Ehemaliger Bootsführer schuld?

Mainfähren-Debakel: Fährbetreiber wehrt sich gegen Vorwürfe

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Keine Weiterfahrt möglich: Wenige Stunden nach dem Start musste der Fährbetrieb wieder eingestellt werden.

Mahir Kolbüken, Betreiber der Fähre zwischen Mühlheim und Maintal, hat auf die Vorwürfe von Bernd Schwander reagiert. Jetzt steht Aussage gegen Aussage.

Mühlheim – Der ehemalige Bootsführer hatte zuletzt etwa dem Hessischen Rundfunk gesagt, dass er als Aushilfe engagiert worden sei und die Fähre am Tag des erneuten Stillstands gegen 10 Uhr verlassen habe. Danach hätte die Fähre stillstehen müssen, weil weder die Bootsführer noch Kolbüken über die notwendigen Patente verfügten. Darauf habe er auch hingewiesen.

Kolbüken betont nun: „Nachdem ich davon ausgehe, dass die polizeilichen Ermittlungen den wahren Sachverhalt aufzeigen werden und auch ich, als verantwortlicher Pächter der Fähre, alles dafür tun werde, den Sachverhalt lückenlos aufzuklären, um schnellstmöglich den Fährbetrieb, welcher ordnungsgemäß und sicher erfolgen wird, wieder aufzunehmen, möchte ich vorab den unwahren Behauptungen, insbesondere meines damaligen Mitarbeiters und Fährmanns, entgegentreten.“

„Unerlaubt und völlig unbemerkt“ von der Fähre entfernt

Mit sämtlichen Mitarbeitern sei vereinbart, dass diese sich nicht unentschuldigt und ohne Mitteilung von der Fähre entfernen dürfen. „Richtig war und ist, dass bei der Aufnahme des Fährbetriebs frühmorgens meine Angestellten, unter anderem ein Fährmann, Herr Schwander, zwei Kapitäne und weiteres Personal auf der Fähre waren und gegen 10 Uhr ein Kapitän absprachegemäß seinen Dienst beendete.“ Aus für ihn nicht nachvollziehbaren Gründen, habe sich Schwander „unerlaubt und völlig unbemerkt“ von der Fähre entfernt. „Er hat weder dem Kapitän noch meinem weiteren Personal oder auch mir gegenüber kundgetan, dass er die Fähre verlässt oder dieses im Laufe des Tages beabsichtigte“, sagt Kolbüken.

Fotos zur kurzen Wiederaufnahme des Fährbetriebs

Wäre dies der Fall gewesen, wäre der Fährbetrieb sofort eingestellt worden, fügt er an. Dies allerdings sei zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht mehr möglich gewesen, da die Fähre leicht abgedriftet sei und der Kapitän die Rampe hochgezogen habe. Wie es genau zu den Problemen mit dem Führungsseil kam, von denen unter anderem der Kreis Offenbach berichtete, könne er noch nicht abschließend beurteilen. Von Schwanders Verhalten und seiner Darstellung sei er „zutiefst enttäuscht“. Es handle sich um widerlegbare Schutzbehauptungen.  

wac

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