Fußball

Einsatz für Profis und Amateure: Der Eintracht-Fanclub „Adler Lämmerspiel“ unterstützt auch vor Ort

Der Vorsitzende der „Adler“, Carroll Weber (links), übergibt eine Spende an den Abteilungsleiter der TSV Lämmerspiel, Roland Holzberger.
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Der Vorsitzende der „Adler“, Carroll Weber (links), übergibt eine Spende an den Abteilungsleiter der TSV Lämmerspiel, Roland Holzberger.

Es ist egal, woher jemand kommt, wirklich wichtig ist doch nur, ob jemand rot-weiß trägt oder rot-schwarz-weiß – behaupten zumindest eingefleischte Fans des Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Seit wenigen Jahren haben diese Fans mit „Adler Lämmerspiel“ einen weiteren Club.

Mühlheim – Vor fünf Jahren machte sich Carroll Weber in seinem Wohnort auf die Suche nach Gleichgesinnten. Am 24. Mai 2017 beschlossen zwei Dutzend Freunde der Frankfurter Kicker in der Kneipe Pilsquelle den Club zu gründen. Ein Vierteljahr später erhielten die Stammgäste der Kneipe an der Bischof-Ketteler-Straße eine Urkunde von ihrem Lieblingsverein, nun waren sie zunächst ein Jahr auf Probe ein offizieller Fanclub.

„In den vergangenen eineinhalb Jahren konnten wir fast nichts machen“, erklärt Weber, „außer zwei Vorstandssitzungen“. Davor saßen sie in der Pilsquelle vorm Fernseher und verfolgten die Begegnungen ihrer Eintracht vor leeren Zuschauerrängen. Weil sich die Mannschaft um Filip Kostic und Co auch für die Europa Leaque qualifiziert hatte, trafen sich die Anhänger der Eintracht auch zu den internationalen Begegnungen donnerstags in der Kneipe.

Wie wird man zum Eintracht-Fan? - Diese Frage beantwortet Carroll Weber ganz nüchtern: „Ich habe zehn Jahre im Waldstadion geholfen, davon neun im IT-Support.“ Das heißt, der gelernte Fernmeldetechniker, der beruflich in der Logistik eines Computer-Unternehmens tätig war, baute vor den Heimspielen im Stadion an der Otto-Fleck-Schneise die Internet-Zugänge für die Journalisten auf.

Viele Mitglieder des Clubs unterstützen aber auch die Fußballer der örtlichen Turn- und Sportvereinigung (TSV). „Wir haben doch alle mal gespielt“, begründet der Vorsitzende der Fans eine Spende an den Lämmerspieler Verein. 200 Euro machten sie aus ihrer Kasse locker, die der Sprecher zum Neustart auf der sanierten Anlage an Abteilungsleiter Roland Holzberger überreichte. Weber, gebürtiger Sachsenhäuser, in Niederrad aufgewachsen, lebt mit Ehefrau Eveline seit ihrer Hochzeit 1969 in Lämmerspiel. Die Berlinerin kam mit 15 Jahren nach Frankfurt und drückt ebenfalls „schon immer“ die Daumen für die Eintracht. Zweiter Vorsitzender der Fangemeinde ist Michael Meder, Helmut Scherer ist Schriftführer und Peter Holzhacker Schatzmeister.

Von 29 Mitgliedern wohnen 21 in Lämmerspiel, zählt der Vorsitzende zusammen, vier in der Kernstadt, je einer lebt in Neu-Isenburg, Niederdorfelden, Hamburg und Frankfurt. Zu den ersten Heimspielen sind sie bereits wieder in den Stadtwald gepilgert, ausgestattet mit Trikots, Kappen und Fahnen. Und wenn’s irgendwie möglich ist, wollen sie den fünften Geburtstag ihrer Gemeinschaft im nächsten Jahr groß feiern. Menschen, bei denen das Herz für den Adler schlägt, sind in der Runde gern gesehen. (Von Michael Prochnow)

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