Alle Vereine mit dabei

Mühlheimer Bierfest lockt mit unterschiedlichen Sorten

Die Mannschaft von der „Freiwilligen Feierwehr“, die das Feiern übernimmt, wenn sich andere lieber ins Bett legen. Fotos (2): Mangold

Mühlheim – Das passiert wohl eher in der Mühlenstadt als anderswo: Zu Beginn des dreitägigen Bierfestes tröpfelt es am Freitagabend im Bürgerpark erst munter vor sich hin, dann schüttet es tüchtig. Das motiviert aber kaum einen, nach Hause zu gehen.

Die Stimmung bleibt prächtig, der Himmel gibt schließlich Ruhe. Eigentlich müsste die Gruppe heute arbeitslos sein, die kollektiv T-Shirts trägt, auf denen „Freiwillige Feierwehr“ zu lesen steht. Noch viel mehr als Putzen, Bügeln oder der Transport der Kiste Bier lässt sich heutzutage delegieren. 

Die „Freiwillige Feierwehr“ erweitert das Angebot um eine Dienstleistung. „Uns kann man mieten, wenn man nicht feiern will“, lacht Tatiana Schmitt, „Sie legen sich ins Bett, wir feiern für Sie“. Unerwähnt bleibt, für wen die familiäre Gruppe mit zwanzig Leuten an diesem Tag in die Bresche springt. Als es nass wird, trinkt die Feierwehr unter einem selbst gebauten Regenschutz aus Tischen und Bänken trocken weiter, „ganz im Bauhaus-Stil mit geraden Linien konstruiert“.

Zweites Mühlheimer Bierfest: Start mit Fassanstich

Am Freitag beginnt das zweite Mühlheimer Bierfest offiziell mit dem Fassanstich durch den Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter. Ihm assistiert Ralf Best, der Gebietsleiter der Radeberger-Brauerei, flankiert von Horst Schweikard, dem Vorsitzenden des 1. Ski- und Freizeitvereins Mühlheim, der das Bierfest veranstaltet.

Auf der Bühne moderiert Stephan Mündelein. Er baldowerte gemeinsam mit Horst Schweikard, Bürgermeister Daniel Tybussek und dem Wirt Rudi Härtl im März 2018 in dessen Probierstube die Idee eines Mühlheimer Bierfestes aus. Das ging vier Monate später zum ersten Mal an den Start. „Wie sprachen etliche Vereine an, ob sie mitmachen“, erinnert sich Schweikard, dessen Skiclub einen Gerstensaft aus Kempten anbietet, der unter dem Namen „Allgäuer Büble Bier“ firmiert.

Für eine Grundlage im Magen sorgt die Spvgg. Dietesheim, deren Sportler Souvlaki und Cevapcici grillen. „Wir waren auch schon im vergangenen Jahr dabei“, erzählt Zdravko Reichl vom Spielausschuss, der sich trotz Regen mit dem bisherigen Geschäft zufrieden zeigt.

Sämtliche Vereine waren mit dabei

In Mühlheim feiert kein Verein ein Fest, ohne dass Mitglieder der TKG Sonnau zumindest Präsenz zeigen. Am Stand des Fastnachtsclubs mit den gelben Hemden verkauft Eleonore Blöcher Brezeln. Bei der Sonnau gibt es aber auch was fürs Gemüt, etwa dunkles Bier der Nürnberger Brauerei Tucher. Die Freunde komprimierter Getränke können im praktischen Tragebehältnis gleich vier Gläser eiskalten Kräuterchnapses zum Tisch transportieren. „Den Frauen schmeckt unser Prosecco aber besser“, beobachtet Stephan Mündelein. Kein Nullachtfünfzehn-Schaumwein, sondern eine aus den Trauben eines der Sonnau gewogenen Winzers gekelterte Flüssigkeit. „Der ließ sich für uns eine besondere Mischung einfallen“, stellt Mündelein fest.

Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter (links) sticht das Bierfass erfolgreich an.

Die Kegler des SKV Mühlheim mit dem Vorsitzenden Volker Hatzebruch und Michael Rupp, Chef des Verkehrs- und Verschönerungsvereins der Stadt, verkaufen neben hippem Aperol auch bodenständiges Altbier der Brauerei Schlösser aus Düsseldorf.

Der Tennisclub (TC) Mühlheim tritt mit zwei Ständen auf. Beim einen gibt’s Jever-Bier vom Fass ins Glas, beim anderen asiatische Spezialitäten auf den Teller. Die Bowler vom BV Hanau setzen auf gutbürgerliche Küche. Beim Bowlingclub 67 Hanau bekommen Durstige Schlappeseppel serviert, beim Motor-Sportclub-Mühlheim handelt es sich um Sion Kölsch. Mit Glaabsbräu punkten die katholischen Narren der KaKaM. Die Siedlergemeinschaft Rote Warte setzt auf Radeberger und Kruovice.

Auf der Bühne unterhält das Hanauer Trio „Ursprungs Bergbuam“ die Besucher.

VON STEFAN MANGOLD

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