Rassismus und Antsemitimus

Extremismusverdacht: Polizeianwärter verschicken Bilder mit rassistischen Botschaften

+
Polizeianwärter in Hessen unter Extremismusverdacht (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen sechs Polizeianwärter aus Mühlheim am Main. Sie sollen antisemitische und rassistische Bilder geteilt haben.

Mühlheim – Erneut wird die hessische Polizei von einem Fall rechtsextremer Umtriebe erschüttert. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtete, stehen sechs hessische Polizeianwärter unter Verdacht, in einer Whatsapp-Gruppe Bilder mit rassistischen und antisemitischen Botschaften verschickt zu haben. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die sechs angehende Polizisten, die alle einer Studiengruppe aus Mühlheim am Main (Offenbach) angehören. Erst kürzlich wurde bekannt, dass ein Dienstgruppenleiter aus Mühlheim rechtsextreme Bilder auf Whatsapp verschickt haben soll. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen besteht, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. 

Mühlheim: Fotos von Holocaust-Opfern verschickt

Bei den rechtsextremen Inhalten soll es sich laut FAZ unter anderem um Fotos von Holocaust-Opfern in einem Deportationszug handeln, die mit der Überschrift „Genieß das Leben in vollen Zügen“ versehen. Ein weiteres Foto soll mit dem Text „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“ versehen sein und einen dunkelhäutigen Mann zeigen, auf den ein Zielfernrohr gerichtet ist. 

Nach Angaben des hessischen Innenministeriums hat die Polizeiakademie sechs Polizeianwärtern bereits im Juli mitgeteilt, sie nicht in das Beamtenverhältnis auf Probe zu übernehmen. Einige der angehenden Polizisten fühlen sich zu Unrecht beschuldigt und wollen juristisch gegen die Entscheidung vorgehen. Ihre Argumentation: Sie hätten die Bilder „nur empfangen“.

Das Ausmaß des Whatsapp-Chats hat sich laut FAZ gezeigt, als das Handy des Hauptbeschuldigten ausgewertet worden ist, auf dessen Konto die meisten verschickten Bilder gehen sollen.

Im Dezember wurde bereits gegen fünf Frankfurter Polizisten, die rechtsextreme Inhalte in einer Chatgruppe verschickt haben sollen, ermittelt. Insgesamt standen während der Ermittlungen 34 Polizistinnen und Polizisten wegen rechtsextremer Umtriebe unter Verdacht, wie fr.de* berichtet. 

 *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare