Grüner Umweltpreis an Lämmerspiels OGV

Lohn und Lob für Streuobstwiese

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Den ersten Umweltpreises des Grünen-Kreisverbands überreichte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (2. v. l.) an den Obst- und Gartenbauverein Lämmerspiel.

Mühlheim - Um Bestätigung für seine Mühen um ökologisch wertvollste Streuobstwiesen zu bekommen, müsste Lämmerspiels Obst- und Gartenbauverein Mühlheim eigentlich nicht mal verlassen.

Keiner in der Stadt, der nicht eine ehrlich gemeinte Lobeshymne auf das Engagement anstimmen würde. Der kleine Ausflug in die Urberacher Kelterscheune hat sich für den Vorstand der Naturnahen trotzdem richtig gelohnt. Hessens Umweltministerin Priska Hinz verlieh dem Verein dort den erstmals vergebenen „Grünen Umweltpreis“ des Grünen-Kreisverbands. Das ist mit viel Ansehen verbunden und mit ja auch nicht zu verachtenden 500 Euro. Ausschlaggebend, erinnerte Hinz in der Laudatio, sei die im Mai dieses Jahres eröffnete Streuobsterlebniswiese des Vereins (wir berichteten). Mit dem Projekt am Ortsrand von Lämmerspiel haben die Mitglieder in vielen Arbeitsstunden ein rund 1000 Quadratmeter großes Wiesengrundstück entbuscht, begradigt, gemulcht und Apfelbäume drauf gepflanzt.

Daneben findet man dort ein kleines Wiesenbiotop mit seltenen Gräsern, einen alten Baum mit Stammhöhle, einen Birnbaum, eine Brombeerhecke. Für Besucher wurden die Bäume mit Schildern versehen, die die alten Apfelsorten und ihre Verwendung beschreiben. Im Eingangsbereich gibt es eine große Informationstafel zum Projekt und zur Tier- und Pflanzenwelt einer naturbelassenen Streuobstwiese. Die Streuobsterlebniswiese sei ein interessantes Ausflugsziel für Naturliebhaber, würdigte Priska Hinz. Wichtig sei das Projekt aber auch schon wegen der großen Bedeutung der Streuobstwiesen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

„Der Preis macht uns stolz und gibt uns auch neue Motivation“, dankte Bernd Schwerzel, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins. Das Preisgeld werde selbstverständlich in die Weiterentwicklung des Projekts Streuobsterlebniswiese investiert. Neben dem aktuellen Projekt würdigte die Jury auch, dass der Verein in den 83 Jahren seines Bestehens generell „mit vielen Projekten positiv gewirkt hat“, wie es Priska Hinz ausdrückte. Von Beginn an habe sich der Verein nicht nur dem Schutz und der Pflege des Obst- und Gartenbaus, sondern auch der Landschaftspflege verschrieben. Neben öffentlichen Baumschnittlehrgängen organisiert er in jedem Herbst groß aufgezogene Erntedankausstellungen.

Ein Traumhaus aus Stroh: Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen

Zudem sind die Mitglieder am Lämmerspieler Weinberg aktiv. Und auch um die Reinigung der Außenanlage der St. Lucia-Kirche kümmern sie sich mehrfach im Jahr. Bei Wanderungen, Besichtigungen und Ausflügen kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. 1998 hatte der Verein den Umweltpreis der Stadt Mühlheim erhalten. Der Umweltpreis der Kreisgrünen soll künftig quasi als Ersatz für den Umweltpreis des Kreises jährlich an Einzelpersonen, Initiativen oder Vereine verliehen werden.

ey

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