Machen, nicht meckern

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Alfons Ott.

Mühlheim ‐ Die Spannung zwischen seinem vielfältigen Tun und seiner Ausgeglichenheit, seiner inneren Ruhe, fasziniert. Alfons Ott sitzt an diesem frühen Sommermorgen mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon und blickt auf die Häuser gegenüber. Von Heiko Wiegand

„Ja, die Lämmerspieler sind traditionell veranlagt. Die Vereine spielen eine große Rolle. Aber man ist bei allen gewachsenen Strukturen auch offen - vor allem denen gegenüber, die von anderswo hierhergezogen sind.“ Der 57-Jährige sieht sich als typischen Vertreter des gerade beschriebenen Menschenschlags. Tut für sein Lämmerspiel alles - zuletzt, wir berichteten darüber, hat er als Projektpate zusammen mit anderen dafür gesorgt, dass das Gelände zwischen den Bächen gleich hinter dem Ortszentrum ansprechender gestaltet wird.

Alfons Ott gehört nicht zur Spezies des örtlich wie intellektuell beschränkten Vereinsmeiers, hat beruflich und privat weit über den Lämmerspieler Tellerrand hinausgeblickt. Und doch ist dieses Lämmerspiel sein Zentrum, ganz unbestritten. „Machen muss man, verbessern - und nicht meckern. Meckerer gibt‘s hier genug. Besserwisser noch viel mehr.“ Ott macht. Zum Beispiel in der Pfarrei St. Lucia. Der katholische Christ sitzt als stellvertretender Vorsitzender im Verwaltungsrat, kümmert sich dort um die Finanzen der Gemeinde. Ott ist Mitglied im Pfarrheim e.V. und seit vielen Jahren bei der Kolpingfamilie. Bei den Lämmerspieler Ortsvereinen mischt er mit, seit 1978. Im Kerbausschuss bringt er sich ein, um mitzuhelfen, das Fest zu organisieren. Alfons Ott engagiert sich bei der Lämmerspieler Geschichtsgruppe und sorgt als stellvertretender Schiedsmann der Stadt Mühlheim dafür, dass Nachbarschaftsstreitigkeiten beigelegt werden, bevor sie vor Gericht landen.

Ort für Jugendliche organisieren

Er spricht von einer „lebenswerten Gemeinschaft“ in dem 4000-Einwohner-Ort. Und die will er helfen zu erhalten und zu entwickeln. Ott will sich etwa um einen Ort kümmern, an dem sich diejenigen Lämmerspieler Jugendlichen treffen können, die nicht in einem Verein organisiert sind oder in der Pfarrei. „Für die muss es schließlich auch was geben.“ Er hat schon eine Idee, wo dieser Treffpunkt vielleicht später mal sein könnte. Aber da müssten noch einige Gespräche im Vorfeld geführt werden. Das sei eigentlich alles noch gar nicht so recht spruchreif.

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