Ruhiger Start in die Freibadsaison

Nur wenige Schwimmer melden sich zum Neustart unter Coronabedingungen an

Das vierköpfige Schwimmbad-Team um Stefan Schroth hatte am ersten Tag der Sommersaison wenig zu tun. Gerade einmal etwas mehr als 40 Badegäste erschienen nach vorheriger Anmeldung.
+
Das vierköpfige Schwimmbad-Team um Stefan Schroth hatte am ersten Tag der Sommersaison wenig zu tun. Gerade einmal etwas mehr als 40 Badegäste erschienen nach vorheriger Anmeldung.

Ein älterer Herr zieht im mittleren Feld einsam seine Bahnen. Der Brustschwimmer lässt es gemächlich angehen, scheint jeden Zug zu genießen. Kann er auch, denn das Drittel des Beckens im Lämmerspieler Freibad gehört ihm allein.

Mühlheim – Zur letzten Schicht des ersten Tags unter Coronabedingungen haben sich nur zehn Besucher angemeldet – eine sehr überschaubare Situation für das vierköpfige Team um Schwimmmeister Stefan Schroth.

Mit ihm blicken seine Kollegen Marc Sandrock und Dennis Schmidt sowie Rettungsschwimmerin Svenja Lehmann von ihren Plastikstühlen über die blau schimmernde Wasserfläche zu ihren Füßen. Ein rotes Absperrband hält die Badegäste auf Abstand, doch es sind überwiegend erfahrene Stammgäste, die sich übers Internet für die ersten Slots angemeldet haben.

Insgesamt 72 Personen können sich auf der Seite der Stadtwerke für ein solches Zeitfenster anmelden, erläutert Schroth. Jeweils 24 Leute dürfen sich zur selben Zeit 20 Minuten lang im großen Becken aufhalten. Farbige Bänder, die am Eingang ums Handgelenk gelegt werden, sollen die Wasserratten einer Phase in drei Gruppen einteilen, jede darf in der Regel zweimal 20 Minuten ins Wasser. Am ersten Tag ist die Aufteilung weitgehend überflüssig: Morgens kommen gerade einmal sechs Badegäste in die Einrichtung an Rodau und Brühlbach, mittags immerhin 26 und um 17 Uhr sind es zehn.

Ausgewiesene Freibad-Fans sind auch der zwölfjährige Jeremie und sein elfjähriger Bruder Jamie. Sie hangeln sich am Beckenrad entlang, spritzen sich gegenseitig an und pflügen durchs kühle Nass. Sie finden’s einfach „super“, dass die Anlage wieder geöffnet ist.

Auf Bahn eins gleitet eine Schwimmsportlerin elegant und mit scheinbar entspannten Armschlägen und paddelnden Füßen durchs Wasser. „Für mich ist das natürlich ideal“, betont die Frau. „Das ist schon sehr gut, dass wir wieder ins Freibad dürfen.“ Dass zum Neustart nicht mehr Interessierte die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen haben, schiebt Stefan Schroth vor allem aufs Wetter. Neben der lähmenden Schwüle fehlen vielen Mühlheimern wohl die hohen Temperaturen und die Sonne am Himmel.

Obwohl, „wenn es zu heiß wird, können wir den Ansturm nicht bewältigen“, fürchtet der Sprecher. Mehr als dreimal 72 Anmeldungen für einen Tag lässt das Computerprogramm nicht zu. Auch das Nichtschwimmerbecken ist geteilt, in jede Hälfte dürfen maximal drei Familien. „Wir haben uns großzügig an der Regel fünf Quadratmeter pro Person gehalten“, lautet die Erklärung.

Nach jedem Drei-Stunden-Block werden Beckensauger, Durchschreitbecken, Kontaktflächen wie die Druckknöpfe an den Duschen, Umkleidekabinen, Spiegel, Toiletten und Sitzplätzen gereinigt, erzählt Schroth. Dazu wurden Abstandsmarkierungen aufs Pflaster geklebt und mit Kreide Pfeile und Wege auf den Rasen aufgetragen: Gilt zu Wasser Rechtsverkehr, geht der Besucher linker Hand zum Becken.

Erlaubt ist nur schwimmen, tauchen ist tabu, ebenso einspringen und spielen. Der Ausgang führt auf den Brühlweg. Geplant haben das geforderte Hygienekonzept mehrere Verantwortliche, darunter Wolfgang Kressel, Geschäftsführer der Stadtwerke, Bürgermeister Daniel Tybussek für den Aufsichtsrat sowie mehrere Fachkräfte. Bislang können nur Mühlheimer das Angebot nutzen. ( VON MICHAEL PROCHNOW)

Infos im Internet

stadtwerke-muehlheim.de/ticketreservierung

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare