Mücken: Aus dem Markwald werden Rufe von Anwohnern nach städtischen Maßnahmen laut

Klagen über die Plagen

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Will keiner, hat jeder: Gegegnung mit Stechmücken nerven.

Mühlheim - Anwohner des Markwalds sehnen sich nach Linderung der Mückenplage, wie sie es nennen. Sie fragen, warum Mühlheim bisher nicht die Gegenmaßnahmen ergreift, mit denen es die Nachbarstadt Hanau versucht. Von Marcus Reinsch 

Mit den kleinen Zeitgenossen gibt natürlich keine Immobilienanzeige an. Doch für Anwohner „naturnaher Wohnlagen“ gehören sie seit jeher zu einem Erfahrungsschatz, den sie sicher lieber nie gefunden hätten: Stechmücken. Der Markwälder Hubertus Walter hat einen offenen Brief an die Stadt verfasst, in dem er die Zustände schildert und Abhilfe verlangt.
„Wie jedes Jahr sind wir Bewohner im Markwald einer schlimmen Mückenplage ausgesetzt“, schreibt Walter, verbunden mit einer Einladung an die Rathausspitze. Die dürfe gerne mal bei ihm im Tannenweg vorbeikommen, „nachmittags gegen 16 Uhr zu einem Kaffee auf unsere Terrasse, anschließend machen wir dann einen kleinen Spaziergang in den angrenzenden Wald, in dem (...) in den Wassergräben eine dunkle Brühe steht, die Stechmücken einlädt, ihre Eier abzulegen“. Spätestens dann werde klar werden, „dass dieser Zustand so nicht bleiben kann“.

Bisher hat der Mann am klaren Problembewusstsein seine Zweifel. Seinen Worten zufolge fühlt er sich bisher jedenfalls nicht ganz ernstgenommen. „Wie jedes Jahr kennt man im Rathaus dieses Problem, lehnt es aber ab, etwas dagegen zu tun.“ Stattdessen werde empfohlen, Mückenspray und Fliegengitter fürs Fenster zu benutzen.

Doch die können für Walter nicht der Weisheit letzter Schluss sein: Die Stadt „sollte eigentlich davon ausgehen können, dass wir im Markwald solche Abwehrhilfen bereits kennen und sie auch benutzen.“ Also hat der Markwälder die Form des offenen Briefs gewählt, weil er glaubt, dass so „eine größere Mühl-heimer Einwohnerschaft den Mut findet, sich auch auch an Sie zwecks Abhilfe zu wenden“.

Blutrünstige Plagegeister: Kleine Mückenkunde

Einen Stich bei der Stadt versucht er mit dem Hinweis darauf zu machen, wie der Kampf gegen die kleinen Stecher in Hanau gefochten wird. Die Nachbarn „impfen“ stehende Gewässer „schwerpunktmäßig mit dem biologischen Anti-Mücken-Wirkstoff Bacillus thuringiensis israelensis (Bti)“, wie gerade diese Woche in unserer Zeitung zu lesen war. Auch als Servicetipp. Denn zusätzlich können sich betroffene Bürger besagten Wirkstoff in Tablettenform kostenlos in einem Stadtladen abholen, um Regentonnen, Bewässerungsgefäße und Teiche bestücken zu können. „Warum geht etwas in Hanau“, fragt Walter in seinem Brief, „was in Mühlheim nicht gehen soll?“

Die Antwort ist nicht einfach. Das Umweltdezernat, sagt gestern Erste Stadträtin Gudrun Monat auf Anfrage, sei mit dem Thema natürlich befasst. Gefragt sei da aber eben nicht Aktionismus im Form punktueller Sprühaktionen, die in dermaßen waldreichen Gebieten und wegen des flotten Wechsels der Mückengenerationen ohnehin nicht nachhaltig sein können. Und eine flächendeckende Strategie könne auch nicht an den Mühlheimer Grenzen enden, sondern müsse mindestens die ganze Region erfassen. Das sei überdies eine Kostenfrage, nicht unwichtig mit Blick aufs knappe Geld. Die Sehnsucht der Anwohner nach Linderung sei natürlich nachvollziehbar. Über die Ratschläge zum Gegegnsteuern im Privaten hinaus sei die Stadt gerade dabei, Versuche zu beobachten, die beispielsweise in Altarmen des Rheins laufen. Nächste Woche wolle sie zu den Möglichkeiten vor Ort auch ins Detail gehen.

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