Interview mit Yannic Bill (SPD)

Mit Willensstärke und Biss

Yannic Bill
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Yannic Bill

Yannic Bill gehört zu den Wahlgewinnern in der Mühlenstadt.

Mühlheim – Vielleicht auch, weil sich der 28-Jährige vor der Wahl in der Initiative „Die Rechten einsacken“ klar gegen rechte Gesinnungen positioniert hat. Auch war er der Sozialdemokrat, der nicht bis nach der Wahl warten wollte, um Mühlheim als „Sicheren Hafen“ zu deklarieren. Bill spricht über seinen Wahlerfolg und seine Ziele.

Die Wähler haben Sie von Platz 28 auf neun hochkumuliert. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Zuallererst ist das ein gemeinsamer Erfolg für den ich nur Danke sagen kann! Ich glaube aber dieser Erfolg ist im Nachgang auf das Thema Haltung zurückzuführen. Es geht für mich ganz klar darum, sich nicht krumm machen zu lassen, auch wenn es mal wehtut. Ich glaube, ich kann nach den jüngsten Ereignissen sagen, dass ich in dieser Sache zu den glaubhaftesten und ehrlichsten Mühlheimer Sozialdemokraten zähle. Die Wählerinnen und Wähler haben das erkannt und mir ihr Vertrauen geschenkt. Das motiviert mich unfassbar für die nächsten fünf Jahre!

Wie kam es dazu, dass Sie als junger und doch schon erfahrener Lokalpolitiker nur auf Platz 28 gestartet sind?

Unser SPD-Ortsverband bestimmt demokratisch die Liste. Natürlich kann nicht jeder einen guten Listenplatz bekommen. Aufgrund meiner Person und meiner Arbeit der letzten Jahre, gebe ich zu, hat mich dieser Platz aber auch stark verwundert. Andererseits sage ich mittlerweile, dass es gut so war. Diese Willensstärke und diesen Biss habe ich durch die Platzierung noch weiter entwickelt und dieser Biss wird mich und meine Fraktion die kommende Legislatur begleiten und auch stärken. Des Weiteren haben wir an den Ergebnissen ja gesehen, dass es gerade für die neuen und jüngeren Mandatsträger gut war, vorne auf der Liste zu stehen, weil es sonst vielleicht nicht gereicht hätte.

Was wünschen Sie sich für die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung?

Ganz eindeutig: mehr Kommunikation! Ich möchte Brücken zu allen demokratischen Parteien bauen. Wir sollten über (fast) alle Fraktionen zusammen arbeiten. Ich möchte nicht, dass jede Fraktion auf Biegen und Brechen ihre eigene Linie fährt, sondern viel mehr die besten Ansätze aller Demokratinnen und Demokraten im Parlament Gehör für ein Mühlheim mit Zukunft finden. Außerdem sind in vielen Fraktionen glaubhaft antifaschistische Personen ins Parlament eingezogen. Eine breite Masse, um den beiden Herren von der AfD das Leben schwer zu machen.

Welche Ziele haben Sie für die neue Legislatur?

Ich möchte, dass Mühlheim noch bunter, digitaler und kultureller wird. Wir müssen die Pandemie überwinden, um Mühlheim als kulturellen, aber auch als wirtschaftlichen Standort zu erhalten. Ich möchte nicht, dass wir unsere Freizeit in zehn Jahren nur noch in Frankfurt sinnvoll verbringen können. Die Frankfurter sollen zu uns kommen (lacht)! Aber ein kurzer Absatz reicht wohl kaum für eine Erklärung meiner Ziele: Ich freue mich wenn Ihr, wenn Sie mich zu jeder Zeit ansprechen.

Das Gespräch führte Ronny Paul.

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