Erfolgreicher Quereinstieg

Neue Wachpolizisten schließen Ausbildung in Mühlheim ab

Blick in freudige Gesichter: Sichtlich stolz bekamen die zehn neuen Wachpolizisten ihre Urkunden verliehen.
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Blick in freudige Gesichter: Sichtlich stolz bekamen die zehn neuen Wachpolizisten ihre Urkunden verliehen.

Absperrgitter bei Großveranstaltungen aufstellen, Personen kontrollieren, abgelehnte Asylbewerber begleiten und der Bundespolizei übergeben, das sind einige der Aufgaben der ersten zehn Wachpolizisten, die nun bei der Bereitschaftspolizei ihre Ernennungsurkunden erhielten.

Mühlheim – Neun von ihnen sind der dritten Abteilung an der Tilsiter Straße unterstellt, einer dem Polizeipräsidium Frankfurt.

Zu erkennen sind die „Seiteneinsteiger“ an den zwei blauen Sternen auf den Schulterklappen. Anfangs hatten sich fast 130 Frauen und Männer beworben, hieß es. Sie mussten eine Mindestgröße vorweisen, sportliche und medizinische Tests durchlaufen. Bis zur Aufnahme hatten sich viele noch für andere Ausbildungs- oder Umschulungsangebote entschieden.

Im Februar startete die Ausbildung über viereinhalb Monate. Antonia Wilbert und Fabien De Pasquale kommen aus Wiesbaden und Mühlheim, skizzierten die „sehr anstrengende Zeit. „Und wir sind noch lange nicht da, wo wir sein müssen, wir haben noch viel zu lernen“, gestand die junge Wachpolizistin den Vorgesetzten, Ausbildern, Kollegen, Familienangehörigen und Staatssekretär Dr. Stefan Heck.

„Manche von uns zogen in ein Zimmer ohne TV, Internet und Küche“, schilderte Wilbert den Start. Die Bewerber im Alter zwischen 21 und 37 Jahren arbeiteten vorher als Orthopädietechniker, Rettungssanitäter, Soldat, Kaufmann oder studierten. „Wir haben uns beworben, weil uns der alte Beruf nicht mehr vollkommen zufriedengestellt hat, weil wir etwas Neues ausprobieren wollten und uns die kurze Ausbildungszeit reizte“, verriet die Polizei-Mitarbeiterin.

An der neuen Aufgabe gefalle ihnen die Vielfalt, der Dienst für die Heimat und der Umgang mit den Bürgern. Der Frankfurter Kollege werde hauptsächlich im Objektschutz eingesetzt, die Mühlheimer in der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern und der technischen Unterstützung.

„Aus zehn Fremden sind zehn Kollegen geworden“, schilderten die Sprecher. Sie absolvierten ein Fahrsicherheitstraining, waren auf Wasserwerfern und Schlauchbooten sowie als Praktikanten in verschiedenen Dienststellen unterwegs, trieben Sport, lernten den Umgang mit Funkgeräten, EDV, Waffen, Pfefferspray und Handschellen kennen.

Die beiden zollten zudem ihren Dozenten, voran Frank Fellinger, dem Ausbildungsleiter der Wachpolizei, viel Lob und Dank. Volker Pfeiffer, Vizepräsident des Hessischen Bereitschaftspolizeipräsidiums, betonte, dass sich die Aufgaben für die Beamten deutlich verändern. Die Polizei müsse sich anpassen, besonders bei ausländerrechtlichen Maßnahmen. Die „Neuen“ übernähmen eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, müssen „jedem Menschen die nötige Würde entgegenbringen“. „Sprechen sie über ihre Sorgen und Nöte“, empfahl Pfeiffer.

Peter Brustmann, Direktor des Abteilungsstabs in Frankfurt, wies auf die „spannende weltpolitische Lage“hin. Mit einer „herausragend guten Aufklärungsquote und dauerhaft niedrigen Kriminalitätsrate“ warb Staatssekretär Dr. Stefan Heck für Hessen als „eines der sichersten drei Länder“.

VON MICHAEL PROCHNOW

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