Stadtentwicklung

„Eine der größten Hitzewüsten“: Konzept für Umgestaltung des Brückenmühlparkplatzes soll her / Kritik von SPD

Für mehr Schatten: Die Allianz für Mühlheim hat den Magistrat beauftragt, ein Konzept zur Umgestaltung des Brückenmühlparkplatzes zu entwickeln.
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Für mehr Schatten: Die Allianz für Mühlheim hat den Magistrat beauftragt, ein Konzept zur Umgestaltung des Brückenmühlparkplatzes zu entwickeln.

Für die Umgestaltung des Brückenmühlparkplatzes in der Innenstadt soll ein Konzept her. Den nun gefassten Beschluss der Allianz für Mühlheim (CDU, Grüne, Bürger für Mühlheim, FDP) kritisiert die SPD.

Mühlheim – Als „graue Steinwüste“ bezeichnet Grünen-Stadtverordnete Margit Früchtl-Staab den Brückenmühlparkplatz unweit von Bahnhofstraße und Rodaudamm, dessen Fläche zu 95 Prozent versiegelt ist und auf dem neben einer öffentlichen Toilette auch ein Stromhäuschen der Stadtwerke steht. Die Allianz möchte den Platz unweit der Brückenmühle klima- und besucherfreundlicher gestalten. Mittels der Stimmenmehrheit beauftragten die Tansania-Verbündeten nun den Magistrat, ein Konzept zu entwickeln, „das eine attraktive Gestaltung dieses öffentlichen Raums in Sichtweite der historischen Brückenmühle vorsieht sowie Begrünung und pflanzliche Verschattung beinhaltet“. Des Weiteren sollen eine Neuverteilung der PKW-Stellplatzfläche und Möglichkeiten zur Flächenentsiegelungen geprüft werden. Für dieses Projekt sollen im städtischen Etat für 2022 150 000 Euro eingeplant werden. Ein nicht ganz neuer Anlauf, bereits 2016 hatten die Grünen eine Baumpflanzung des etwa 2400 Quadratmeter großen Areals auf die Agenda in der Stadtverordnetenversammlung gebracht. Zuletzt brachten die Grünen das Anliegen im vergangenen Oktober neu auf den Plan.

„Im Sommer ist der Parkplatz eine der größten Hitzewüsten in der Stadt“, meint Früchtl-Staab. Das habe sich wiederholt gezeigt. Überhaupt steigere die große versiegelte Fläche die Erwärmung in der Stadt. Doch der Parkplatz ist der Allianz nicht nur wegen der klimaunfreundlichen Begebenheiten ein Dorn im Auge. Auch optisch gefällt der Parkplatz „Tansania“ nicht. Der Anblick der „kahlen, ungestalteten Fläche und der wahllosen Anordnung von Einbauten“ sei „äußert unattraktiv“. Zudem werde der Stabgitterzaun gestalterisch der städtebaulichen Bedeutung des Ortes nicht gerecht und entspreche nicht der geplanten Aufwertung der historischen Brückenmühle und der zusätzlichen öffentlichen Aufmerksamkeit durch den vorgesehenen Brückenbau (wir berichteten).

Weiter wünscht sich die Allianz sichere Abstellanlagen für Fahrräder, die Bürger zum Umstieg von PKW auf Rad beim Einkaufen animieren könnten. Ebenso stehen Baumpflanzinseln auf dem Wunschzettel. Durch die Pflanzung hochstämmiger, großkroniger Laubbäume würden wenige der 75 Parkplätze wegfallen, um mittelfristig für eine erhebliche Verschattung und Kühlung zu sorgen, meint die Allianz. Alternativ könnte man die Verschattung auch durch eine Gebilde mit Laubencharakter an dem sich Pflanzen hochranken herbeiführen, schlägt CDU-Fraktionschef Marius Schwabe vor.

Die Allianz ist der Ansicht, die Attraktivität des Brückenmühlparkplatzes für den innerstädtischen Einzelhandel würde bei einem Wegfall weniger Stellplätze nicht entscheidend leiden. „Gleichzeitig könnte damit aber das räumliche Erscheinungsbild und das Umfeld des Mühlheimer Wahrzeichens, der Brückenmühle, ganz wesentlich verbessert werden.“

Kritik an dem Vorhaben kommt von der SPD. „Mehr Bürgerbeteiligung wurde allenthalben von der sogenannten Allianz von CDU, Grünen, Bürger für Mühlheim und FDP gefordert“, schreibt Fraktionschef Harald Winter. Doch durch den Beschluss „den beliebten Brückenmühlenparkplatz mit dem Ziel ,mehr Grün’ umzugestalten“ gingen zwangsläufig etliche Stellplätze verloren. Außerdem, moniert Winter, seien an der Idee der Umgestaltung weder Bürger, noch die Gemeinschaft Mühlheimer Fachgeschäfte, noch die Inhaber der Geschäfte an der Bahnhofstraße befragt und beteiligt worden. „Bürgerbeteiligung sieht anders aus“, meint Winter.

Winter und seine Fraktion befürchten, dass Mühlheim durch die verantwortungslose Politik von CDU, Grünen, Bürger für Mühlheim und FDP auf ein finanzielles Desaster zusteuert, „das letzten Endes die Steuerzahler ausbaden müssen“. „Verantwortungsvolles Regieren sieht anders aus. Die Sozialdemokraten befürchten für die anstehenden Haushaltsberatungen das Schlimmste“, schreibt Winter. (Von Ronny Paul)

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