„Menschen dürfen nicht veröden“

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Kunst und Fotografie zählen zu den Hobbys des Geburtstagskindes. Seine Fotos zieren die Wände vor dem Büro.

Mühlheim ‐ Karl-Christian Schelzke steht unter Strom. Ein Telefongespräch hier, Anweisungen an die Assistentin da, zwischendurch der Blick in die Akten.  Von Jörn Polzin

Für den Schluck aus der Kaffeetasse bleibt wenig Zeit. Die gleichzeitige Arbeit an vielen „Baustellen“, neudeutsch Multitasking, ist dem Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes (HSGB) in Fleisch und Blut übergegangen. Über den Stress in „diesen schwierigen finanziellen Zeiten“ will er sich aber nicht beklagen. Den Wechsel vom Mühlheimer Rathaus an die Spitze des Gemeindebundes anno 1999 habe er nie bereut. Ein Jahr später feierte er seinen 50. Geburtstag. Morgen stößt er mit guten Freunden und Bekannten auf seinen 60. an.

„Ich war sehr gerne Bürgermeister von Mühlheim.“

Wenn ein großes Fest ansteht, ist es auch immer Zeit, das Vergangene Revue passieren zu lassen. Der Blick zurück fällt Schelzke nicht schwer. „Ich war sehr gerne Bürgermeister von Mühlheim“, betont der Dietesheimer. Gerne erinnert er sich an die „Aufbruchsstimmung“ während seiner Amtszeit, vor allem an das „bürgerschaftliche Engagement“ und die Erweiterung der Kulturszene. So wurde das Schanz aus der Taufe gehoben, die „Artificial Family“ gegründet und die Seniorenhilfe gegründet, deren erstes Mitglied er ist. Besonders stolz ist Schelzke auf den Präventionsrat, den er ins Leben gerufen hat. „Das war ein wichtiges Signal im Kampf gegen die Kriminalität.“

Der Staatsanwalt ist mit einer Richterin verheiratet

Mit juristischen Fragen beschäftigt sich der langjährige Staatsanwalt schon alleine Kraft seines Amtes. Und genau jene Qualität war auch mitentscheidend dafür, dass Schelzke den Posten als Direktor des HSGB erhielt. „Die Rechtsberatung von Kommunen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit“, sagt der Familienvater, der mit einer Richterin verheiratet ist.

Dem HSGB gehören derzeit knapp 400 Städte- und Gemeinden sowie 112 Körperschaften des öffentlichen Rechts an. Schelzke steht im ständigen Austausch mit den Rathauschefs, kommt dabei viel herum. „Früher hatte ich mehr Termine, jetzt sind sie dafür weiter entfernt“, erzählt er. Dazu zählen regelmäßige Fahrten nach Wiesbaden und Berlin. Langweilig wird ihm auf den teils längeren Strecken nicht.

Seine Fotokamera hat er stets im Gepäck, um spontane Aufnahmen von Land und Leuten zu machen. Schelzke ist leidenschaftlicher Kamera-Sammler, hat rund 250  Exemplare in einer Vitrine seines Arbeitszimmers stehen. Sein Ziel: Ein Bildband, der den Namen „lebendige Demokratie vor Ort“ tragen soll.

Spenden für die Feuerwehr statt Geschenke

Ein Titel, der sich auch auf seine Wunschvorstellungen im realen Alltag übertragen lässt. „Menschen dürfen nicht veröden, müssen am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, betont der Vorsitzende der TKG Sonnau. In Mühlheim sei dies mit der jüngsten Innenstadt-Offensive und der Vermehrung von Geschäften im Zentrum gelungen.

Den 60. Geburtstag feiert Schelzke morgen mit rund 70 Gästen in einem Dietesheimer Lokal. Die Menschen in der Nachbarschaft seien sehr warmherzig und aufgeschlossen, erzählt er. Um etwas für das Gemeinwohl zu tun, verzichtet der Jubilar auf persönliche Geschenke. Statt dessen sammelt er Spenden für die Freiwillige Feuerwehr Dietesheim, die am Wochenende ihr 125-jähriges Bestehen feiert.

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