Coronavirus

„Sehr hohes Maß an Akzeptanz“ - Mühlheimer zeigen in der Krise Verständnis und Solidarität

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Der Rasen auf einem Bolzplatz in Lämmerspiel ist leer gefegt, ins Friedrich-Ebert-Gymnasium kommt keiner mehr rein.

Mühlheim – Leere Bolzplätze, verwaiste Spielplätze, geschlossene Schulen und Kitas: Die Mühlenstadt im Stillstand. Fast. Denn in den Supermärkten herrscht Hochbetrieb.

Mühlheim - Unverbesserliche kaufen, trotz eindringlicher Warnung es nicht zu tun, nicht nur für die nächste Woche, sondern anscheinend für die kommenden Monate. Egal ob Aldi, Edeka, Rewe oder bei Penny: Bürger klagen über vergriffene Produkte wie Mehl, Reis, Nudeln oder Toilettenpapier. Daher appelliert Bürgermeister Daniel Tybussek erneut an die Bürger: „Jeder sollte allgemein überlegen, wie solidarisch sein Verhalten gegenüber anderen ist. “.

Entgegen dem unsolidarischen Teil der Bevölkerung gibt es aber auch viele Bürger und Initiativen, die sich um diejenigen kümmern, die es nötig haben, bieten etwa an, Einkäufe zu übernehmen. Diese Eigeninitiative begrüßt Rathauschef Daniel Tybussek. Die Stadt arbeite aktuell an der Einrichtung einer allgemeinen Hotline, um etwa Anliegen und Bedürfnisse von Bürgern mit den Angeboten zusammenzubringen. Laut Tybussek solle diese Koordinationsmöglichkeit so schnell wie möglich verfügbar sein. Generell werde die Homepage der Stadt, muehlheim.de, mehrmals täglich aktualisiert, um die neusten Informationen in diesen Krisen-Zeiten schnell unters Volk zu bringen. Online listet die Stadt auch wichtige Informationen für Gewerbetreibende, etwa zu Steuern, Liquidität und Hilfestellungen auf. Im Rathaus habe es auch schon Anfragen von deren Seite gegeben, sagt Tybussek. Vor allem wegen Unsicherheiten im Zusammenhang mit den ab heute geltenden Schließungen.

Stillstand: Die Bücherei von St. Markus ist geschlossen, der Spielplatz im Bürgerpark ist ausgestorben. 

Auf die Schließungen von Kitas und Schulen haben die „allermeisten“ Eltern mit Verständnis reagiert, berichtet Tybussek, „und organisieren ihren Alltag um“. Zahlen, wie viele Kinder derzeit in der Notbetreuung sind, könne die Stadt noch nicht nennen, was auch daran liege, dass das Land die Verordnung seit Freitag bereits zweimal aktualisiert hat. Insgesamt lobt Tybussek zum einen die Mannschaft im Rathaus, die diese „Herausforderung mit großem Einsatz und Flexibilität“ meistere und zudem noch laufende Verwaltungsangelegenheiten weiter bearbeite. Zum anderen hat der Rathauschef auch in der Stadt den Eindruck gewonnen, dass es ein „sehr hohes Maß an Akzeptanz für die getroffenen Maßnahmen“ gebe und die Mühlheimer Solidarität zeigen sowie Strukturen aufbauen. „Die Bürgerinnen und Bürger zeigen viel Verständnis und sind gut informiert.“

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