VERKEHRSFÜHRUNG B43

Noch einige ungeklärte Punkte: Provisorium auf nördlicher Ortsdurchfahrt besteht weiter

Weiter ein Provisorium: Rot-weiße Baken prägen das Bild entlang der nördliche Ortsdurchfahrt.
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Weiter ein Provisorium: Rot-weiße Baken prägen das Bild entlang der nördliche Ortsdurchfahrt.

Rot-weiße Baken prägen weiterhin den Abschnitt der Bundesstraße 43 zwischen Fähren- und Albertstraße. Der Verkehrsversuch auf der nördlichen Ortsdurchfahrt ist zwar seit Mai 2019 abgeschlossen. Doch es wurde bislang weder die Einspurigkeit manifestiert, noch eine Rückkehr zu zwei Spuren in Angriff genommen. Und es wird wohl auch noch viel Wasser den Main runter laufen, bis eine Entscheidung getroffen ist.

Mühlheim – Anfragen bei Verkehrsministerium, Hessen Mobil und Stadt lassen jedenfalls erahnen, dass die Mühlheimer noch einige Zeit weiter mit dem von so manchem als Legoland bezeichneten Provisorium leben müssen.

Dabei kam bereits Anfang März grünes Licht aus Wiesbaden – pro Einspurigkeit. Zuvor hatte Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) moniert, dass zwei Anschreiben an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bezüglich des Verkehrsversuchs unbeantwortet geblieben seien (wir berichteten). Seither ist es wieder ruhig um das Provisorium geworden.

B43: Mühlheim sei informiert worden

Auf Anfrage teilt Wolfgang Harms, Sprecher des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, nun mit, dass bereits wenige Tage nach der Anfrage unserer Zeitung Anfang März der Minister dem Bürgermeister mitgeteilt habe, dass seine Behörde aufgrund des insgesamt positiven Ergebnisses des Verkehrsversuchs dem Vorhaben zustimme. Hessen Mobil sei bereits gebeten worden, „das weitere Procedere zur baulichen Umsetzung beziehungsweise zum Endausbau des betreffenden Teilstücks der Ortsdurchfahrt mit der Stadt Mühlheim abzustimmen“. Heißt: Der Ball liegt nun bei Hessen Mobil und der Stadt Mühlheim.

Auf Anfrage bei Hessen Mobil erläutert Sachgebietsleiter Andreas Mehring den Stand der Dinge: „Die Stadt Mühlheim wurde von Hessen Mobil schriftlich darüber informiert, dass das Ministerium den Verkehrsversuch auf der B43 als positiv bewertet hat.“ Im Vorfeld sei bereits abgestimmt worden, dass bei einem positiven Ergebnis des Verkehrsversuchs die Stadt Mühlheim die einstreifige Verkehrsführung baulich umsetzen werde. „Um das weitere Vorgehen diesbezüglich abzustimmen, hat Hessen Mobil die Stadt um Kontaktaufnahme gebeten.“ Eine Rückmeldung stehe noch aus. Dies sei aber zum jetzigen Zeitpunkt „auch völlig normal“, sagt Mehring, da keinerlei Zugzwang bestehe. „Die Stadt hat viele Punkte im Vorfeld zu klären und vorzubereiten, um in einen fachlichen Austausch mit Hessen Mobil einsteigen zu können.“ Bisher laufe die Zusammenarbeit zwischen Hessen Mobil und der Stadt Mühlheim in Bezug auf den Verkehrsversuch „sehr gut“, betont Mehring. „Wir stehen bezüglich des weiteren Vorgehens im engen Austausch.“

Wie es weiter gehe, müsse noch geklärt werden

Hinsichtlich der Finanzierung der Baumaßnahmen sagt Mehring: „Der Bund wird sich an der Umbaumaßnahme finanziell beteiligen, da eine Sanierung der B43 vorgesehen war.“ Diese Sanierung sei aufgrund des Verkehrsversuchs zurückgestellt worden, um diese Arbeiten mit den städtischen Umbaumaßnahmen in einer Gemeinschaftsmaßnahme abzuwickeln.

Auf die Frage, wie es nun mit dem Provisorium weitergehe, wird vonseiten der Stadt auf die noch ausstehende Klärung folgender Fragestellungen mit Hessen Mobil verwiesen: unter anderem die „Ermittlung der zeitlichen Vorstellungen von Hessen Mobil, Ausschreibung eines Planungsbüro für die Entwurfsplanung und damit Kostenkonkretisierung, Etatisierung von Haushaltsmitteln, Abschluss von Verwaltungsvereinbarungen mit Hessen Mobil, Befassung mit der Schaffung von Planungsrecht, Akquise von Fördergeldern“. Anschließend sind die politischen Gremien zur weiteren Entscheidung aufgerufen.

Sobald es konkrete Informationen gebe, würde eine Bürgerinformationsveranstaltung organisiert

Das wiederum wird spannend, da sich – bezogen auf die Aussagen vor der Kommunalwahl – ein knappes Votum abzeichnet. So plädierten CDU, Bürger für Mühlheim und die AfD für eine Rückkehr zur Zweispurigkeit. SPD, Grüne und FDP sprachen sich für die Einspurigkeit aus. Die Partei nannte ganz andere Pläne.

Sobald Konkretes feststehe, werde eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung organisiert, heißt es zudem aus dem Rathaus. (Von Ronny Paul)

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