Ampelschaltung soll diese Woche angepasst werden

Rote-Warte-Schule: Viele Maßnahmen eingeleitet

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Rote-Warte-Schule - Viele Maßnahmen eingeleitet

Seitdem die Rote-Warte-Schule in ihrem Exilgebäude in der Borsigstraße 16 bis 18 untergebracht ist, gibt es Beschwerden einiger Eltern über die Sicherheit des Schulweges. Vor allem die vierspurige Bundesstraße 43, die die Rote-Warte-Siedlung im Norden vom Interimsgebäude im Süden trennt, ist den Erziehungsberechtigten ein Dorn im Auge. Die Ampelschaltung in der Mittagszeit sei zu kurz, heißt es.

Mühlheim – Die Mutter eines Drittklässlers hat sich für den Schülerlotsendienst gemeldet und begleitet die Kinder immer mittwochs über die B 43. Sie moniert die „viel zu kurze Ampelphase“ in der Mittagszeit. Von der Senefelderallee kommend Richtung Lidl-Markt reiche die Zeit gerade einmal aus, um auf die Verkehrsinsel in der Mitte zu gelangen. „Die ist viel zu klein und nicht ausreichend markiert“, kritisiert sie. Sie erzählt von einer Situation, in der ein dunkelblauer Golf von Mühlheim Richtung Offenbach bei Rot über die Ampel gerast sei, während sie mit einem Schüler auf der Insel wartete. „Das war schockierend“, berichtet die Mutter. Teilweise stehe sie auf der Insel mit 14 Kindern gleichzeitig. Sie mache immer drei Kreuze, wenn nichts passiert ist.

Eine andere Mutter berichtet von 16 Personen inklusive Schülerlotse, dazu fünf Fahrrädern, eines davon mit Anhänger, sowie zwei Rollern, die sich in der Mittagszeit alle gleichzeitig auf die Verkehrsinsel gequetscht haben. Sie schildert: „Ich stand mit fünf Hortkindern – alles Erstklässler, die die Anweisung haben, zusammen zu bleiben – auf der anderen Seite und habe sie dazu bewegt zu warten, da die Verkehrsinsel überfüllt war. Die Situation zu dieser Zeit war wirklich nicht ganz ungefährlich.“ Sie schränkt aber auch ein, dass es auf der Verkehrsinsel nicht grundsätzlich so zugehe. „Aber zu den Stoßzeiten kann das schon vorkommen.“

Mühlheim: Ampelschaltung wird optimiert

Die für die Signalanlage zuständige Stadt Offenbach hatte angekündigt, die Ampelschaltung optimieren zu wollen, gleichzeitig aber eingeschränkt, dass es aufgrund der Komplexität dauern könne. Nun hat Schulleiterin Silke Mahr die Info bekommen, dass die Schaltung in dieser Woche verändert werde. Das bestätigt die Stadt Offenbach auf Anfrage.

Mahr betont, die Schule tue alles mögliche, damit der Schulweg sicher sei. Aber es sei eben nicht alles gleich umsetzbar. Man stehe mit den Städten Mühlheim und Offenbach, dem Kreis Offenbach sowie mit dem Schulamt permanent in Verbindung. In Absprache mit dem Ordnungsamt – und bezahlt von der Stadt Mühlheim sowie vom Kreis – habe man 15 Bremsmännchen sowie drei große Plakate „Achtung Schulkinder!“ angebracht, den Fußweg von der Senefelderallee bis zum Exilgebäude mit gelben Fußspuren versehen und eine sogenannte Übergangsfurt – ähnlich wie ein Zebrastreifen – auf der Senefelderallee eingerichtet. Ab dieser Woche soll auch eine vom Schulelternbeirat und von der Schule initiierte Hol- und Bringzone eingerichtet werden. Dafür habe Man-Roland acht Parkplätze zur Verfügung gestellt. Allerdings weise die Schulleitung daraufhin, dass die Kinder zu Fuß kommen sollten, um Elterntaxis zu vermeiden, sagt Mahr. Klar kenne sie die Bedenken der Eltern, aber die Schülerlotsen seien da und extra von der Verkehrswacht ausgebildet worden. Und man müsse Kinder auch in Verkehrssituationen schulen und ihnen Vertrauen schenken.

Rote-Warte-Schule: Alles zugeparkt

Ein anderes Problem, das eine Mutter anspricht, ist, dass das Semester an der nahegelegenen Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung wieder begonnen hat. Dadurch sei alles zugeparkt und das Verkehrsaufkommen schon in den Morgenstunden gestiegen.

Auch die Abteilungsleitung der Hochschule hat das registriert und versichert, dass sie alles für die Sicherheit der Grundschulkinder tue und tun werde. Die Hochschüler seien von den Dozenten erneut darauf hingewiesen worden, die geforderte Schrittgeschwindigkeit einzuhalten. Durch die Hochschule festgestellte Verstöße wolle man mit dem Entzug der Parkberechtigung auf dem Gelände ahnden.

Schulleiterin Mahr betont: Insgesamt sei man mit dem Interimsgebäude „sehr zufrieden“. „Es ist zwar nicht optimal, aber auch nur zum Übergang.“ Es gebe viel Platz in den großen Räumen, auch ihre Kollegen seien zufrieden damit. Einzig der Schulhof erscheine klein und eng. Aber auch da sei man in Gesprächen mit dem Kreis, inwieweit man das Man-Roland-Gelände noch weiter nutzen könne.

Den Einwand eines Bürgers, warum man nicht auf dem „Bestandsgelände“ Container aufgestellt habe, um so den „neuen Schulweg“ zu vermeiden, beantwortet der Kreis mit dem Verweis auf die Grundstücksgröße. Baustellenverkehr und Schulbetrieb seien dort nicht gleichzeitig möglich.

VON RONNY PAUL

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