Bewegte Geschichte

Die Wurzeln der Sportvereinigung Dietesheim reichen bis ins Jahr 1907

Feiern, wie hier beim Sommerfest inklusive Bieranstich mit Bürgermeister Daniel Tybussek, kommt bei der Spvgg. Dietesheim normalerweise nicht zu kurz. In diesem Jahr bestimmt natürlich Corona den Veranstaltungskalender. 
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Feiern, wie hier beim Sommerfest inklusive Bieranstich mit Bürgermeister Daniel Tybussek, kommt bei der Spvgg. Dietesheim normalerweise nicht zu kurz. In diesem Jahr bestimmt natürlich Corona den Veranstaltungskalender. 

Nicht nur die Mitglieder der Sportvereinigung (Spvgg) Dietesheim bleiben in Bewegung, auch die Geschichte des Vereins ist eine bewegte. 

Mühlheim – Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1907, als der „Ball-Sport 07“ gegründet wurde, und zu den „FT-Fußballern“ von 1912, die sich 22 Jahre später dem „FCB 07 Dietesheim“ anschlossen. Handballer formierten sich im „Arbeiter-Turnverein Vorwärts“ und bei der DJK. Als nach dem Krieg nur eine Gemeinschaft zugelassen wurde, gründeten Angehörige der verschiedenen Gruppierungen die „Sport- und Kulturvereinigung“. Ihr gehörten neben Turnern, Fuß- und Handballern auch Sänger an. Bereits im Gründungsjahr einigte sich die Hauptversammlung auf den heutigen Namen.

Der Chor ging ab 1947 eigene Wege. Den Turnern war der Raum in der Alten Schule zu eng, sie drangen auf den Bau der Halle an der Fichtestraße. Auf dem einstigen Sportplatz zwischen dem ehemaligen Mühlweg und der Mühlheimer Straße standen nun Wehrmachtsbaracken und Bunker. Der junge Verein setzte darum das einst genutzte Gelände am Lämmerspieler Weg wieder instand. Bei der Suche nach einem geeigneten Gelände für einen neuen Sportplatz stießen sie auf das Areal, das heute Hundefreunde und Kaninchenzüchter nutzen. Mehr Erfolg war derweil dem Vorsitzendem Franz Göhler beschieden, er konnte Grundstücke am Wingertsweg erwerben und pachten. Der neue Platz wurde mit dem ersten Fest nach dem Krieg im Juni 1952 eingeweiht.

Im selben Jahr begann mit großem Einsatz vieler Mitglieder der Bau des Sportheims. Darin feierte die Spvgg. bald Fastnacht, das Waldfest der Handballer, lud zur Sport-Werbewoche, Ausflügen und Familienabenden ein. 1955 riefen einige Aktive die benachbarte Turngemeinde wieder ins Leben. Mit der Erweiterung des Heims wurde 1970 auch eine vollautomatische Kegelbahn eröffnet. Doch kurz vorm Fest zum 25-jährigen Bestehen brannte am 6. Mai 1971 der neu eingerichtete Gastraum des Sportheims aus. Mit vielen Spenden konnte der Trakt saniert und die akademische Feier am 13. November nachgeholt werden. 1975 gründete sich die Sportkegelabteilung. 1983 erweiterte die Stadt den Rasenplatz um eine Laufbahn, erstellte zwei Hartplätze und ein Handball-Kleinfeld, Räume für Schiedsrichter, Werkstatt und Geräte sowie einen Kiosk. Einstige Kicker gründeten im Steffi- und Boris-Boom eine Tennisabteilung, die mit der TGD kooperiert.

Die Sportvereinigung hat stets sehr engagierte Mitstreiter für das Amt des Vorsitzenden gefunden. Nach einem Schienbeinbruch machte Fußballer Volker Jung mit 17 Jahren als Schriftführer weiter, ab 1984 stand er 33 Jahre an der Vereinsspitze. „Viele Vorstandskollegen sind früh verstorben, das berührt einen schon“, blickt der heutige Ehrenvorsitzende Jung zurück. Sein Erfolgsrezept? „Wir haben immer über den Tellerrand geschaut, uns untereinander immer gut verstanden, jede Abteilung hat profitiert.“ Doch, „wenn die Frau nicht mitmacht, geht’s nicht“, stellt er klar und lobt die „Salat-Mafia“, die zentnerweise Kartoffelsalat fürs Sommerfest schnippelt und anmacht.

Der aktuelle Vorsitzende Günter Scholz bewährte sich 23 Jahre als Jugendleiter, weil sein Sohn Sebastian kickte. „Wir haben eine Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen“, sagt Jung. „Die Chemie stimmt“, pflichtet Scholz bei. „Wir müssen versuchen, Familien anzusprechen, uns noch mehr zu öffnen, da sehe ich eine Zukunft für die Vereine“, blickt Jung nach vorne. Eltern und Kinder sollen einen „gemeinsamen Mittelpunkt finden“. 928 Mitglieder gehören derzeit den Abteilungen Fußball, Turnen, Handball, Tennis und Basketball an. Die Jubiläumsausgabe des jährlichen Vereins-Magazins ist druckfertig, die Feier zum 75-Jährigen soll nun am 24. Januar, steigen.

VON MICHAEL PROCHNOW

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