Kapazitäten verdoppelt

Hochschule für Polizei und Verwaltung wächst weiter

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Expansion am Standort: Polizeidirektor Matthias Mai und Verwaltungsleiterin Maria Görmer haben die Erweiterung der Hochschule für Polizei und Verwaltung im Senefelderhaus von Manroland vorangetrieben.

Die Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) wächst. Seit diesem Semester ist die Abteilung Mühlheim von den vier Standorten der HfPV in Hessen die größte und hat Wiesbaden damit hinter sich gelassen.

Mühlheim –  Das war durch die Anmietung eines Stockwerks im nebenan gelegenen Senefelderhaus von Manroland möglich.

Doch damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Bis zum Wintersemester, das im September startet, soll auch ein zweites Stockwerk im Senefelderhaus bezugsfertig sein. Seit drei Wochen wird dort gewerkelt, Trennwände müssen eingesetzt, Decken und Boden erneuert, Kabel gezogen werden. Viel logistische Arbeit für den Abteilungsleiter der Hochschule, Polizeidirektor Matthias Mai, und seine Verwaltungsleiterin Maria Görmer. „Das ist ein Riesenbrett, was wir hier gebohrt haben“, sagt Mai. Der 49-Jährige hat die Planungen für die neuen Gebäudeteile zusammen mit Görmer vorangetrieben. Die beiden haben sich für die Einrichtung im Senefelderhaus Konzept-Ideen bei anderen Unternehmen wie Google oder der Lufthansa angeschaut. Mit dem Ergebnis im ersten Obergeschoss ist Mai zufrieden: „Das ist ein Ort, wo man gerne hinkommt und der alles hat, was man braucht.“ Es gibt nun auch ein Audimax im Erdgeschoss des alten fünfstöckigen Manroland-Gebäudes, in dem große Veranstaltungen stattfinden können. Das war bislang an der HfPV nicht möglich. Im neuen Trakt gibt es neben Lehr-, auch Multifunktions-, Gruppen- und IT-Räume sowie Platz für Dozenten und Verwaltung.

Aber neben den eigentlichen, schlicht gehaltenen Lehrräumen gibt es bei der Vergrößerung noch viele weitere Dinge zu bedenken. Bei wachsender Studierendenzahl muss auch die Peripherie stimmen. Spinde und Umkleideräume etwa müssen auch demzufolge angepasst werden, denn auf dem Campus-Gelände laufen die Polizeianwärter in Uniform herum, die aber außerhalb des Geländes nicht getragen werden darf. Nun gibt es 350 „bessere“ Spinde und geräumige Umkleiden, betont Mai. Vor dem Ausbau des Stockwerks im Senefelderhaus habe die HfPV „arge Platzprobleme“ gehabt. Und erst wenn das rund 2 500 Quadratmeter große Sport- und Trainingszentrum, das im alten Manroland Auszubildenden-Zentrum entsteht, nutzbar ist – die Fertigstellung ist im Laufe des Sommersemesters 2020 vorgesehen –, könne die HfPV weiter wachsen.

Schließlich teilt sich die Hochschule den Campus am Mühlheimer Ortseingang mit der Bereitschaftspolizei. Die Synergien sind da – Sporthalle und -platz, Kantine und Schießanlage nutzen HfPV und Bereitschaftspolizei bereits gemeinsam –, der Platz wurde dadurch nur immer enger. „Mit Lehrsälen ist es nicht getan, Polizisten müssen Sport machen“, betont Mai. Neu ist ein „Power Rack“ am Sportplatz der HfPV. Das biete nicht nur „quantitativ, sondern auch qualitativ“ einen Kontrapunkt zum Kraftraum und sei „einzigartig in Deutschland“, sagt der 49-Jährige. Das nutzt die Hochschule auch, um die Studierenden aufs Einsatztraining vorzubereiten, den Puls anzuregen und Stress aufzubauen, damit sie sich für Gefahrensituationen daran gewöhnen können. „Es ist wichtig. dass die Studierenden ihre Grenzen kennenlernen“, sagt Mai.

Vorbereitung fürs Einsatztraining: Am „Power Rack“ regen die Studierenden den Puls an und bauen Stress auf.

Allerdings bringt die steigende Studierendenzahl auch für die Stadt Mühlheim neue Herausforderungen, denn die HfPV hat kein eigenes Wohnheim, die Studenten brauchen aber eine Bleibe. Wünschenswert wäre auch ein S-Bahn-Anschluss, sagt Mai. Doch das habe schon bei Manroland nie geklappt. Faktisch sei es allerdings relativ schwierig, mit dem ÖPNV zum Campus zu kommen. Zwar sei die Busanbindung bereits verbessert worden, doch die Taktung von einer halben Stunde reiche nicht aus. „Ein S-Bahn-Anschluss würde das auf einen Schlag entkrampfen“, meint Mai. Rund 300 Parkplätze hat die HfPV unweit der S-Bahn-Gleise bereits von Manroland angemietet.

Denn aktuell studieren bereits 840 zukünftige Polizei- und 350 künftige Verwaltungsbeamte in Mühlheim, bis 2021 könnten es schon 1650 insgesamt sein. „Wir sind weit mehr als die Hälfte des Weges gegangen“, sagt Mai. Denn die Hessische Landesregierung hat beschlossen, ab 2018 die Zahl der Neueinstellungen bei der Polizei auf jeweils rund 1 000 pro Jahr zu erhöhen. Auch in der öffentlichen Verwaltung sei eine deutliche Steigerung der Studierendenzahlen festzustellen. „Mühlheim kann wachsen“, sagt Mai. In Manroland habe man einen Partner gefunden, der vermietet. Zudem seien die Standorte in Gießen und Kassel ausgelastet, in Wiesbaden werde bald renoviert.

Durch das schon in Betrieb genommene Stockwerk im Senefelderhaus gibt es zu den altbewährten 19 Lehrsälen im alten HfPV-Gebäude nun 15 zusätzliche. „Mit einem Stockwerk haben wir die Kapazität verdoppelt.“ Kommt das zweite Obergeschoss im Senefelderhaus ab September dazu, sind die Kapazitäten verdreifacht. Mai betont, er lege Wert auf eine kontinuierliche Planung und sieht den Standort auf einem guten Weg: „Wir sind in Mühlheim, was die Lehrausstattung angeht, auf hohem Niveau.“

VON RONNY PAUL

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