Von der Disco zum Kraftraum

Finanzhilfe für Ruderer kommt aus Mühlheim

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Besuch mit Zuwendungen: Beim MRV schauten unter anderem Staatssekretär Michael Bußer (vorne in der Mitte) und Landrat Oliver Quilling (hinten rechts) vorbei. 

80 Tonnen Schutt haben sie rausgeschleppt, moderne Fenster eingebaut und einen Estrich gelegt. Jetzt sind die Heizungsanlage und die Elektroinstallationen an der Reihe. 

Mühlheim – Nicht nur zu Wasser feiert der Mühlheimer Ruderverein (MRV) stolze Erfolge, auch zu Lande ist er stark. Unterstützung für die Umwandlung der ehemaligen Disco in einen Kraftraum erhielten die Sportler jetzt aus Wiesbaden und Dietzenbach, Geld von der Mühlenstadt floss bereits.

Der damalige Pächter konnte die Gastronomie im Hause der Ruderer nicht mehr betreiben, skizzierte MRV-Vorsitzender Stefan Mieth die Vorgeschichte, die Vermietung als Diskothek erwies sich als nicht mehr lukrativ. Der Vorstand musste sich also Gedanken über die weitere Nutzung der gut 200 Qudratmeter Fläche machen. Die Lösung lag nahe, die Aktiven brauchten dringend einen größeren Kraftraum.

Im Erdgeschoss werden die sanitären Räume für die Damen in die Werkstatt verlegt, welche dort mehr Platz finden, wo bislang die Trainingsgeräte stehen. Zu den Spinning-Rädern sollen Seilzüge und Beinpressen installiert werden, auch fürs Gewichtheben genügt die Statik, das ist überprüft. Im Obergeschoss soll außerdem ein neues Vorstands- und Besprechungszimmer entstehen, der Vereinstreffpunkt mit Küche und der Aussicht auf den Main erhält einen neuen Boden.

Mühlheim: „Vereine sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält"

Staatssekretär Michael Bußer lebt in einer „Stadt, in der es eine Fähre über den Main gibt“, scherzte der Gast mit Blick auf das zu diesem Zeitpunkt aufgebockte Gefährt am anderen Mainufer. Seine schwarze Mappe weise auf ein „deutliches Zeichen an die Ehrenamtlichen“ hin, denn für die Landesregierung gebe es im Sport nicht nur die Eintracht oder die Kickers, betonte der Sprecher. Vielmehr werden die Vereine hauptsächlich von Ehrenamtliche getragen, 600.000 seien es in Hessen. „Vereine sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, die preiswerteste Integration“.

Vieles automatisiere sich in Sportvereinen, gerade im Mannschaftssport. Angesichts von Gewalt, Diffamierungen und Hetze, wie sie rund um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten sichtbar werde, „muss es Institutionen geben, die die Gesellschaft zusammenhalten, wo man miteinander redet und etwas unternimmt“, plädierte der Politiker aus Seligenstadt. „Dafür lohnt es sich, Steuermittel auszugeben“: Mit 46 .000 Euro aus dem Investitionsprogramm „Sportland Hessen“ unterstützt Wiesbaden die Pläne des Rudervereins, „gut angelegtes Geld“, befand Bußer. Auch Landrat Oliver Quilling sagte 11. 000 Euro vom Kreis zu, um die Kosten für den ersten Bauabschnitt von rund 150. 000 Euro mitzutragen und „in die Vereinsinfrastruktur zu investieren“. Von den rund 200 Mitgliedern seien ein Viertel Jugendliche, deren Leitung ebenfalls an dem Übergabe-Termin teilnahm. „Die Hauptlast trägt der Verein, der Vorstand hält den Kopf hin, dafür gilt es Danke zu sagen“, betonte Quilling.

MRV seit mehr als 100 Jahren aktiv

Die Stadt hatte bereits im vergangenen Jahr 11.000 Euro überwiesen. Bürgermeister Daniel Tybussek hob hervor, dass der MRV seit mehr als 100 Jahren aktiv sei. „Es ist in beeindruckender Weise gelungen, Breiten- und Leistungssport zu kombinieren und Generationen zusammenzuhalten.“ Der Rathauschef sieht im Engagement des Vereins einen „zukunftsfähigen Weg, jeder Euro wird vervielfacht“. Der MRV erbringe auch eine „enorme gesellschaftliche Leistung“, beteilige sich auch an der Aktion „Rudern gegen Krebs“.

Sportkreis-Vorsitzender Peter Dinkel findet es „schön, wenn die Politik unsere Arbeit unterstützt, wir brauchen das auch“. Die Erfüllung sozialer Aufgaben wie Jugendliche von der Straße zu holen sei sehr wichtig und spare dem Staat sehr viel Geld.

Von Michael Prochnow


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