„Gab schon bessere Zeiten“

Warum es so schwierig ist, einen Nahversorger für Markwald zu finden

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Einen Supermarkt gibt es momentan nicht in Markwald. Das soll sich aber wieder ändern

Gerade für ältere Menschen wäre ein Lebensmittelmarkt in der Wohnsiedlung von großer Bedeutung. Nun soll eine langfristige Lösung her.

Mühlheim – Damals hatte sich schon abgezeichnet, dass der Bonus-Markt mit seinem gemeinnützigen Konzept in Markwald vor dem Aus stehen könnte. Und so kam es dann auch. Dabei hat das 2009 eröffnete Geschäft lange durchgehalten, zumindest im Vergleich. Denn der Nachfolger Mesa-Markt hatte deutlich kürzer volle Regale. 

Nachdem die Fläche wieder ein Jahr brach gelegen hatte, versuchte sich in diesem Jahr der Supermarkt Edlli zu etablieren. Ebenfalls ohne Erfolg, nach gerade einmal einigen Monaten war schon wieder Schluss. Ein Leser schreibt über Markwald: „Es gab hier schon bessere Zeiten“, das Angebot im Grundnahrungsmittelbereich müsse stimmen.

Mühlheim: „Die Großen winken ab“

Für Mühlheims städtische Wohnungsbaugesellschaft Wohnbau GmbH hat die Nachfolgersuche indes längst begonnen. Und die ist laut Geschäftsführer Ingo Kison nicht gerade einfach. Es geht um rund 500 Quadratmeter Verkaufsfläche, dazu kommen noch 100 Quadratmeter im Keller, etwa für Sozialräume. Die großen Ketten habe man schon angeschrieben, teils gebe es sehr lange gar keine Rückmeldung. Von der Rewe-Gruppe etwa habe es eine Absage gegeben. 

Auch im Internet bemühe man sich, die Fläche ordentlich zu platzieren. „Die Großen winken ab und auch bei den Kleinen ist es schwierig – einen Nahversorger, der die Fläche als Markt nutzen möchte, haben wir noch nicht gefunden.“ So ein Geschäft, fügt Kison an, müsse aber auch überlebensfähig sein. Wenn aber die großen Einkäufe außerhalb getätigt werden und die Kassenzettel in Markwald mit einem Liter Milch und anderen Kleinigkeiten kaum über zehn Euro kommen, habe es ein Betreiber schwer. 

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„Wir wollen auf jeden Fall eine langfristige Lösung, da sind wir auf der Suche.“ Chancen auf eine „eierlegende Wollmilchsau“ im Nahversorgergewand sieht er allerdings nicht. Viele wünschten sich einen Nahkauf, der auch noch alles vorrätig habe und das zu günstigen Konditionen. Und einen hoch frequentierten großen Markt mit allen den Verkehr belastenden Begleiterscheinungen wolle in einem Wohngebiet wohl auch kaum jemand haben.

Mühlheim: „Da waren durchaus Profis an Bord“

Etwas schwer gehabt habe es der Edlli-Markt etwa auch dadurch, dass manch einer das Geschäft in den sozialen Medien zerredet habe, bevor es überhaupt richtig losging. „Wir wären aber wirklich froh, wenn es bald klappt mit einer neuen Lösung.“ Nach wie vor schließt Kison dabei auch Alternativen nicht aus, etwa, dass etablierte Händler sich erweitern. „Dann könnten zumindest länger haltbare und kleinere Artikel vorhanden sein.“

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Was die ehemaligen Betreiber angehe, so unterhielten sich gerade die Juristen. Es gehe um die Miete, der Vertrag sei für einen deutlich längeren Zeitraum abgeschlossen gewesen. Dass das jüngste Scheitern an mangelnder Expertise gelegen haben könnte, glaubt Kison nicht. „Sie haben sich einen Unternehmensberater ins Boot geholt, da waren durchaus Profis an Bord.“

VON CHRISTIAN WACHTER

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