Die Suche nach dem Nein

Mobilfunkmast: Anwohner holen Anwältin und Politik an Bord

Mühlheim - Die Fronten im Streit um den Mobilfunkmast in der Bahnhofstraße werden härter und breiter. Mittlerweile ist eine Anwältin an Bord. Und Flugblätter von den Gegnern der Mega-Antenne machen die Runde im Städtchen. Von Marcus Reinsch 

Bisher durfte die Kommunalpolitik zugucken, jetzt ist von ihr eine klare Position gefragt: Die Gegner des knapp unter zehn Meter Höhe bleibenden Mobilfunkmasts auf dem Dach der Bahnhofstraße 59 haben alle Mühlheimer Parteien gebeten, ihre politische Macht für eine klares Nein der Stadt zur Installation solcher leistungsfähigen Antennenbäume in Wohngebieten einzusetzen.

Die Rechtsanwältin, die mittlerweile beauftragt ist, habe dazu geraten, darüber hinaus möglichst viele private lokale Akteure hinter dem Ziel zu versammeln, den im Auftrag von Vodafone aufgestellten Mast wieder loszuwerden. Das sei ein starkes Zeichen an die Bundesnetzagentur. Die ist als Empfängerin allen Vor-Ort-Furors maßgeblich, weil sie Mobilfunkbetreibern die Genehmigung für die sogenannten Funkcontainer erteile.

Dass Vodafone überhaupt eine neue Genehmigung brauche, liege daran, dass das Unternehmen die Antenne „modifizierte“, nachdem der direkte Nachbar Ralf Zimmermann Beschwerde gegen die Überbauung eines Teils seines Grundstücks eingelegt hatte. Ein Nein statt ein neues Ja von der Behörde sei aber nur denkbar, wenn ihr „Ängste und Bedenken“ auch bekannt seien.

Besagte Ängste richten sich gegen die Strahlung, die von einem Mast dieser Größenordnung ausgeht. Und auf den Umstand, dass auch Immobilienmakler einen Wertverlust von Häusern unter oder neben einem Mobilfunkmast feststellen. Letzteres macht vor allem Menschen nervös, für die ihr Eigenheim Altervorsorge ist.

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Juristisch gilt das dennoch als wackelige Argumentation. Anwohner um Hans Pollrich haben mittlerweile also alle Parteien um Unterstützung gebeten und auch ein Flugblatt entworfen, auf dem sie ihre Beweggründe erklären. Es liegt unter anderem in Arztpraxen und Kitas aus und soll auch als Protestnote an die Bundesnetzagentur geschickt oder gemailt werden. Bisher, sagt Pollrich, gebe es „fast niemanden, der nicht gewillt war“, das zu tun. Nahezu alle angesprochenen Bürger hätten von dem Funkmast-Problem gewusst. „Sie wussten bloß nicht, was sie persönlich dagegen tun sollen.“

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