Geldstrafen für Regelbrecher

Auf Streife mit der Landes- und Ordnungspolizei im Naherholungsgebiet

Am Grillplatz treffen sich die Zweiergruppen von Ordnungs- und Landespolizei und sprechen mit Leuten, die unangemeldet grillen.
+
Am Grillplatz treffen sich die Zweiergruppen von Ordnungs- und Landespolizei und sprechen mit Leuten, die unangemeldet grillen.

Das Treffen von uniformierten und zivilen Kräften auf dem Parkplatz am Naherholungsgebiet löst schon so manchen verstohlenen Blick aus. Und das ist durchaus erwünscht: „Die Besucher der Steinbrüche sollen wissen, dass die Einhaltung der Regeln kontrolliert wird“, erklärt Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey zum Start eines Rundgangs mit Landes- und Ordnungspolizei.

Mühlheim – Etwas verunsichert schaut die Familie auf die Gruppe, die mit ihrem Wagen an ihr vorbeigeht. Die Erwachsenen bugsieren einen Picknickkorb, Handtücher und ein aufblasbares Schwimmtier. Die fünf Männer und eine Frau der Polizei mit ihren üppigen Schutzwesten schenken dem Geschehen keine Aufmerksamkeit: Der Transport von Badeutensilien ist schließlich nicht strafbar.

Falsch geparkt: Der rote Polo steht außerhalb der Markierungen auf der Zufahrt Zum Grünen See.

Was hingegen wie viel Geld kostet, prangt unübersehbar an mehreren Stellen des Areals: Wer angelt, schwimmt, Boot fährt oder Schlittschuh läuft, seinen Hund nicht anleint oder zeltet, berappt mindestens 100 Euro – wenn er erwischt wird. Politiker brüten noch über die Gestaltung einheitlicher Schilder, die mit der Höchststrafe drohen sollen – 1000 Euro. „Wir wollen der Öffentlichkeit ins Bewusstsein schreiben, dass sie Spielregeln einhalten müssen“, stellt Krey klar. Es sei ein „gesellschaftliches Phänomen“, dass man immer wieder darauf hinweisen muss, ärgert sich der CDU-Politiker und nennt zugeparkte Rettungswege. Die seien gerade bei sommerlicher Waldbrandgefahr ein „Problem für die Allgemeinheit“. Die soll per „Abschreckungswirkung sensibilisiert“ werden. Vielleicht können Bilder von Verunglückten andere davon abhalten, von der Canyon-Brücke zu springen, formuliert einer der Beteiligten. Gern gesehen seien Leute, die sich in Natur und Kultur entspannen oder informieren möchten.

Dem wirken „Stammgäste“ entgegen, die auf Internet-Plattformen für die Steinbrüche als Eldorado für Sonnenanbeter und Wasserratten werben. „Wir versuchen regelmäßig, solche Einträge löschen zu lassen“, bekundet der Stadtrat Engagement, „aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen“. Das gilt auch für die Parksünder. Wohl wegen der angenehmen, aber nicht zu heißen Version des Sommers sind an diesem Tag jedoch noch Parkflächen frei. Dennoch zücken die Beamten ihr Funkgerät, die Ordnungskräfte ihren Block. Ein knallroter Polo vor dem Knick des Hauptwegs „Zum Grünen See“ steht außerhalb der Markierungen. Mit einer Verwarnung muss auch der Halter rechnen, der seinen Roller im gesperrten Teil der Straße „Am Hansteinweiher“ zurückgelassen hat. Von der sanierten Brücke über den Canyon beobachtet das Team mit den Stadtpolizisten Nina Bordt und Egon Niedzwiedz ihre Kollegen auf der gegenüberliegenden Seite des Sees.

Auf den Felsen und im See entdecken die Polizisten junge Schwimmer.

Sie haben Sonnenhungrige, die auf dem kleinen Strand liegen, auf das Badeverbot hingewiesen. Später sehen sie sich veranlasst, auch Verwarnungen auszusprechen und Geldstrafen zu verhängen. Die Kollegen aus dem Revier haben Jugendliche ausgemacht, die auf einem Felsvorsprung lagern und auch durch den See schwimmen. Bordt und Niedzwiedz verabreden sich mit ihren Kameraden Rico Bolender und Horst Gimbel, klettern über Trampelpfade hoch. Über dem Gewässer müssen sie den Job aber der Landespolizei überlassen, die einen der Schwimmer auf frischer Tat ertappt. „Wenn ihr 100 Euro verdienen wollt, müsst ihr in einer halben Stunde herkommen“, provoziert ein Mann die Truppe, dann wolle er nämlich ins Wasser steigen. Zurück auf den befestigten Wegen grüßen immer wieder Spaziergänger freundlich. Ihnen gefällt offenbar die Präsenz der „Freunde und Helfer“.

Anders sieht das auf dem Grillplatz aus. Vier Gruppen brutzeln dort Wurst und Fleisch. Das dürfen sie noch verspeisen, danach müssen sie den Treffpunkt verlassen, weil sie über keine Genehmigung aus dem Rathaus verfügen. Zur überschaubaren Sammlung von Strafen gehören noch vier für nicht angeleinte Hunde.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare