Zahl der Aktiven stagniert

Freiwillige Feuerwehr Lämmerspiel sucht Mitglieder

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Wie viele andere Wehren hat auch die Feuerwehr in Lämmerspiel Probleme, Mitglieder zu finden.

Eigentlich läuft bei der Freiwilligen Feuerwehr Lämmerspiel alles rund. Die lange erwarteten Umbauarbeiten am Stützpunkt an der Obertshäuser Straße sind in vollem Gange, der Vorsitzende berichtet von erfolgreichen Veranstaltungen.

Mühlheim – Doch der Blick in die Zukunft bewegte die Jahreshauptversammlung von Einsatzabteilung und Verein und fordert neue Ideen, um weitere Aktive und Förderer zu gewinnen.

Im vergangenen Jahr hat der Vorstand 50 Mitgliedern zu Jubiläen gratuliert, berichtete Sprecher Wilfried Bodensohn. Auch während der Jubiläumsfeiern fanden sich viele Bürger, die die Wehr unterstützen wollen. Doch im vergangenen Jahr war die Mitgliederzahl durch Todesfälle und Wegzüge erstmals rückläufig und liegt nun bei 425, erstmals hinter der des Vorjahres. „Angesichts der Altersstruktur müssen wir etwas tun“, plädierte Bodensohn, „weil auch die Zahl der Einsatzkräfte stagniert“. Der Vorsitzende appellierte, dem entgegenzuwirken, Konzepte seien gefragt, „man muss auch auf Stadt-, Kreis- und Landesebene nachdenken“. Noch verfüge Lämmerspiel über den größten Feuerwehrverein, habe aber die kleinste Einsatzabteilung in der Stadt.

Nach dem Aufzug im neuen Treppenhaus werden jetzt eigene Räume für die Kinderfeuerwehr eingerichtet. „Der Verein wird weiter Unterstützung leisten“, sicherte Bodensohn das Engagement der Gemeinschaft zu. Eine Winterwanderung hat sie bereits unternommen, den Fastnachtszug begleiteten Helfer wieder mit einem Stand, auch bei der Kerb übernehmen sie den Bierausschank. Zuvor folgt im Sommer wieder der beliebte irische Abend am Feuerwehrhaus.

Der Verein hat die Aufgaben im Vorstand neu organisiert, Ausschüsse für Wirtschaft sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geformt. Und „viel Zeit und Energie in die Umsetzung der neuen Datenschutzverordnung investiert“, klagte Bodensohn über die aufgezwungene Arbeit. In Seminaren und Sitzungen informierten sich die Verantwortlichen, „es ist immer noch nicht alles in trockenen Tüchern, aber wir sind auf gutem Weg“. Um den Zugriff auf Personendaten zu begrenzen, nutzt das Führungsgremium nun verschlüsselte Datenträger. Alternativ könnten die Daten online gespeichert werden, aber noch sei kein WLAN fürs Feuerwehrhaus vorgesehen.

Wehrführer Sven Meder berichtete von 57 Einsätzen, davon je 18 Hilfeleistungen und Feuer. Die Aktiven leisteten sieben Brandsicherheitsdienste, 25 Übungseinheiten, dazu Ganztagsausbildung, ein Seminar in Schollbrunn, lernten Betriebsprogramme kennen, wurden an Schaumbox und Messgeräten ausgebildet. Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter lobte die Retter, die Wehr bringe mit ihren Aktivitäten auch Leben in die Stadt. Befürchtungen um die Zukunft der Organisation habe er jedoch nicht. Bürgermeister Daniel Tybussek betonte, die Stadt unterstütze die Brandschützer dabei, Kita-Plätze und Wohnraum zu finden. Anerkennung zollte auch die zuständige Dezernentin, Erste Stadträtin Gudrun Monat.

Von Michael Prochnow

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