Nicht mehr nur Vereinskneipe

Gaststätte der Sport-Union erstrahlt in neuem Glanz  

Neue Pächter der SUM-Gaststätte: Andrei Pisaru und Stevens Solly bieten neben gut bürgerlicher Küche auch Cocktails an. Foto: m
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Neue Pächter der SUM-Gaststätte: Andrei Pisaru und Stevens Solly bieten neben gut bürgerlicher Küche auch Cocktails an. 

Die Gaststätte der Sport-Union in Mühlheim hat einen neuen Besitzer: Regionale und hausgemachte Speisen machen die Vereins-Kneipe zur Wohlfühl-Wirtschaft.

Mühlheim – Grüne Soße mit Shiso-Kresse, vegetarischer Linseneintopf und Handkäs-Variationen, regionale Rindswurst und hausgemachter Kartoffelsalat, Kichererbsen und Kartoffelpuffer, Wiener Schnitzel, Schweinekotelett. Und Siebenmühlen-Burger: So heißen nicht nur die Brötchen mit Rindfleisch oder Bergkäse drin, sondern auch die neue Vereinsgaststätte der Sport-Union Mühlheim (SUM). „In der Küche wurde viel umgebaut“, staunt SUM-Ehrenvorsitzender Horst Lehr über das Engagement der neuen Wirtsleute. Nach einem halben Jahr Leerstand hat der Vorstand die Gaststättenschlüssel an Stevens Solly und Andrei Pisaru übergeben. Die beiden Männer bringen internationale Erfahrungen mit, haben zuletzt das renommierte „Tafelspitz“ am Offenbacher Wilhelmsplatz geführt – und das sehr erfolgreich.

„Der Vorstand wollte Wirtsleute haben, die eine gut bürgerliche Küche mit deutschem Einschlag bieten“, sagt Horst Lehr, „aber nicht nur“. Die Vereinskneipe nennt sich jetzt auch Cocktailgaststätte und „kann so einen neuen Kundenkreis eröffnen“, erhofft sich der Ehrenvorsitzende. Von jungen Leuten haben sie schon viel Zuspruch vernommen.

Mühlheim: Gaststätte der Sport-Union mit neuem Besitzer - Das Vereinsleben kann wieder stattfinden

„Jetzt ist es für uns sehr wichtig, dass es los geht, dass der Treffpunkt auf jeden Fall Anlaufstelle ist für Vorstand und Abteilungsversammlungen“, meint Lehr. „Die Handballer sind nie heimgegangen ohne einen Schoppen nach dem Training“, weiß Lehr, der dem Verein fast seit der Gründung vor 75 Jahren angehört. „Das Bierchen nach dem Training war Automatik und früher intensiver.“ Heute üben einige Abteilungen auf Sportanlagen der Stadt und kommen nicht mehr in die SUM-Räume an der Friedensstraße. „Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, unsere Leute in die Siebenmühlen zu bringen.“ Der Name erinnert an die einst sieben Mühlen an Rodau und Bieber in der Stadtgemarkung. Viele Mühlheimer Vereine ohne eigene Räume seien über die Schließung während des Pächterwechsels enttäuscht gewesen. „Sie kommen gerne, das Kolleg verfügt über eine Leinwand, hat eine ideale Größe und kann geteilt werden“, wirbt der SUM-Mann. Für den Verein ist die Verpachtung neben den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Miete von der Tankstelle existenziell.

Von den Pächtern erwarten die Leiter eine „solide Leistung“, die sie in den ersten Tagen auch schon eindrucksvoll präsentiert haben. Man biete eine gepflegte Trinkkultur vom hausgemachten Hibiskus-Agaven-Eistee über feine Aperitifs und Whiskys bis zu fantasievollen Cocktails. „Die Leute sollen Spaß haben“, erläutert Solly das Motto „lecker essen, lecker trinken, wohlfühlen“.

Gemütliche Gaststätte in Mühlheim: „Keiner muss nach Offenbach oder Frankfurt fahren“

Die Plätze auf schweren Holzbänken und gemütlichen Klapp-Liegestühlen unter mächtigen Ahorn- und Kastanienbäumen, zwischen Schilfgrasinseln und historischem Gemäuer haben auch während der Corona-Krise nicht an Gemütlichkeit eingebüßt. „Keiner muss nach Offenbach oder Frankfurt fahren“, argumentiert der Pächter. Bei kühlerem Wetter oder Regen werden die Gäste zu türkisen Sesseln an kleinen Tischen vor Wänden in Blau-Grau-Tönen und mit runden Spiegeln im Inneren des SUM-Gebäudes geführt. Oder an die Theke auf Barhockern vor edlem, massivem und lackiertem Holz.

Warme Küche gibt’s im Siebenmühlen in der Friedensstraße 110 an sieben Tage in der Woche von 12 bis 22 Uhr, die Bar ist bis Mitternacht geöffnet. Reservierungen sind unter 0162 7222429 möglich.

VON MICHAEL PROCHNOW

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