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Wie sich Schüler Mühlheim im Jahr 2030 wünschen

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Wie könnte Mühlheim im Jahr 2030 wirklich aussehen? Diesem Gedankenspiel haben sich drei Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums gestellt.
Wie könnte Mühlheim im Jahr 2030 wirklich aussehen? Diesem Gedankenspiel haben sich drei Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums gestellt. © Häsler

Fliegende Autos, eine Partnerstadt auf dem Mars – und in die Schule gehen ist längst veraltet, die findet nämlich allein online statt. Zumindest Letzteres klingt gar nicht mehr so futuristisch wie noch vor ein paar Jahren. Doch wie könnte Mühlheim im Jahr 2030 wirklich aussehen? Diesem Gedankenspiel haben sich drei Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG) gestellt.

Mühlheim – Die 18-jährigen Leonie Werner, Luis Haag und Julian Knab sind in Mühlheim aufgewachsen und besuchen die 12. Klasse am FEG.

In ihrer Freizeit spielt Leonie Badminton und ist Teil eines Autorenzirkels; die Leistungskurswahl Deutsch und Englisch liegt also nah. Luis liebt den Fußball und trainiert eine Jugendmannschaft. Außerdem spielt er Klavier und hat einen Hund. Seine Leistungskurse sind Deutsch und Physik. Julian brennt für die Musik: In der Schulband spielt er nicht nur Klavier, sondern singt auch. Darüber hinaus fährt er Rennrad. Entschieden hat er sich für die Leistungskurse Mathe und PoWi (Politik und Wirtschaft). Über Mühlheim im Jahr 2030 haben sich die drei bis jetzt noch nicht so viele Gedanken gemacht. Doch wie sähe es dort aus, wenn es in ihren Händen läge?

Sie sind sich einig: Es gibt doch einige Stellschrauben, an denen man in Mühlheim drehen könnte. Gerade was Umweltschutz und Bürgerinitiativen angeht, sehen sie Ausbaumöglichkeiten. So wünschen sich Leonie und Luis mehr lokale Projekte wie etwa Müllsammel-Aktionen, bei denen auch Schulen mitwirken können. Julian schließt sich an: „Ich würde mir wünschen, dass es mehr Platz für Fahrradfahrer gibt“, sagt er. „Die einspurige Regelung auf der B 43 etwa finde ich als Radler super, das kann gerne auch auf der Hauptstraße Richtung Hanau umgesetzt werden.“ Was die Ausgehmöglichkeiten angeht, sei ebenfalls noch Luft nach oben. Bowling, Billard und Minigolf seien zwar gut, aber ein Kino oder einige Cafés wären eben auch nett, sind sich die drei einig. Außerdem wünscht sich Leonie mehr Platz für Kreativität und denkt dabei an Kunst- oder Fotografieworkshops.

Es gibt aber auch vieles, was sie jetzt schon gut finden: Für 2030 ist Mühlheim durch die vielen Sportvereine gut aufgestellt. Und auch was die Lebensmittelversorgung angeht, könne man nicht meckern. Gerade die Bahnhofstraße mit ihren kleineren Läden biete viel Abwechslung. Einzig die enorme Anzahl an Sportwettbüros ist dem Trio ein Rätsel.

Apropos Bahnhofstraße: Wie sähe diese perfekterweise im Jahr 2030 aus? Um nicht zu sehr auszuschweifen, gehen sie von 15 zu befüllenden Ladenflächen aus. Buchladen, Bäcker, Café, Gemüseladen, Teeladen, Blumenladen – der Anfang ist schnell gefunden. Restaurants wären auch gut, vielleicht asiatisch und italienisch, eine Bar darf auch nicht fehlen, meinen die Schülerin und die Schüler. Ein Klamottenladen, ein Schuster, eine Drogerie, eine Bank, eine Apotheke. Und was ist mit einem Optiker? Langsam aber sicher geht dem Trio der Platz aus. Künstlerzubehör fände Leonie dennoch gut, Julian wünscht sich außerdem ein Geschäft für Sportzubehör. „Und ganz wichtig: ein Sportwettbüro“, sagt Luis und lacht.

Was ihre berufliche Zukunft angeht, haben die Schüler verschiedene Vorstellungen. Gemein ist zumindest Luis und Leonie die Erkenntnis, dass sie ihren Traumberufen, Filmemacher und Architektin, in Mühlheim kaum nachgehen können. Julian wiederum kann sich durchaus vorstellen, nach seinem Studium nach Mühlheim zurückzukehren – abhängig davon, was er letztlich studieren wird. „Gerade die Bahnanbindung macht Mühlheim sehr attraktiv“, stellt er fest. Ein innerer Konflikt bleibe natürlich bestehen, sagt Luis: „Familie und Freunde sind eben hier. Aber es geht ja letztendlich um einen selbst, und dass man sich im Leben wohl fühlt.“

Ihre Familie, so berichtet Leonie, sei ohnehin über ganz Deutschland verteilt und für sie sei es normal, sich nicht jeden Tag sehen zu können. Da es eine persönliche Entscheidung ist, wo man bleiben möchte, fühlt auch Julian sich nicht verpflichtet, 2030 noch in Mühlheim zu wohnen. In Zeiten der Digitalisierung und virtueller Meetings sei es sicher auch kein Problem, aus der Distanz Kontakt zu halten.

Wie Mühlheim 2030 wirklich aussehen wird? Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Klar ist jedoch: Die Zukunft der Stadt liegt in den Händen der Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Wandel stark machen. (Lucy Gäbler)

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