Wenn Herrchen Urlaub macht

Freundeskreis Katze und Mensch kümmert sich um Vierbeiner

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Was passiert mit der Katze im Urlaub? Erhard Storoschenko (links) und Jens Weissenberg halten mit „Freundeskreis Katze und Mensch“ in Mühlheim und Offenbach eine Lösung bereit.

Der Verein hat ein einfaches Motto: „Betreust Du meine Katze, betreue ich Deine Katze!“

Mühlheim – Zum Wesen des Hundes gehört es, seinem Herrn überall hin zu folgen. Katzen sind anders. Sie haben nicht das Gefühl, zu jemandem zu gehören, sondern denken vielmehr, „der Mensch wohnt auch bei mir“. Das eigene Territorium verlassen zu müssen, bedeutet für die Raubtiere viel Stress. Aber was tun, wenn ein Urlaub ansteht? Der „Freundeskreis Katze und Mensch“ bietet in Mühlheim und Offenbach Hilfe an.

Wer es schätzt, gerade mal vom Briefkasten zurück, schon wieder enthusiastisch vom Haustier begrüßt zu werden, der erlebt mit einer Katze eher Momente tiefer Frustration. Und wer erst nach drei Wochen wieder zu Hause ankommt, der kann es sogar erleben, dass ihn die Katze Mimi oder der Kater Rodolfo mit der gleichen Skepsis oder Ignoranz begegnet wie einem gänzlich fremden Gast. 

„Die Charaktere sind vollkommen unterschiedlich“

„Die Charaktere von Katzen sind ohnehin vollkommen unterschiedlich“, sagt Jens Weissenberg. Der Vorsitzende der Sektion Mühlheim-Offenbach des bundesweit agierenden Vereins gehört mit seinem Gatten zu einer Ausnahme im Club, den Angela Plato 2010 ins Leben rief: „Wir haben zwei Abessinierkatzen.“

Es handelt sich um Rassekatzen, deren Physiognomien an die von Pumas erinnern. In ihrem Verhalten ähneln Abessinierkatzen sogar ein bisschen Hunden. Weissenberg erzählt, wie ihm eine der Katzen regelmäßig einen bestimmten Faden bringt, um mit ihm damit zu spielen.

Von einem ähnlichen Vorgehen berichtet auch Weissenbergs Stellvertreter Erhard Storoschenko, im Offenbacher Nordend äußerst prominent. Der pensionierte Pädagoge unterrichtete 23 Jahre an der dortigen Goetheschule. Fast zwei Jahrzehnte leitete er die Grundschule.

Mit Storoschenko und seiner Frau leben Pünktchen und Anton. Auch Anton apportiert und bringt den Ball mit Noppen, der unberechenbar durch die Wohnung springt, „nach fünf bis sechs Würfen hat der Kater aber genug“.

Mühlheim: Kümmern um Nachbarkatzen

In Mühlheim und Offenbach zählt der Verein 30 Aktive. „Aktiv“ heißt, die Mitglieder haben Katzen und erklären sich auch bereit, in zeitlich abgesteckten Rahmen möglichst in der Nachbarschaft für andere Katzen zu sorgen.

Das löst ein großes Problem. Fährt man in Urlaub, lässt sich eine Katze nicht einfach zu Freunden verpflanzen. Auch der Aufenthalt in Katzenpensionen ist für die Tiere oft ein Graus, kann Grund sein für Durchfall und andere Malaisen. „Ein Umzug bedeutet reinen Stress“, leitet Erhard Storoschenko zum Kerngeschäft des Vereins über, das sich in der Überschrift ausdrückt: „Betreust Du meine Katze, betreue ich Deine Katze!“ Die Mitglieder können im Netz auf einer Karte sehen, wo Menschen in der Nähe wohnen, die in Frage kämen. Sie übernehmen neben der Aufgabe, zweimal am Tag zu füttern und das Katzenklo zu säubern, eventuell auch das Pflanzengießen und Briefkastenleeren.

Niemand lässt gerne jemanden in die Wohnung, den man nicht kennt. Auch um das zu verhindern, trifft sich die Gruppe Mühlheim-Offenbach an jedem letzten Donnerstag eines Monats zum Stammtisch. Das passiert am 26. September zum letzten Mal in Offenbach im Speyereck in der Speyerstraße 21. Ab dem 31. Oktober treffen sich die Katzenfreunde zum ersten Mal bei Apfelwein Klein in der Bettinastraße 16, ebenfalls in Offenbach. Kontakt per Mail an offenbach@katzenfreunde.de.

VON STEFAN MANGOLD

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