Bürgerbefragung und Rundgang

Forderung in Mühlheim: Wäldche soll „unbedingt erhalten bleiben“

SPD unterwegs: Anwohner der Rote-Warte-Siedlung diskutieren mit Mühlheims Sozialdemokraten.
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SPD unterwegs: Anwohner der Rote-Warte-Siedlung diskutieren mit Mühlheims Sozialdemokraten.

In Mühlheim fand eine Bürgerbefragung inklusive Rundgang der Sozialdemokraten in der Rote-Warte-Siedlung statt.

Mühlheim – Während sie die unverbesserlichen Raser in ihren Reihen verurteilen, stimmen die Bewohner der Roten Warte ein in das Klagelied über die Verkehrsbehörde Hessen Mobil: Sie sei nicht in der Lage, die Ampelschaltungen zu harmonisieren, damit der Verkehr ohne umweltschädliche und überflüssige Stopps gen Offenbach rollen könne. Mit dieser Kritik begann die jüngste Folge der Reihe „SPD unterwegs“ am Bepo-Kreisel.

Unklar war einigen der 30 Teilnehmer, die SPD-Ortsvereinsvorsitzender Percy Herrmann begrüßte, dass der Streifen zwischen Gehweg und Fahrbahn des Alten Frankfurter Wegs gemäß der Regeln in Tempo-30-Zonen ein „Angebot“ an Radfahrer ist, betonte Bürgermeister Daniel Tybussek. Weitere Schilder oder Markierungen wie für Fahrradstreifen seien nicht erlaubt. Der Rathauschef rückte auch die subjektiven Eindrücke mancher Anwohner zurecht, wonach in der Roten Warte zu schnell gefahren werde: „Mehr als 80 Prozent der Autofahrer haben das Limit nicht überschritten“, zitierte er die Messergebnisse. Nur ein „Ausreißer“ sei mit 72 Kilometern pro Stunde registriert worden.

Würden jedoch Wahlplakate Verkehrszeichen oder den Blick auf die Straße verstellen, wie eine Bürgerin monierte, solle die Stadt informiert werden. Auch in der Siedlung im Nordwesten der Mühlenstadt ist das Parken ein Dauerthema. Bei einer Befragung vor der Sanierung der Einfallstraße haben sich die Betroffenen mehrheitlich für das Maximum an Plätzen ausgesprochen. Die Abstellflächen wechseln also nicht die Straßenseite.

Wenn Fahrzeuge vor dem eigenen Gartentor abgestellt werden, vermindere das die Ausweichmöglichkeiten bei Gegenverkehr. Und es erschwere das Durchkommen für Rettungskräfte. Genießen können die Bewohner dagegen die „goldenen Zeiten, während die Schule geschlossen ist“: Keine „Eltern-Taxis“ führen gefährliche Situationen in der Birkenwaldstraße herbei, formulierte ein Teilnehmer. Der Rathauschef bestätigte: „Weder feste Haltepunkte noch Laufkarten haben ein Umdenken bewirkt.“

Ergebnisse einer SPD-Umfrage, die fast zwölf Prozent der Siedler beantwortet haben, besagen, dass die meisten das „Wäldche’“ mit dem Quartier in Verbindung bringen, und das soll „unbedingt erhalten bleiben“, wandte sich Tybussek gegen Gerüchte, die Fläche im Herzen des Stadtteils solle bebaut werden. „Worum soll sich Politik kümmern?“, lautete die erste Frage der Umfrage. Die Antworten sind Mobilität und Busanbindung, Gesundheit und Pflege sowie Nahversorgung und Einkaufen.

Wichtig sind den Befragten zudem Sauberkeit und Sicherheit, Klimaschutz, das eigene Wohnumfeld und die Reduzierung von Flug- und Straßenlärm. Ihnen gefallen das viele Grün in der Mühlenstadt, die ausreichenden Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Apotheken sowie die Sicherheit. Unmut, vor allem bei den direkten Nachbarn, erzeuge die Unterbringung von Werksarbeitern aus anderen Regionen Europas in Privathäusern, war zu vernehmen. Lärm, Verschmutzung und wilde Grillpartys beeinträchtigten zwar die Lebensqualität, hieß es weiter, die Kommune habe da aber kaum eine Handhabe.

Der Stadtbus, informierte der Bürgermeister, solle durch mehrere „Hopper“ ersetzt werden. Nur vor und nach der Schule seien die großen Busse noch voll – und die Kinder solle der Linienverkehr weiterhin chauffieren. (Von Michael Prochnow)

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