Spenden sammeln

Freundeskreis Lichtbrücke unterstützt Bauern in Bangladesch

Besuch auf einer Demonstrationsfarm in Bangladesch: Matthias und Rita Guggenberger schauen sich einen Zuchtgarten für Gemüse an. Foto: p
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Besuch auf einer Demonstrationsfarm in Bangladesch: Matthias und Rita Guggenberger schauen sich einen Zuchtgarten für Gemüse an.

Freundeskreis Lichtbrücke unterstützt Bauern in Bangladesch. Dafür sammelt die Familie Guggenberger aus Dietesheim Spenden.

Mühlheim – Obwohl die Globalisierung immer weiter voranschreitet, gibt es noch Regionen auf der Erde, die der Mehrheit völlig unbekannt sind. Bandarban gehört sicherlich dazu. „Eine Bergregion an der Grenze zu Myanmar, in die sich seit Jahrzehnten ethnische Gruppen zurückgezogen haben, die von der bengalischen Mehrheitsbevölkerung nicht oder nur teilweise als Bengalen anerkannt werden“, erläutert Rita Guggenberger. Bandarban ist ein weiteres Hilfsprojekt für die Ärmsten der Armen in Bangladesch, für das sich die Diplom-Landwirtin mit ihrem 2008 aus der Taufe gehobenen Freundeskreis der Lichtbrücke einsetzt. Die Lichtbrücke wiederum ist ein in Engelskirchen verwurzelter Verein, der sich seit 1983 in Bangladesch, das mit doppelt so vielen Einwohner wie Deutschland zu den am dichtesten besiedelten Flächenländern der Erde gehört, engagiert.

„2012, bei unserem letzten Aufenthalt in Bangladesch, haben wir, mein Mann Leonhard, unser Sohn Matthias und ich, zusammen mit unserem bengalischen Freund Pain Shwe U Marma und seiner Frau Shosho, die aus diesem Gebiet stammen, einen Ausflug dorthin unternehmen können“, erzählt Rita Guggenberger. Da habe sie die Verhältnisse, unter denen die Menschen in Bandarban leben und arbeiten müssen, gesehen.

Besonders seien ihr die gelagerten Ingwer-Berge im Gedächtnis geblieben. Eigentlich eine lukrative Einnahmequelle, müsste man meinen. Doch die Bauern hatten keine Möglichkeit, die Pflanzen auf Märkten in den Millionenstädten Chittagong oder Dhaka für einen entsprechenden Preis zu verkaufen. Stattdessen harrten die Menschen in ihren Dörfern und warteten darauf, dass ein Händler vorbeikommt und den Ingwer für umgerechnet fünf Cent pro Kilo aufkauft. In den Metropolen ist der Verkaufspreis um mindestens das Zehnfache höher, informiert Rita Guggenberger, die sagt: „Die Armut, Einfachheit, aber auch der Fleiß dieser Menschen haben uns beeindruckt.“

Mühlheim: Freundeskreis ist auf Spender angewiesen

Nachdem der Freundeskreis das Hilfsprojekt in Matabari, etwa 60 Kilometer entfernt von Bandarban, erfolgreich abgeschlossen hatte (wir berichteten), wollen die Guggenbergers nun weiterhelfen. „In den Bergen von Bandarban bauen die Bauern unter schwierigsten Bedingungen auf kargen steilen Böden Obst, Gemüse und Gewürze an, aber wenn die Ernte vorbei ist und Trockenzeit herrscht, hungern die Menschen, weil hier kein Getreide wächst“, schildert die Dietesheimerin. „Mit Tarango, unserer neuen Partnerorganisation, wollen wir anfangen, ein Lager- und Transportsystem aufzubauen und schulen die Bauern in biologischer Landwirtschaft.“

So hätten die Menschen im Winter dann Geld, um sich mit Reis aus den Tälern zu versorgen, sodass Kinder nicht mehr hungern müssen und ältere Menschen nicht den Hungertod sterben. Diese Wünsche möchte der Freundeskreis erfüllen. „Solche und ähnliche Hilfe möchten wir noch viel mehr Bauern ermöglichen“, betont Rita Guggenberger. Ziel ist es, nicht nur den Bauern in den abgelegenen Bergregionen zu helfen, sondern auch eine genossenschaftliche Vermarktungskette aufzubauen, damit sich die Nachernteverluste erheblich vermindern, was auch armen Menschen in den nahegelegenen Städten zugutekommen würde, sagt Guggenberger. Unterstützung kommt nun vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Durch die öffentlichen Gelder könne das Hilfs-Budget bis 2022 erhöht werden, berichtet sie.

Nichtsdestotrotz ist der Freundeskreis weiter auf Spender angewiesen, um den Eigenanteil zu decken, den die Lichtbrücke zu tragen hat und das ambitionierte Projekt nachhaltig auf stabile Beine stellen und auf weitere Bauern ausweiten zu können. „Wir wollten uns schon immer gerne mehr im landwirtschaftlichen Bereich engagieren und sind überzeugt, hier können wir den Menschen dienen.“ Die Guggenbergers wollen 2021 wieder nach Bangladesch fliegen, denn die Armut lasse sich nur vor Ort begreifen, betont die Dietesheimerin. Über die Projektfortschritte werden sie von den Verantwortlichen regelmäßig auf dem Laufenden gehalten.

Kontakt

Rita Guggenberger gibt unter 06108 991860 oder rita.guggenberger@ gmx.de Auskunft, wie man den Freundeskreis Lichtbrücke „Hilfe für Bandarban“ unterstützen kann. Spendenkonto: Bank für Orden und Mission, IBAN DE20 5109 1700 0080 1339 01.

VON RONNY PAUL

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