Appelle und viele Geschenke

Gudrun Monat sagt Adieu: Dr. Alexander Krey als Erster Stadtrat vereidigt

Abschied und Ankunft: Der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, schenkt der scheidenden Ersten Stadträtin Gudrun Monat zum Abschied ein Buch mit Ausflugszielen in Hessen. Dr. Alexander Krey unterzeichnet die Ernennungsurkunde zum Ersten Stadtrat. Die Amtszeit des 37-jährigen Juristen beginnt am 1. Januar. Fotos: m
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Abschied und Ankunft: Der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, schenkt der scheidenden Ersten Stadträtin Gudrun Monat zum Abschied ein Buch mit Ausflugszielen in Hessen. Dr. Alexander Krey unterzeichnet die Ernennungsurkunde zum Ersten Stadtrat. Die Amtszeit des 37-jährigen Juristen beginnt am 1. Januar.

Für die CDU ist es ein historischer Moment: Zum ersten Mal in der Geschichte stellt sie einen Ersten Stadtrat in der Mühlenstadt. Für Gudrun Monat (Bündnis 90 / Die Grünen) ist es der Abschied nach sechs Jahren als hauptamtliches Magistratsmitglied.

Mühlheim –  Zur Ernennung und Vereidigung des neuen Ersten Stadtrats, Dr. Alexander Krey (CDU), und zur Verabschiedung von Monat platzte der Sitzungssaal im Rathaus aus allen Nähten, die Rednerliste war mit 15 Gratulanten genauso prall gefüllt wie am Ende des Abends der Geschenketisch für die beiden im Rampenlicht stehenden Protagonisten. „Der Saal ist selten so voll, selten sind alle so gut gelaunt“, stellte Grünen-Fraktionschef Volker Westphal fest.

Und es sollte überwiegend ein Abend der warmen Worte werden, auch wenn bekanntermaßen das Verhältnis zwischen Monat und Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) zuletzt abgekühlt war. Monat sagte rückblickend Richtung Rathauschef: „Wir haben das eigentlich gut hinbekommen in den letzten sechs Jahren.“ In Anspielung auf einen gemeinsamen Sirtaki-Tanz bei einer Veranstaltung des Ausländerbeirats vor einigen Wochen schenkte die Scheidende dem Rathauschef eine DVD des Films „Alexis Sorbas“. Tybussek wiederum dankte Monat für ihren Einsatz für die Stadt und zum Wohle der Bürger und lud sie ein, bei den montäglichen Magistratssitzungen vorbeizuschauen.

Sie habe sich in den vergangenen sechs Jahren in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung (SVV) gefühlt wie auf einem Segelschiff auf dem Meer: mit Rücken- und Gegenwind. Dazu hatte Monat das passende Bild parat: „Da wir letztendlich im gleichen Boot sitzen, ist es ein Segen, dass wir nicht alle auf der gleichen Seite stehen.“ Ihre größte Aufgabe sei es gewesen, im Alltagsstress als Erste Stadträtin „bei mir und meinen Werten zu bleiben“ und den einzelnen Menschen gerecht zu werden. In Richtung Verwaltungsmitarbeiter lobte Monat: „Es war eine großartige Erfahrung, so ein Team zu haben.“ Sie habe nie das Gefühl gehabt, im Regen stehen zu müssen.

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Der Umgang mit den Menschen in Mühlheim sei für sie ein besonderes Erlebnis gewesen: Sie nannte die Bürger unermüdlich, streitbar, engagiert aber auch liebenswert und freundlich. Zu ihren Aufgaben gehörte auch der Brand- und Katastrophenschutz. Daher sagte sie in Richtung Freiwilliger Feuerwehr und DLRG, deren Mitglieder in großer Zahl im Saal vertreten waren: „Sehr geehrte Kameradinnen und Kameraden, es war mir Ehre und Freude.“ Manchmal, blickte Monat zurück, hätte sie sich bei den Sitzungen der SVV mehr inhaltliche Debatten gewünscht, „doch man bekommt nicht immer alles, was man sich wünscht“.

Das griff auch Krey in seiner Rede auf und wünschte sich „ein Stück weit zu einem Miteinander zu kommen, man habe in der SVV sich „leider in der Vergangenheit zu oft verzettelt“. Er formulierte einen Appell, den er nicht nur auf Mühlheim bezog: „Die Krise der Debattenkultur darf sich nicht zur Krise der Demokratie ausweiten.“ Es sei die Pflicht der Politik, „Antworten zu finden und zu geben“ und ein „Bollwerk gegen Rechts und Links aufzubauen“. Krey, der seit 2001 in der SVV sitzt, reichlich Erfahrung besitze und aus deren Mitte gewählt wurde, wie Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter betonte, sagte, es sei ein besonderer Tag. Zugleich sei er traurig, dass sein 2018 verstorbener Vater und langjähriger Stadtverordneter Dieter Krey, den Tag nicht mehr erleben könne. Er habe in seiner fast 20 Jahre währenden politischen Laufbahn von großen Persönlichkeiten der Stadt lernen können, sagte der 37-Jährige und nannte Ehrenbürgerin Irmgrad Sondergeld (†) als sein „leuchtendes Vorbild“. Er freue sich auf die neue Aufgabe. Dafür, und um sich im Rathaus Gehör zu verschaffen, schenkte ihm Marius Schwabe ein Megafon, „denn Kommunikation ist ein wichtiger Teil des neuen Jobs“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Landrat Oliver Quilling (CDU) gab Krey mit auf den Weg, dass sein neues Amt in erster Linie parteineutral im Sinne der Bürger wahrzunehmen sei – „und das sieben Tage die Woche“. Karl-Christian Schelzke, Ex-Bürgermeister und Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, erinnerte daran, dass Bürger immer erfahren, wie Politiker miteinander umgehen: „Die SVV sollte Vorbild sein und kein Platz für Verunglimpfung und Beleidigung.“ Er betonte: „Nichts ist erfolgreicher als die Wahrheit.“

VON RONNY PAUL

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