„Als wäre er schon immer hier“

Neubau am Friedrich-Ebert-Gymnasium eingeweiht

+
Praxistest für die neue Technik: Zur Einweihung des Neubaus am Friedrich-Ebert-Gymnasium schaute auch Landrat Oliver Quilling vorbei und versuchte sich an der elektronischen Tafel.

In Mühlheim ist der Neubau am Friedrich-Ebert-Gymnasium eingeweiht worden.

Mühlheim – Damit es in der 6d am Montagmorgen keinen Ärger gibt: Die kunstvoll geschwungenen Linien in verschiedenen Dicken auf ihrem Active Board hat der Landrat hinterlassen. Oliver Quilling beherrscht nach dem Besuch in dem nagelneuen Klassenzimmer auch die Radiergummi-Funktion, aber so ganz konnte er sein Kunstwerk in der Kürze der Zeit nicht mehr beseitigen. Zur Einweihung des Neubaus am Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) ließ sich der Gast von Ursula Bahr in das System der elektronischen Tafel einweisen.

Das Gebäude an der Heinestraße trägt den Namen „6“, alle Räume beginnen mit dieser Ziffer, zeigte die stellvertretende Schulleiterin beim Rundgang. Es habe seinen „ersten Belastungstest“ bestanden, Gruppen der Mittelstufe werden dort unterrichtet. „Wir haben hier die starken Jahrgänge einquartiert“, erläuterte die Pädagogin, die den erkrankten Schulleiter Stefan Sturm entschuldigte.

Die Säle sind mit rund 60 Quadratmetern etwas größer als in den anderen Trakten und für die Klassenstärken von 30 Schülern ausgelegt. Vor allem aber sind die Flure breiter, zeigte Architekt Michael Kremer vom Büro Pätzold & Kremer.

Der Boden der Gänge ist mit gepresstem Feinsteinzeug in Schieferoptik ausgelegt, die Räume sind mit leicht zu reinigendem Linoleum ausgestattet. In die Nischen zwischen den Türen und den beiden Treppenhäusern an den Kopfenden sollen noch zweimal 120 Schließfächer installiert werden, die gemietet werden können. Die Mittelwände in den Aufgängen und der Sockel sind mit einer Klinker-Oberfläche als „Leitsystem“ versehen und stellen so eine Verbindung zu den ältesten Gebäudeteilen des FEG her.

An Türen und um die Fenster wurde ein Holzfurnier aufgetragen, was langlebig sei und eine wärmere Atmosphäre schaffe. Ein „U-Boot“ im Keller sorgt für den Luftaustausch, erläuterte der Planer die eingebaute Technik. Und die Akustik-Auffangpanels an den Decken vermeiden den Schall, dämpfen also ein wenig die Lärmkulisse, verdeutlichte Kremer.

„Das neue Gebäude ist aufgeständert“, beschrieb der Landrat die Bauweise, die es erlaubt, die Fläche unter dem Obergeschoss wieder als überdachten Schulhof zu nutzen, auch einige der Laufbahnen haben unter den Räumen ihren Start. Das Projekt umfasst insgesamt 850 Quadratmeter Geschossfläche und konnte nach 18 Monaten Bauzeit fertiggestellt werden. Baukosten in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro werden vom Kommunalen Sonder-Investitionsprogramm des Landes übernommen.

Auf einen Aufzug verzichtete der Architekt in dem Gebäude, da bestehende Teile der Schule barrierefrei zugänglich sind. „Arbeiten im laufenden Betrieb stören natürlich“, bestätigte die stellvertretende Schulleiterin. „Aber wir hatten eine sehr gute Absprache, sodass laute Arbeiten nicht während der Abitur-Prüfungen stattfanden“, bedankte sich die Lehrerin für die Zusammenarbeit. Ihr gefalle die Ausführung „richtig gut“, meinte Ursula Bahr, weil der Neubau die Optik des bisherigen Ensembles aufgreife. So wirke er, „als wäre er schon immer hier gewesen“. Dort sei das Raumangebot jedoch beengt, da man beim Bau von geringeren Kurs-Größen ausgegangen sei. Es lasse sich bereits absehen, wann die nächste Erweiterung fällig ist: In drei Jahren werde das FEG wieder eine Ergänzung benötigen, das lasse sich aus den starken Jahrgängen in der Grundschule ersehen.

VON MICHAEL PROCHNOW

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare