In Markwald soll die Betreuung wachsen

Mehr Schüler, mehr Schule?

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Zufriedenheit mit dem Heute, Wunschliste für das Morgen: Landtagsabgeordnete mit Markwaldschul-Gastgeberinnen plus Schulamtsleiterin Susanne Reißner und Dezernentin Karin Rosbach.

Mühlheim - Wer in diesen Monaten Markwaldschule hört, aber nur Schulkindbetreuung versteht, blendet was aus: Der wachsende Betreuungsbau auf dem Gelände steht zwar oft im Zentrum des Interesses – er wird für Mühlheim ein Riesensatz im Rennen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Doch auch die Schule selbst könnte mehr Platz gut gebrauchen. Warum, erklärte Rektorin Silke Traser Landtags-Wahlkämpfern. Silke Traser hat da mal was vorbereitet. Wenn die Markwaldschule ab dem nächsten Jahr dreizügig läuft, also mit drei statt bisher zwei Parallelklassen, „brauchen wir vier Räume mehr, auch mehr sanitäre Anlagen, ein größeres Lehrerzimmer, und es fehlen Räume zum Differenzieren.“ Die Botschaft sendet die Schulleiterin an die CDU-Leute Frank Lortz und Ismail Tipi. Der Vizepräsident und der hiesige Abgeordnete des bald neu zu wählenden hessischen Landtags sind zu Besuch, „wollen hören, was los ist, wo wir helfen können“. Vertreterinnen des Staatlichen Schulamts sind auch dabei.

Traser nutzt die Gelegenheit. Wie ihren Amtskollegen auch, haben ihr Kindergartenbedarfsplan und Schulentwicklungsplan deutlich zu verstehen gegeben, dass Mühlheims Schulen künftig ganz bestimmt nicht über zu viel Raum verfügen werden. Alles andere wäre auch unlogisch in einer Stadt, deren Einwohnerzahl wächst.

Politiker Lortz lobt viel („...was hier geleistet wird, ist toll“), findet die niedrigere Entlohnung von Grundschullehrerinnen nicht wertschätzend genug, verweist auf vor allem im Kreis „erheblich angestiegene Schülerzahlen“, spricht von „mittel- und langfristig vernünftige Baumaßnahmen“ und verspricht nichts. „Vor den Wahlen wird nichts mehr passieren, danach werden wir uns in dieser Frage stark engagieren.“

Silke Traser stellt ihr Haus vor: 160 Kinder hat die Markwaldschule momentan. Plus 15, die am Nachmittag einen Vorlaufkurs besuchen. Derzeit werde ein hörbehindertes Kind inkludiert.

Und dann natürlich besagte Schulkindbetreuung. Je 25 Mädchen und Jungen werden momentan im Schulgebäude und im Hort außerhalb des Unterrichts umsorgt. Bis Januar, wenn das neue große Betreuungshaus fertig ist, werde das Betreuungspersonal des Fördervereins mit den Erzieherinnen des Horts verzahnt. Die Leitung übernimmt die Stadt. Die Zusammenarbeit mit Eltern und Kommune laufe sehr gut, hebt die Schulleiterin hervor. Der Förderverein, ergänzt seine Vorsitzende Nicole Gattschau, habe 80 Mitglieder, gerade einen neuen Vorstand gefunden und kooperiere eng mit dem Elternbeirat.

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Die Versorgung mit Personal sei durchaus gut, sagt Traser. „Wir können die Stundentafel zu 100 Prozent abdecken, jede Klasse hat zudem eine Förderstunde, für die erste und zweite Klasse gibt’s AGs, externe Kräfte ergänzen die Angebote für die Klassen 3 und 4“. Allein eine Musiklehrkraft sei nicht zu finden. „Das Geld ist da, aber es fehlen ausgebildete Lehrkräfte“, informiert Lortz. Er sieht eine Lösung darin, Kollegen fortzubilden.

Schwierig, wieder Silke Traser: Der Förderunterricht finde heute in Aula oder Gang statt. Daneben vermisse die Schulgemeinde Platz zum Lagern. Dass die Schule keine Turnhalle haben, störe indes nicht weiter, „die Klassen laufen zum Sportzentrum“. Die Bücherei allerdings, die sei eine der größten. „Wir fühlen uns sehr wohl und haben uns arrangiert mit den Bedingungen“, fasst die Gastgeberin zusammen. Auch mit dem Umstand, dass es in der Anlage aus den 70er Jahren „im Sommer zu heiß ist, im Winter frieren wir“. Die Schule wurde bei der großen Sanierungswelle vor zehn Jahren ausgespart.

Die Kooperation mit der Stadt laufe hervorragend, ihre Vertreter zeigten großes Interesse, hob die Pädagogin hervor. Mit dem Kreis sei es schwieriger. Es dauere lange, bis Reparaturen verwirklicht werden. (m/mcr)

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