Eigene kleine Eisenbahn-Welt

Lebensechte kleine Züge

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Beim Fahrtag der Interessengemeinschaft große Spurweiten lockten die Modellbahnen Groß und Klein an.  

Mühlheim - Die Interessengemeinschaft große Spurweiten aus Mühlheim hat sich ihre eigene kleine Eisenbahn-Welt im ungewohnten Maßstab 1:32 gebaut.

Ratternd springen die beiden Dieselmotoren an, dann setzt sich die Ferkeltaxe in Bewegung. So nennen echte Bahner den dunkelroten Schienenbus. Selbst die Ansage zur Abfahrt ertönt in der Akustik einer Bahnhofshalle – die Digitaltechnik macht’s möglich! Das Modellbahn-Paradies und die Interessengemeinschaft große Spurweiten (IGGS) stellten gestern in ihren Räumen an der Dieselstraße ihre riesigen Anlagen in detailverliebten Landschaften vor. Im Fachgeschäft von Roman Hahn schlängeln sich Züge im H0-Format, Maßstab 1:87, durch eine romantische Bergwelt, durch Tunnel und Dörfer. Vier Bahnfreunde lassen 42 Züge auf 500 Metern Gleis kreisen.

Ein Dutzend Aktive und sieben Förderer aber bevorzugen die Eisenbahnwelt auf Spur 1 im Verhältnis 1:32. Auf der U-förmigen Welt im dritten Stock dampft die Kriegslok der Baureihe 42 übers Gleisbett, originalgetreu in grau, allein das Fahrwerk erhielt den roten Anstrich der Deutschen Bahn, erläutert Sebastian Kreuzinger. Der 30-jährige Informatiker kennt selbst die Feinheiten der Güterwaggons genau: Die Griffe an den knallroten Schuttgutwagen hat er gelb lackiert, so wie bei den Originalen, die Räder erhielten weiße Streifen und über eine Poronfüllung legte er echte Kohle.

Auf die rote Diesellok legte er einen Ruß- und Ölfilm, auf dass die Maschine aussieht, wie man sie aus dem wirklichen Bahnleben kennt. Das sei der Reiz an der großen Spur, erklärt der Bastler. Die Geräusche von den Bremsen bis zum Kurvenquietschen steuern die Bahner von ihrem Smartphone aus übers Internet. Seit fast zehn Jahren arbeiten sie an der Anlage, zuletzt haben sie einen viergleisigen Abstellbahnhof installiert, zeigt Wilhelm Grupe in einen Verschlag an der Wand. Die vier Fahrtage schaffen den Druck, mit einem Projekt fertig zu werden, schmunzelt er.

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Zwischen 300 und 4 500 Euro müssen sie für eine Lok hinblättern, informiert er. Der E10, der schnelle TEE und auch die Landschaftsteile seien Privatbesitz, nur die Kurvenmodule gehören der Gemeinschaft, „damit wir auch noch fahren können, wenn ein Mitglied ausscheidet“.

M.

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