Wirtschaft

25-Tonnen-Monstrum wiederbelebt: Die Zach Werkzeugmaschinen GmbH bringt Maschinen wieder auf Vordermann

Das Zach-Team auf der Mammut-Fräsmaschine KFU 3000: Roger Griesfeller (von links), Sabine Barth, Norbert Zach und Jörg Weisel.
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Das Zach-Team auf der Mammut-Fräsmaschine KFU 3000: Roger Griesfeller (von links), Sabine Barth, Norbert Zach und Jörg Weisel.

Unauffällige Fabrik-Fassaden verbergen oft ungeahnte Fähigkeiten von Mensch und Maschine. Sie genießen weltweit einen guten Ruf, während ihre Geschäftstätigkeit vor Ort nur wenig bekannt ist. Das gilt auch für die Zach Werkzeugmaschinen GmbH, die schon so manchem Unternehmen mit idealen Lösungen und den passenden Maschinen geholfen hat. Gerade bringt das erfahrene Team an der Carl-Zeiss-Straße neben vielen kleineren Apparaturen eines der größten Fräszentren in Schuss.

Mühlheim – Die computergesteuerte Bettfräsmaschine KFU 3000 kann Rahmen, Gehäuse und andere spezielle Teile bearbeiten, die bis zu drei Meter lang und 1,20 hoch sind. Das Monstrum selbst wiegt 25 Tonnen, informiert Geschäftsführer Norbert Zach, ist zwölf Meter lang, fünf breit und vier hoch. „Wir haben sie mit mehreren anderen Maschinen in Österreich gekauft“, berichtet der Chef.

Sie wurde noch am Standort zerlegt, so nach Mühlheim gefahren und dort wieder zusammengeschraubt. Dazu waren insgesamt sechs Schwertransporter mit Überbreite und -höhe unterwegs. Oft genügt allerdings der eigene Lkw, um die rundum erneuerten Systeme abzuholen und auszuliefern. Sie werden dann beim Kunden an Ort und Stelle wieder aufgebaut.

Umfassende Kundenberatung

„Wir arbeiten mit Händlern rund um den Globus zusammen“, lautet Zachs Erfolgsrezept. Die „guten Angebote“ finden sich, wenn neue Maschinen eingesetzt oder ganze Abteilungen in Betrieben geschlossen werden. Oft werden ihnen individuelle Konstruktionen angeboten. Zum Beispiel das mächtige Stahlwerk für die Schwerzerspannung mit sehr starken Antrieb und Führung, stellt der Geschäftsführer die Errungenschaft weiter vor.

Die Mühlheimer Experten beseitigen Schäden, beheben Fehler und reinigen die Maschine, damit sie Interessenten voll funktionsfähig präsentiert werden kann. Für das aktuelle Modell waren zwei Wochen lang auch Monteure und Elektriker von Fremdfirmen beschäftigt. „Wir beraten unsere Kunden umfassend und verschicken auch Funktionsvideos von den angebotenen Maschinen“, schildert Norbert Zach das Geschäft der Gesellschaft. „Riesige Maschinen sind die Ausnahme“, sagt der 61-jährige Geschäftsführer.

Corona hat man durch die Auslandsgeschäfte gespürt

Hans-Günter Zach hat die Firma 1967 im Keller seines Elternhauses in Dreieich-Sprendlingen gegründet. Drei Jahre später zog er in die Steinheimer Straße nach Hausen, 1983 an den jetzigen Standort. Die Halle hat der Geschäftsmann vom aufgelösten Stahl Schanz gekauft. 2005 hat Bruder Norbert die Leitung übernommen, seit fünf Jahren hält er als geschäftsführender Gesellschafter 50 Prozent der Firma.

Sie entwickelte sich von der kleinen Schlosserei über den Metallbau zum Handel mit Werkzeugmaschinen. Seit 1978 kaufen und verkaufen Zachs alles – von der kleinen Tischbohrmaschine über die mechanische Dreh-Einheit bis zum Fünf-Achsen-Bearbeitungszentrum mit 18 000 Umdrehungen pro Minute, konventionell oder CNC-gesteuert.

Eldorado für Technikaffine: In den Hallen an der Carl-Zeiss-Straße werden zahlreiche Maschinen aufbereitet.

„Wir merken, wenn die Konjunktur eine Delle bekommt“, informiert der Sprecher. Corona haben sie zu Beginn durch ihr starkes Auslandsgeschäft „gespürt, Kontakte sind weggebrochen, die Osteuropäer durften nicht mehr kommen“. 2020 saßen die Kunden in Bolivien, Paraguay und Indien, während der Inlandsmarkt „schwach“ ausfiel.

Ständig 250 Maschinen auf Lager

Eine besonders empfindliche Mess-Anlage haben sie korrosionsgeschützt in Spezialfolie eingeschweißt, vakuumiert und in einer eigens angefertigten Seeverpackungskiste in die Türkei geschafft. Die Firma ist zwar international tätig, versorgt aber überwiegend mittlere Unternehmen auf dem regionalen Markt, betont Zach. „Wir haben ständig 250 Maschinen aller Art auf Lager und könnten einen mechanischen Betrieb komplett ausstatten.“

Zur Mannschaft gehören neben seinem „großen Bruder“ die Sekretärin und Fachinformatikerin Sabine Barth, die das Büro und die Internet-Seite managt, auf der alle Maschinen mit technischen Daten und Fotos stehen, Maschinenschlosser Jörg Weisel, der selbst komplizierteste Konstruktionen instandsetzt und bedient, und Roger Griesfeller, der die gebrauchte fast zu Neuware aufbereitet. (Von Michael Prochnow)

Infos: zach-maschinen.de, 06108 73282.

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