Am liebsten Fisch

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Thomas Stach (links) mit Küchenchef Jens Woitzik beim Kochen im Hotel Waitz.

Mühlheim ‐ Früher wollte Thomas Stach mal Mechatroniker werden. Doch dann hat ihm ein Freund von den Vorzügen des Koch-Berufs erzählt. Heute ist der 22-Jährige einer der besten Nachwuchsköche in der Region. Von Heiko Wiegand

Derzeit noch in der Ausbildung im renommierten Hotel Waitz in Lämmerspiel, hat der aus Oppeln in Polen stammende Stach jüngst den begehrten Achenbach-Preis für Nachwuchs-Köche in der Regionalausscheidung gewonnen. „Nun bereite ich mich auf die bayernweite Runde vor“, erzählt der sympathische junge Mann. Die findet Ende April am Tegernsee statt. Und auch die will Stach gewinnen, „damit ich mich für den Bundesentscheid in Frankfurt qualifiziere und auch dort ganz vorne lande.“

Der selbstbewusste Koch, im Waitz noch bis Juni unter Ausbildungsvertrag, hat die Übernahme bei seinem derzeitigen Arbeitgeber schon angeboten bekommen. Und zugesagt. Der junge Mann will in seinem Beruf ganz nach vorne. Derlei berufliches Engagement unterstützt Steffen Waitz nach Kräften. Der Hotelchef lässt Thomas Stach und Küchenchef Jens Woitzik den nötigen Raum, um sich auf die Wettbewerbe vorzubereiten. „Er ist sehr zuverlässig und kreativ. Er hat Ideen und ist mir und dem Unternehmen gegenüber loyal. Ich bin zufrieden mit ihm“, stellt Woitzik seinem Zögling ein hervorragendes Zeugnis aus. 15 Köche stark ist die Brigade des Lämmerspieler Hotels - und damit eine der großen in Hessen.

„Ich habe schon immer gerne gekocht.“

Stachs Sieger-Menü bei der Regionalentscheidung des Achenbach-Preises liest sich ausgesprochen spannend. Vorspeise: Eintopf aus Saibling, Zander und Hecht mit Fenchelgemüse und Kirschtomaten-Crostini. Als Zwischengang servierte er handgemachte Tagliatelle mit gebratenen Schwarzwurzeln in Estragonschaum. Für die Hauptspeise schmorte Stach Kalbshaxe in Rotweinsauce, dazu gab‘s Wurzelgemüse und Kartoffelkrapfen aus Brandteig. Sehr raffiniert war auch das Dessert des Regionalsiegers: Ziegenfrischkäse im Parmaschinken-Mantel gebraten, nebst einer Ziegenfrischkäse-Pistazien-Praline an Birnen-Chutney, garniert mit karamellisiertem Radiccio. Holla!

„Ich habe schon immer gerne gekocht, früher auch zu Hause“, verrät Stach. Wenn er heute daheim bei seiner Freundin ist, mag er‘s gern deftig. Ein saftiges Rumpsteak aus der Pfanne vielleicht.

Thomas Stach ist ein Nachtmensch. Das kommt ihm in seinem Beruf zugute. „Er steht in der Küche, wenn die anderen feiern“, sagt Hotelchef Steffen Waitz. „Aber das haben wir ihm vorher gesagt.“ Der talentierte Nachwuchskoch schmunzelt: „Frühstücksdienst mache ich nicht so gerne.“ Und am liebsten arbeitet er mit Fisch. „Das ist am vielseitigsten.“

Steffen Waitz rät jungen Kollegen später mal zur Wanderschaft: „Die sehen dann viel, was sie sonst nicht sehen würden.“ Waitz selbst hat auch in den USA einiges gelernt. Das könnte sich Stach später ebenfalls vorstellen. Aber jetzt, jetzt will er erstmal den Bundespreis des Achenbach-Wettberwerbes nach Lämmerspiel holen.

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