Ein Jahr Corona

„Alle stehen in den Startlöchern“: Trotz Lockdown planen die Schanzmacher für einen Neustart

Bereit für einen Neustart: die Schanz-Macher Yannic Bill (links) und Andreas Jung.
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Bereit für einen Neustart: die Schanz-Macher Yannic Bill (links) und Andreas Jung.

Je länger die Zwangspause für Kulturschaffende während der Pandemie dauert, je härter gestaltet sich der Kampf ums Überleben – auch fürs Schanz. „Finanziell halten wir uns gerade so über Wasser und können das auch eine Weile noch tun“, sagt Yannic Bill, einer der beiden Geschäftsführer der Schanz-betreibenden Main-Schwein-GmbH. Sein Partner Andreas Jung betont aber:

Mühlheim – „Es muss irgendwann weitergehen.“ Die beiden werden immer wieder auf Mühlheims Kulturtempel angesprochen: „Die Menschen vermissen das Schanz“, sagt Bill. „Wir versuchen den Leuten dann klar zu machen, dass wir nicht weg sind.“

Für die beiden Schanz-Macher und die anderen vier Festangestellten steht die Zeit seit November vergangenen Jahres wieder still. Im Sommer und Herbst waren nach vielen Anstrengungen im Hinblick auf Abstands- und Hygieneregelungen zumindest Veranstaltungen auf halbmast möglich. Ein halbes Jahr später ist nicht abzusehen, wann das Schanz wieder öffnen kann. „Es ist ziemlich enttäuschend, wie ratlos die Politik ist“, meint Bill. Natürlich sei in erster Linie die Gesundheit der Menschen entscheidend. Aber die beiden vermissen Konzepte nicht nur beim Impfen, sondern auch im Hinblick auf kulturelle und gastronomische Angebote. „Der ganzen Branche geht langsam die Luft aus“, merkt Bill an. „Die Politik muss langsam in die Puschen kommen“, fordert Jung, der keine geordnete Strategie sieht und das Hangeln von Lockerungen zu Verschärfungen als ziemlich planlos bezeichnet. Doch trotz allem, sei man von Resignation weit entfernt.

Diverse Konzepte liegen in der Schublade

Im Gegenteil. Hinter den Kulissen wird weiter geplant und gewerkelt. Für den Sommer haben die Schanz-Macher ein Programm für den Biergarten, etwa mit Lesungen, Livemusik und Pubquiz in der Schublade – sollte das angesichts der Pandemieentwicklung möglich sein. Aktuell verzeichnet Mühlheim eine Sieben-Tage-Inzidenz von 193 (Stand 12. April). Eine zügige Besserung der Lage scheint aktuell allerdings eher unwahrscheinlich. Auch Jung vermutet, vor Herbst normale Veranstaltungen zu machen, wirke momentan unrealistisch. Sollte es doch anders kommen, sei der Kalender gut gefüllt. „Wenn wir wieder loslegen dürfen, werden wir das Programm publik machen“, kündigt Bill an. Dann werde man auch die bereits im Oktober gedruckten Flugblätter mit Werbung für die Gastronomie weiter in die Haushalte Mühlheims verteilen. Und wenn das Schanz wieder öffnen darf, gibt’s auch einige Neuerungen. Zugute kam dem Schanz dabei das Förderprogramm des Bundes, „Neustart“. So konnte man Verschiedenes bestellen, unter anderem mobile Luftreiniger und einen Backstage-Container.

Jung und Bill sind sich sicher: Wenn der Lockdown vorbei ist, wird es ein großes kulturelles Angebot geben. „Alle stehen in den Startlöchern und haben richtig Bock“, sagt Bill. (Von Ronny Paul)

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