Neujahrsempfang im Schanz

Liberaler Wiederaufbau: FDP zurück auf politischer Bühne

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Neustart: Lukas König möchte der FDP neues Leben einhauchen.

Mühlheim - Mit einer jungen Garde um den 21-jährigen Lukas König tritt die FDP zurück auf die politische Bühne in der Mühlenstadt. Beim Neujahrsempfang im Schanz stellt der Stadtverband seine Pläne vor. Von Michael Prochnow

Es gibt wieder eine FDP in der Mühlenstadt. Zu verdanken ist das dem 21-jährigen Lukas König. Der Student ist Initiator und Vorsitzender des Stadtverbands. Seine Mitstreiter sind sogar noch jünger. Beim Neujahrsempfang der Freien Demokraten im Schanz stellte sich der neue Motor der Liberalen vor, begrüßte Parteifreunde und Vertreter anderer politischen Gruppen unter den Gästen.

Die Freidemokraten verschwanden 2015 aus der Mühlheimer Parteienlandschaft. König hat die liberale Idee für sich nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen im Bund für sich entdeckt: „Ich bin voller Überzeugung Mitglied einer Partei geworden, die für ihr Programm, ihre Versprechen steht.“ Am 22. Oktober vergangenen Jahres hat er mit weiteren Studenten und Schülern „eine liberale Basis geschaffen“ und die Runde mittlerweile vergrößert.

Sie wollen zur Kommunalwahl 2021 mit einer eigenen Liste antreten und ins Stadtparlament einziehen, „um Mühlheim noch schöner, sicherer, liberaler zu machen“. Mit den anderen Kommunalpolitikern wünscht sich König eine „gute Zusammenarbeit und rege, spannende Diskussionen“.

Gastredner Oliver Stirböck, aktuell digitalpolitischer Sprecher im Landtag, lobte: „Toll, dass das Projekt Wiederaufbau jetzt gelungen ist, dank junger, engagierter Leute, die bereit sind, in die Politik einzusteigen“. Der Offenbacher sieht die FDP als „veränderte, eigenständige, selbstbewusste, mutige Partei“. Das war zu Zeiten der Zweitstimmenkampagne anders: „Das darf sich nicht wiederholen.“

Zu diesem „neuen“ Stil zählt die Einladung an Stadtbrandinspektor Lars Kindermann. Er schilderte die ehrenamtliche Aufgabe von 140 Einsatzkräften an drei Stützpunkten. Auch sie brauchen „junge Leute und eine gute Ausrüstung“, die gewähre die Stadt, dankte Kindermann und fügte hinzu: „Es ist gut, wenn die Parteien hinter der Feuerwehr stehen.“

Der Europakandidat der Freien Demokraten für Offenbach-Land, Luka Sinderwald, warb für die EU: „Wir vergessen oft, dass wir über den Luxus verfügen, entscheiden zu können, wo wir sein wollen.“ Es sei an der Zeit, das „Lebensgefühl Europa“ zu verbreiten, jungen Leuten „klarzumachen, was sie an Europa haben“.

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Der FDP-Fraktionschef im Landtag, René Rock, lobte ebenfalls die jungen Mühlheimer Liberalen für den Mut, einen Neuanfang zu wagen- In seiner Rede betonte Rock: „Mauern und Zäune können keine Lösung sein, nur ein Zeichen der Schwäche. Menschen, die etwas für unsere Gesellschaft beitragen können, sollen eine Chance haben, zu uns zu kommen, sich einzubringen und zu integrieren.“ Andere müssten konsequent in ihr Heimatland zurückgebracht werden, sagte er im Schanz. Kritik Richtung schwarz-grüner Landesregierung konnte der Seligenstädter sich auch nicht verkneifen: Kein Bundesland gebe pro Kopf weniger für die Schulen aus. Und das Elektroauto werde „von denen subventioniert, die es sich nicht leisten können“.

Im Hinblick auf die AfD, aber auch auf „Die Linke“ sagte Rock: Die etablierten Parteien seien verpflichtet, das Wahlergebnis anzuerkennen, nicht aus Angst heraus andere Fraktionen zu ignorieren. „Wir Liberale lieben die Menschen so, wie sie sind, wir sind nicht die Zuchtmeister der Nation“.

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