrisch wird in der Mühlenstadt gewöhnlich die fünfte Jahreszeit begrüßt. Das liegt an der Tanz- und Karnevalsgesellschaft (TKG) Sonnau, die für diese Aufgabe verantwortlich zeichnet. Von Michael Prochnow

Sie geleitet alljährlich am 11. November den neuen Ritter und einen neuen Ehrensenator zwischen akrobatischen Tanz-Darbietungen ihrer vielfach ausgezeichneten Gardemädchen auf die Bühne. Nur im vergangenen Jahr war das etwas anders.

Da feierte die Sonnau ihren 100. Geburtstag und fand keine Zeit, neue Würdenträger zu inthronisieren. Am Donnerstagabend war es aber wieder soweit, im Saal der Sport-Union Mühlheim (SUM) verabschiedeten Karl-Christian Schelzke und Frieder Gruber vom TKG-Vorstand die bisherigen Würdenträger, Ritter Valentin Moll und Ehrensenator Karl-Heinz Henn. Dann wurden die neuen Repräsentanten vorgestellt und mit den Insignien ihrer Ämter ausgestattet: Der Musiker Andy Sommer trägt nun die Narrenkappe des 46. Ritters, Stephan Buschhaus die des Ehrensenators.

Das „Landei“ ist Chemie-Facharbeiter

Der Senator wurde im Siegerland geboren, lebte lange in Irland, von wo er seine Liebe zum Whisky mitgebracht hat. In der Bahnhofstraße führt er mit seiner Frau das „Grand Whisky & Bonjour“. Mühlheim hat er als Lebensmittelpunkt auserkoren, „weil es mir sehr gefallen hat“, schwärmt er.

Ritter Andy kam über Offenbach und den Rodgauer Stadtteil Rollwald in die Mühlenstadt. Das „Landei“ besuchte die Mathildenschule, ist Chemie-Facharbeiter, verheiratet und hat zwei Kinder. Der Träger des dunkelgrünen Mantels hält sich mit Gewichtheben, Radfahren und Gerätesport fit, liebt den Fußball und bekennt sich zu den Offenbacher Kickers. Vielen ist er als Sänger und Musiker bekannt, stand als solcher noch kurz zuvor auf der Bühne. „Mit Fastnacht hat er nix am Hut“, verriet Gruber fein gereimt, doch den närrischen Virus bekomme er „ganz schnell, hier bei der Sonnau, an dieser Stell'“.

Knieend erfuhr der 62-Jährige mit einem Schwert den Ritterschlag, zunächst auf die linke Schulter, „denn da sitzt des Ritters Herz, sein Mut und aach sein Sinn für Scherz“. Die rechte Seite stehe für „Recht und Menschlichkeit“. Der so Ausgezeichnete hätte „nie im Leben daran gedacht, dass man mich einmal in Mühlheim zum Ritter macht. Daran sieht man, dass man hier keine Grenzen kennt.“ Gemeinsam mit dem Ehrensenator gelobte Sommer, die Heimatstadt zu lieben, ausgelassen Fastnacht zu feiern und eifrig „Müllem – Müllau“ zu rufen. Mit dem ausgestreckten kleinen Finger der linken Hand versicherten die Vereinsvertreter im nicht ganz gefüllten Saal, „fleißig und treu“ die Veranstaltungen zu besuchen.

In Achtzeilern freute sich zunächst Parlamtenschef Klaus Weyer, dass mit dem 46. Ritter der „Sommer“ zurückkomme. Bürgermeister Bernd Müller sprach als Kappenträger der Dietesheimer Kolpinger Glückwünsche aus, für die SPD gratulierte Daniel Tybussek, für die CDU Peter Kilian. Mit ihren Prinzenpaaren der alten Kampagne gratulierten die Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM) und der Lämmerspieler Carneval-Verein (LCV). Auch der Zugmarschall des Mühlheimer Karnevalvereins (MKV) und Vertreter weiterer Vereine überreichten den Auserwählten Geschenke.

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