Naturschutz

An die nächste Generation denken: Nabu pflegt Obstbäume auf dem Gailenberg in Mühlheim

Vor Stürmen sichern: Bernhard Feig schlägt einen Pflock in den Boden, um den Baum vor Unwetter zu schützen.
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Vor Stürmen sichern: Bernhard Feig schlägt einen Pflock in den Boden, um den Baum vor Unwetter zu schützen.

Strahlend blauer Himmel, saftig grüne Wiesen und fröhlich grüßende Jogger und Spaziergänger: Ein Dutzend Mitglieder und Freunde des Naturschutzbunds (Nabu) ist in einer frühsommerlichen Idylle auf dem Gailenberg beschäftigt. Mehrere Erwachsene und einige Kinder führen verschiedene Arbeiten aus, um junge Obstbäume zu schützen.

Mühlheim – Gewürzluikenapfel heißt die Sorte, die in der milden Lage auf der höchsten Erhebung der Mühlenstadt gedeihen soll. Die harten, mittelgroßen Früchte leuchten gelb-rot, duften intensiv, bestechen durch ein angenehmes Aroma, sind süßsäuerlich im Geschmack und obendrein gute Pollenspender, begründet Ernst von Hermanni die Wahl. Der Leiter der Nabu-Aktionen und Sprecher des Ortsvereins hat einmal mehr Freunde der Natur aller Generationen für das fortlaufende Projekt gewonnen.

Das private Gelände, das der Verein bearbeitet, gehört drei Eigentümern, erklärte der Sprecher. Mit ihnen hat der Nabu einen Patenschaftsvertrag abgeschlossen. Danach steht den Besitzern offiziell ein Drittel der Ernte zu, doch dazu müssen die neuen Pflanzen erst einmal eifrig gehegt werden. Ein Team um Peter Rosenbaum verleiht den dünnen Stämmen zunächst einen Anstrich mit Kalkfarbe.

Schutz vor Schädlingen

Dieser Auftrag verhindere die Ansiedlung von Schädlingen, Moosen und Flechten am Baumstamm und schütze die Pflanze vor starker Hitze. Die weiße Farbe reflektiere die Sonneneinstrahlung, reduziere die Temperatur um zwei bis drei Grad Celsius und könne so auch verhindern, dass die schützende Rinde aufplatzt, erläuterten die Aktiven. Im nächsten Schritt legt Rosenbaum einen Wassersack mit Reißverschluss um den Stamm.

Der Behälter müsse an heißen Sommertagen zweimal mit 50 bis 60 Liter befüllt werden und gebe das kühlende Nass gleichmäßig an das Wurzelwerk im Boden ab. Bernhard Feig schlägt einen langen Pflock in die Erde, an dem er den Apfelbaum bindet, damit er auch Stürmen standhält. Dann legen die Männer noch einen Hasendraht um die Hölzer. Der soll Schafe und Ziegen fernhalten, die zuweilen zum Grasen auf den Gailenberg getrieben werden, aber auch die Wühlmaus, die sich über die Wurzelstränge hermache.

Investition in die Zukunft

„Das ist eine Investition für die nächste Generation“, weist von Hermanni auf die Langfristigkeit des Engagements hin. Etwa 1 500 Euro koste Anschaffung und Aufzucht eines Obstbaums. Die Summe erhalte der Nabu über Spenden und Sponsoren. Günstiger waren die Baumscheiben, die der Verein Zugpferd an der Lämmerspieler Straße zugeschnitten hat.

Die Kinder vom Nabu Mühlheim schreiben ihre Namen drauf und legen sie an Bäume auf der anderen Seite der Lichtung. Dort vergraben sie auch Teebeutel mit einer ayurvedischen Gewürzmischung. An beiden Indikatoren wollen sie regelmäßig überprüfen, wie viele Insekten den Boden bevölkern. „Wir wollen die Kleintiere mithilfe von Becherlupen bestimmen, beschreiben und mit ihren botanischen Namen benennen“, schildert von Hermanni.

Daneben schichtet das Team die Benjeshecken auf dem Pachtgelände weiter auf. Sie bieten Vögeln, Käfern, Eidechsen und Insekten einen Lebensraum, die ersten Bewohner zeigen sich bereits. „Langfristig möchten wir eine Jugendgruppe bilden, für die sich schon interessierte Mitstreiter gefunden haben“, berichtet der Sprecher. Den Schülern sollen verschiedene Projekte des Ortsvereins anvertraut werden, mit einem Jahresprogramm können sie weitere Aspekte der Natur kennenlernen. Als nächste Aktion versuchen die Nabu-Mitglieder, ein Sommerfest auf die Beine zu stellen. (Von Michael Prochnow)

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