„Make Mühlheim small again“

„Die Partei“ ist erstmals in Mühlheim bei der Kommunalwahl dabei und legt ihr Programm vor

„Die Partei“ tritt erstmals bei der Kommunalwahl in Mühlheim an.
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„Die Partei“ tritt erstmals bei der Kommunalwahl in Mühlheim an.

Nun hat auch „Die Partei“, die zum ersten Mal zur Kommunalwahl in der Mühlenstadt antritt, ihr Programm für den 14. März vorgelegt. Im Gegensatz zu den seitenreichen Papieren der anderen Mitbewerber hält der Mühlheimer Ableger der 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins Titanic  gegründeten Partei es relativ kompakt: Die Forderungen der mit 15 Kandidaten antretenden Partei finden auf zwei Seiten Platz.

Mühlheim – Das Grußwort an das „Wahlvolk“ gibt gleich die Richtung vor: „Die Partei ist ein junger und neuer Politikanbieter, der das erste Mal in Mühlheim am Main zu einer Kommunalwahl antritt. Im Gegensatz zum etablierten Politikbetrieb in Mühlheim versprechen wir nichts, was wir nicht halten können und halten nichts, was wir versprochen haben.“

Im Parlament herrsche zu oft Kleinkrieg, der ins Persönliche gehe.

Der für die Satire-Partei typische Satz, „Wähle Die Partei – sie ist sehr gut“, darf natürlich auch nicht fehlen und prangt gleich auf der Titelseite. Man habe im Programm das aufgegriffen, „was uns in der Stadt aufgefallen ist“, sagt Helge Kuhlmann, neben Vincent Hoff Spitzenkandidat der Partei. Hoff und Kuhlmann sind zudem auch die einzigen, die Mitglieder in der Partei sind. Die weiteren 13 Kandidaten habe man danach ausgesucht, „wer etwas zu sagen hat“, so Kuhlmann, der ein junges Team zwischen 22 und 42 Jahren um sich geschert hat. Das Ziel ist klar: „Wir streben 100 Prozent plus x an“, sagt der 28-Jährige. Mit einem Sitz in der Stadtverordnetenversammlung rechnet er schon, „auch ein zweiter ist drin“.

In großen Lettern steht im Wahlprogramm: „Make Mühlheim small again“. In der Stadt werde alles gesagt, aber nicht gehandelt. Der Bürgermeister regiere durch, die CDU fungiere als Mehrheitsbeschaffer und der Rest werde nicht gehört, sagt Kuhlmann. Und so heißt es im Programm: „Mühlheim benimmt sich wie eine Großstadt, ist und bleibt aber ein Dorf. Da Mühlheim nichts anderes sein möchte, machen wir es gemeinsam zu dem, was es ist.“ Im Parlament herrsche zu oft Kleinkrieg, der ins Persönliche gehe. Dabei werde die eigentliche Sache ganz vergessen, sagt Kuhlmann, der sich am liebsten nach der Wahl wechselnde Mehrheiten und auch mal Entscheidungen über die Parteilager hinweg wünscht. „Wenn jemand eine gute Idee hat, muss man das auch unterstützen“, findet Kuhlmann und nennt etwa den von den Grünen nun eingebrachten Vorschlag, Mühlheim zu einem „sicheren Hafen“ für Geflüchtete zu machen (wir berichteten) als Beispiel.

„Die Partei“ will „Mühlheim 21“

Eine weitere Forderung der Partei nennt sich „Mühlheim 21“: Da der Verkehrsversuch auf der B 43 gescheitert sei, wolle man die B43 von der Fährenstraße bis zur Albertstraße unter die Erde verlegen. Zudem wolle man Bauprojekte „neu denken“. „Als Ersatz für das Hotel Waitz wird auf dem frei gewordenen Areal das LSP (Lämmerspiel State Prison) gebaut.“ Man könne die natürliche Barriere Wald „sinnvoll nutzen“ und Lämmerspiel zu einem Gefängnis umgestalten, meint Kuhlmann. Das würde auch Mühlheim und Dietesheim größer machen, meint er. Allerdings ist dieser Punkt wie viele andere auch im Programm mit einem Sternchen gekennzeichnet. Das heißt, man gebe keine „Gewähr auf Erfüllung dieses Punktes“. Das trifft auch auf die Fährverbindung zu, die die Partei durch einen Lastzeppelinverkehr wieder aufleben lassen will. Dabei solle die „vorhandene Infrastruktur“ weiter benutzt werden.

Weiter will sich die Partei für „transparente Korruption“ einsetzen und macht eine klare Ansage: „Für verdeckte Spenden an uns und Hinterzimmergeschäfte mit uns werden Quittungen und Bescheinigungen ausgestellt“.

Unter „Sonstiges“ hat die Partei noch folgenden Satz gelistet: „Irgendwas gegen Nazis und für Kultur und Bildung.“ Jedenfalls sei Mühlheim schon zu lange Opfer von schlechter Politik geworden, schreibt die Partei auf ihrer Facebook-Seite. „Ein paar mutige Bürger haben diesen Missstand beseitigt und geben Mühlheim nun die seriöse Politik, die es verdient. Wir bieten bierreiche Stammtische, seriöse und ernst zu nehmende Politik und viel Spaß!“ (ron)

Infos im Internet: facebook.com/dieparteimuehlheimammain

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