Gescheiterte Wiedereröffnung

Maintaler Fähre steht nach nur vier Stunden wieder still

+
Die Mainfähre ist am Tag ihrer Jungfernfahrt wieder außer Betrieb.

Kurz nachdem die Fähre wieder in Betrieb genommen wurde, brach das Seil, mit dem sie über den Main fährt. Ein Mitarbeiter sprang sofort ins Wasser.

Mühlheim - Es hätte wohl eines ausgesprochenen Zweckpessimisten bedurft, um das vorherzusagen: Nachdem die fast zweijährige Zwangspause der Fähre gestern beendet schien, war die Freude auf beiden Mainseiten groß. Allerdings wurde sie in Maintal und Mühlheim schnell getrübt. Nur wenige Stunden nach dem Start, gegen 11 Uhr, wusste Reinhard Nickel, Mühlheims stellvertretender Stadtbrandinspektor, dass die MS Dörnigheim manövrierunfähig ein Stückchen stromaufwärts von der Anlegestelle auf der Maintaler Seite treibt. 

Gebrochenes Seil verhedderte sich unter der Fähre

Augenzeugen berichten aber, dass es auch schon früher gehakt haben muss. Bei der MS Dörnigheim, so informiert Andreas Rieger, Sprecher beim Hessischen Bereitschaftspolizeipräsidium, handelt es sich um eine Gierseilfähre, die die Strömung des Mains zur Fortbewegung nutzt und an einem Drahtseil hängt. Und eben ein solches Seil war nun gebrochen und verhedderte sich unter der Fähre. Aus eigenem Antrieb, erläutert Rieger, hätte sie nun nicht mehr anlegen können. 

Lesen Sie hier unseren Live Ticker zu den Ereignissen am Montag.

Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Nickel berichtet, man habe sofort ein Boot geschickt, um sich ein Bild zu machen. Die Maintaler Feuerwehr sei hinzugekommen und habe die Einsatzleitung übernommen. Vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Aschaffenburg kamen die Instruktionen, während die Wehr die Fähre mit einer Seilwinde sicherte. Mit dem Arbeitsschiff Kinzig, so berichtet es Marisa Schneider, Fachbereichsleiterin beim zuständigen Amt, sei es dann gelungen, die Fähre zurückzubringen. Komplikationen habe es keine gegeben. Gerade wenn eine solche Fähre weiter abtriebe, bestünde durchaus die Gefahr einer Kollision mit einem Güterschiff, da diese nicht schnell bremsen können. Rund zwei Stunden habe die Prozedur gedauert. 

Mitarbeiter der Fähre versuchte, sich um das Seil zu kümmern und sprang ins Wasser

Die Pendler, die mit ihren Autos eigentlich nach Mühlheim umsetzen wollten, laut dem Amt waren es zwei Pkw, strandeten also wieder auf der Maintaler Seite. Der Main war zwischenzeitlich für die Flussschifffahrt gesperrt. Ein Mitarbeiter der Fähre, berichtet Nickel, habe im Wasser noch versucht, sich um das Seil zu kümmern. Das blieb allerdings ohne Erfolg, um den Frierenden kümmerte man sich am Ufer. Noch keine Erklärung hatte Nickel dafür, dass sich die Fähre um 180 Grad gedreht habe. 

Zu keinem Zeitpunkt, heißt es in einem Schreiben des Kreises Offenbach, habe laut dem Einsatzleiter der Feuerwehr Maintal, Stefan Koller, eine Gefahr für die Halter der beiden Fahrzeuge oder die anderen Passagiere bestanden. „Die Situation sah spektakulärer aus als sie eigentlich war.“ Auch Landrat Oliver Quilling, Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann und Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek machten sich am Mainufer ein Bild der Lage. Der Landrat betonte: „Natürlich haben wir uns einen anderen Start des Fährbetriebs gewünscht. Wir arbeiten nun eng mit der ermittelnden Wasserschutzpolizei, dem zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt sowie dem Fährbetreiber Mahir Kolbüken zusammen, um den Vorfall schnellstmöglich aufzuarbeiten.“ Ebenso dankte er den Feuerwehren Mühlheim, Maintal und Hanau für ihren schnellen Einsatz. Einen Grund für den Vorfall kann der Kreis noch nicht nennen. „Fachleute des Wasser- und Schifffahrtsamtes befassen sich aktuell mit der Ursachenermittlung und haben die Fähre zu diesem Zweck vorerst stillgelegt.“ 

Wann die Fähre wieder betriebsbereit ist, steht noch nicht fest

Die Winde der Hochseilanlage hatte der Kreis erst im vergangenen Jahr erneuern lassen. Die MS Dörnigheim erhielt am 26. Juni 2019 das vorläufige Fährzeugnis durch das Wasser- und Schifffahrtsamt, mit dem sie in Betrieb gehen konnte. Wie es nun weitergeht und wann die Fähre wieder fährt, will der Kreis kundtun, sobald nähere Erkenntnisse vorliegen.

Von Christian Wachter

Lesen Sie auch:

Feuerwehr rettet vier Ruderer aus dem Main

Hohe Wellen bringen ein Ruderboot auf dem Main zum Kentern. Doch die Ruderer haben Glück im Unglück.

Passagierin droht mit Bombe – Bundespolizei im Einsatz

Am Frankfurter Flughafen ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Eine Passagierin hatte kurz vor dem Start ihres Fluges mit einer Bombe gedroht.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare