Markwaldtheater in Mühlheim

Märchen ohne Happy End

Mühlheim - Kein Happy End für das nächste Weihnachtsmärchen des Markwaldtheaters - und nicht mal ein glücklicher Beginn: Das Mühlheimer Ensemble hat die schon geplante Produktion abgeblasen. Von Marcus Reinsch

Die Miete für Proben und Aufführungen in der Willy-Brandt-Halle sei einfach nicht mehr zu bezahlen. Im Grimm-Jahr 2013 hatte es eigentlich ein Grimmsches Märchen sein sollen. Hänsel und Gretel, Brotkrumenspur, böse Hexe, dazu das Kinderballett aus Dietesheim und alles weitere Drum und Dran, das den Stücken des Markwaldtheaters seit jeher volle Säle bescherte.

Beim 2012er-Weihnachtsmärchen allerdings gab es einen Absturz. Die Premiere von „Peterchens Mondfahrt“ war wie immer voll; eine der beiden für Schulen und Kindergärten geplanten Vorstellungen für fünf statt sechs Euro Eintritt allerdings fiel mangels Anmeldungen flach. Ein Verlust für die Theaterlandschaft - Miese für den Theaterverein.

Die kann er sich nicht leisten, streicht nun also Hänsel und Gretel „aus Kostengründen“, wie Theaterchefin Ilona Goldmann gestern am Telefon bestätigt. „Wir sind darüber sehr traurig“, sagt sie, aber „da wir kein eigenes Haus haben, wären wir auf die Halle angewiesen“. Und die sei, trotz eines gewissen Entgegenkommens seitens der städtischen Bürgerhaus GmbH, zu teuer. Der Versuch, noch einmal an dieser Stellschraube zu drehen, sei gescheitert, sagt Goldmann.

Den Eintritt zu erhöhen, sei keine Alternative. „Wir möchten schließlich Kultur für Kinder und Jugendliche zu einem für alle bezahlbaren Preis anbieten.“ Leider treffe das Aus für diesjährige Märchen nun „auch unsere Jugendlichen und Kinder, die immer begeistert mitspielen. Schade, denn das sind unsere Nachfolger!“ Einfacher sei es bei den Produktionen für Erwachsene. Da decke der höhere Eintrittspreis die Kosten besser. Das Stück „Sonnyboys“ im März sei also nicht in Gefahr.

Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Bürgerhaus GmbH, bedauert auf Anfrage die Entscheidung. Verändert seien allerdings nicht die vertraglich vereinbarten Mietkonditionen für die Halle, verändert habe sich die Resonanz auf die Aufführungen für Schulen und Kitas. Und da sehe er für das Markwaldtheater durchaus genug Potenzial, wieder mehr Interesse zu erzeugen.

Markwaldtheater amüsiert in Willy-Brandt-Halle

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